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31.01.2006

12:55 Uhr

20 Werke werden geschlossen

Kraft streicht tausende Stellen

Der US-Nahrungsmittelhersteller Kraft Foods hat seinen Gewinn im vierten Quartal 2005 gesteigert. Dennoch wurde ein weiterer Stellenabbau angekündigt. 20 Werke sollen geschlossen werden, weitere 8000 Mitarbeiter werden entlassen.

HB NORTHFIELD. Betroffen sind rund acht Prozent der Gesamtbelegschaft, dies hat der zweitgrößte Lebensmittelhersteller der Welt am Montag nach Börsenschluss bekannt gegeben. Kraft hat im Rahmen des neuen Kostensenkungsprogramms allerdings bisher nur die Schließung eines Werkes in Australien und eines Betriebes in Alabama angekündigt. Welche anderen Lebensmittelfabriken schließen werden, ließ Kraft offen. In Deutschland ist der Konzern unter anderem mit den Marken Jacobs Kaffee, Kaffee HAG, Milka, Toblerone, Philadelphia Frischkäse oder Miracel Whip vertreten.

Das neue Programm kostet 2,5 Mrd. Dollar (2,0 Mrd Euro) und soll Vorsteuer-Ersparnisse von 700 Mill. Dollar pro Jahr bringen. Der weitere massive Stellenabbau kommt zusätzlich zu der Streichung von 5500 Stellen und der Schließung von 19 Betrieben im Zuge eines 2004 angekündigten Kostensenkungsprogramms.

Die Gesellschaft, die mehrheitlich zum weltgrößten Zigarettenhersteller Altria gehört, hat im vergangenen Jahr 34,1 Mrd. Dollar umgesetzt oder sechs Prozent mehr als in 2004. Der Jahresgewinn lag bei 2,6 (Vorjahr:2,7) Mrd. Dollar oder 1,55 (1,55) Dollar je Aktie, gab Kraft weiter bekannt. Kraft litt unter gestiegenen Rohstoffkosten.

Gewinn- und Umsatzplus im Schlussquartal

Im Schlussquartal 2005 habe der Nettogewinn um 23 Prozent zum Vorjahr auf 773 Mill. Dollar oder 46 Cent je Aktie gesteigert werden können, teilte Kraft weiter. Der Umsatz stieg um zehn Prozent auf 9,7 Mrd. Dollar. Dieser Zuwachs sei zum Teil aber darauf zurückzuführen, dass das Quartal 2005 eine Woche mehr umfasste. Ohne diesen Sondereffekt hätte das Umsatzplus nur drei Prozent betragen.

Die Gesellschaft erwartet für 2006 einen Jahresgewinn von 1,38 bis 1,43 Dollar je Aktie, wobei sich Restrukturierungskosten mit 50 Cent je Aktie auswirken werden.

Branchenkenner verwiesen auf das langsamere Wachstum vor allem im US-Markt. Die Amerikaner gehen inzwischen viel öfter in Fast-Food- und andere Restaurants, was zu Lasten der Lebensmittelfirmen und der Supermarktkonzerne geht. Kraft versucht sich seinerseits mit neuen Produkten auf veränderte Geschmackstrends einzustellen.

Konzernchef Roger K. Deromedi erwartet auch für 2006 ein Umfeld mit Herausforderungen, doch hofft er angesichts der stärkeren Marken- und aggressiven Kostensenkungsprogramme auf zukünftige bessere Ergebnisse.

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