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09.03.2011

09:46 Uhr

24 Euro je Aktie

Daimler und Rolls Royce bieten für Tognum

So schnell kann es selbst bei einem MDax-Konzern gehen: Rolls Royce und Daimler haben ein offizielles Kaufangebot für Tognum vorgelegt. Die Konzerne bieten 24 Euro pro Aktie. Die Börse reagierte umgehend.

Mitarbeiter des Tognum-Tochterunternehmens MTU Friedrichshafen in Überlingen am Bodensee: neue Besitzer nahen. Quelle: dpa

Mitarbeiter des Tognum-Tochterunternehmens MTU Friedrichshafen in Überlingen am Bodensee: neue Besitzer nahen.

MünchenDer Autobauer Daimler und der britische Turbinenhersteller Rolls-Royce bieten den Aktionären des Dieselmotoren-Herstellers Tognum einen Kaufpreis von 24 Euro je Anteilschein. Damit belaufe sich Angebotsvolumen auf rund 3,2 Milliarden Euro, teilten die beiden Unternehmen am Mittwoch mit. Der Preis je Aktie entspreche einem Aufschlag von 30 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag.

Tognum-Investoren hatten auf einen höheren Zuschlag gehofft. Für 24 Euro war Tognum vor gut drei Jahren an die Börse gebracht worden. „Die Partnerschaft mit Rolls-Royce ist ein ausgezeichneter Ausgangspunkt für uns, weiter in die Tognum AG zu investieren und das Wachstum des Unternehmens zu unterstützen“, erklärte Daimler-Chef Dieter Zetsche.

Das Tognum-Management hat dem Übernahmeangebot von Daimler und Rolls Royce noch nicht zugestimmt. Das sagte Daimler-Boss Dieter Zetsche auf einer Telefonkonferenz am Mittwochmorgen. Es herrsche in vielen Punkten bereits Einigkeit mit den Führungskräften von Tognum, doch in der Bewertungsfrage hätte das Management des Motorenbauers vom Bodensee noch keine abschließende Meinung gefunden. Daimler und Rolls Royce müssen damit um die Unterstützung des einflussreichen Managements noch bangen. Die Führungskräfte halten zusammen mit den Arbeitnehmern rund zehn Prozent an Tognum.

Zetsche und Rolls-Royce-Chef Sir John Rose versuchten allerdings mit weitreichenden Zusagen der Belegschaft die Offerte schmackhaft zu machen. Das Hauptquartier von Tognum werde in Friedrichshafen verbleiben und es sei auch kein Stellenabbau geplant, betonte Zetsche.

Aus Verhandlungskreisen verlautete bereits am Montag, Daimler und Rolls-Royce wollten sich jeweils etwa die Hälfte des Unternehmen aus Friedrichshafen einverleiben und dafür einen satten Aufschlag auf den Börsenwert von 2,4 Milliarden Euro zahlen. Das Geschäft werde möglicherweise bereits in den kommenden Tagen unter Dach und Fach gebracht. Auch Tognum hat Übernahmeverhandlungen mit Daimler und Rolls-Royce bestätigt. Es habe erste Gespräche mit beiden Parteien gegeben, teilte der Friedrichshafener Konzern am Montag mit. Daimler hält bereits 28,4 Prozent an Tognum und will die Anteilsaufstockung den Kreisen zufolge bar bezahlen. Rolls-Royce wolle einen eigenen Geschäftsbereich ins Unternehmen einbringen.

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Daimler und Tognum sind seit Jahrzehnten verbunden: 1966 schlossen sich Mercedes-Benz Motorenbau und Maybach Motorenbau zusammen, 1969 entstand daraus die Firmengruppe MTU Friedrichshafen. Ende 2005 verkaufte Daimler MTU für rund 1,6 Milliarden Euro an den Finanzinvestor EQT, da die Stuttgarter notwendige Investitionen in neue Motorenbaureihen nicht mehr tätigen wollten. Nach dem Börsengang der in Tognum umfirmierten MTU-Gruppe 2007 stieg Daimler im April 2008 wieder bei Tognum ein und zahlte für zunächst 22,3 Prozent des Kapitals 585 Millionen Euro. Mittlerweile liegt der Daimler-Anteil oberhalb der Sperrminorität bei 28,4 Prozent.

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