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24.02.2012

13:12 Uhr

220-Millionen-Projekt

Nestlé baut Werk in Schwerin

VonChristoph Kapalschinski

Schwerin wird für Nestlé zum dritten Produktionsstandort für Kaffeekapseln in Europa. Von dem neuen Werk aus soll der stetig wachsende Markt mit einer gewaltigen Zahl an Kapseln versorgt werden.

Im Schweriner Werk sollen stündlich 430.000 Kapseln produziert werden. Reuters, Sascha Rheker

Im Schweriner Werk sollen stündlich 430.000 Kapseln produziert werden.

Schwerin„Schwerin wird zu einer Kaffeemetropole“, kündigte Nestlé-Deutschlandchef Gerhard Berssenbrügge heute an. Anlass: Der weltgrößte Lebensmittelkonzern investiert 220 Millionen Euro in der Stadt – eine der größten Investitionen im Konzern. Dafür entsteht bis Ende 2013 ein Werk für Kaffeekapseln der Marke Dolce Gusto.

Kaffeekapseln sind für die Lebensmittelkonzerne ein wachsender Markt. Sie ermöglichen es, für Kaffee pro Gramm deutlich höhere Preise zu verlangen. Im vergangenen Jahr ist allein der Basatz von Dolce Gusto in Europa um 50 Prozent gewachsen. 2013 soll der Umsatz eine Milliarde Franken erreichen.

Den steigenden Bedarf soll das Schweriner Werk für Deutschland, Skandinavien und Osteuropa decken. Im Endausbau spuckt es 430.000 Kapseln pro Stunde aus, zwei Milliarden im Jahr. „Das ist ein klares Signal, dass in gesättigten Märkten Wachstum möglich ist“, sagte Berssenbrügge. In Schwerin entsteht das dritte Werk für die Marke. Bislang produziert Nestlé die Kapseln bereits in Großbritannien und Spanien.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering lobte die Investition als „Signal nach außen“. 450 tarifgebundene Arbeitsplätze seien wichtig für das Land, in dem die Ernährungsbranche mit 3,7 Milliarden Euro Umsatz die drittgrößte Branche nach Tourismus und maritimer Wirtschaft ist.

Allerdings lässt sich die öffentliche Hand die Ansiedlung auch etwas kosten. Rund zehn Prozent der Investitionssumme werden nach üblichen Bedingungen als Investitionsbeihilfe gegeben. Das können nach Auskunft des Wirtschaftsministers Harry Glawe nach EU-Regeln maximal 22,5 Prozent der Gesamtsumme sein. Nach Angaben von Nestlé summieren sich die Hilfen bei diesem Projekt auf etwa 22,5 Millionen Euro. Dazu kommen Infrastrukturmaßnahmen, etwa ein Gleisanschluss für das Werk.

Im Wettbewerb der verschiedenen Standorte seinen die Subventionen durchaus ein Faktor gewesen, sagte Berssenbrügge – aber nicht der ausschlaggebende. Wichtiger seien die Nähe zum Hamburger Hafen und die gute Infrastruktur.

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