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16.07.2012

11:44 Uhr

25 Prozent angepeilt

Knorr-Bremse-Eigner stockt bei Vossloh auf

Im Frühjahr 2011 stieg Thiele bei Vossloh ein, nun nimmt er wie angekündigt vorsichtig Kurs auf die 25-Prozent-Marke. Der Eigner des Technologiekonzerns Knorr-Bremse stockte auf gut 20 Prozent auf.

Heinz Hermann Thiele, Eigner von Knorr-Bremse. Pressefoto Knorr-Bremse

Heinz Hermann Thiele, Eigner von Knorr-Bremse.

DüsseldorfVossloh-Großaktionär Heinz Hermann Thiele steuert bei dem Verkehrstechnikkonzern eine Sperrminorität und damit mehr Macht an. Knapp drei Monate nach der Genehmigung durch die Kartellbehörden habe der Eigner des Technologiekonzerns Knorr-Bremse seinen Anteil auf 20,22 Prozent aufgestockt von zuletzt 19,5 Prozent, teilte Vossloh mit. Zudem habe Thiele angekündigt, in den kommenden zwölf Monaten weitere Stimmrechte erwerben zu wollen. Durch eine Sperrminorität - mithin einem Anteil von 25 Prozent - hat ein Großaktionär Einfluss auf das Unternehmen, da er unter anderem Hauptversammlungsbeschlüsse blockieren kann.

Thiele habe bekräftigt, mit der Investition in Vossloh ein "langfristiges strategische Engagement" zu verfolgen. Derzeit wolle er keinen Einfluss auf die Besetzung des Managements und der Aufsichtsorgane nehmen und strebe auch keine wesentlichen Änderungen der Kapitalstruktur an - insbesondere mit Blick auf das Verhältnis Eigen- und Fremdfinanzierung sowie die Dividendenpolitik.

Thiele war im Frühjahr 2011 bei einem Aktienkurs von rund 95 Euro bei Vossloh eingestiegen und hatte zunächst über 15 Prozent der Stimmrechte erworben. Im Sommer vergangenen Jahres kündigte er dann an, auf 25 Prozent aufstocken zu wollen. Größter Anteilseigner ist derzeit mit etwa 34 Prozent die Familiengemeinschaft, die ihre Anteile in der Vossloh GbR gebündelt hat. Diese hat bereits mehrfach erklärt, nicht verkaufen zu wollen. Aktuell werden die im MDax gelisteten Vossloh-Papiere mit knapp 70 Euro gehandelt.

Die Kartellbehörden in Deutschland und Österreich hatten im Frühjahr nach intensiver Prüfung den Erwerb einer Minderheitsbeteiligung durch Thiele frei gegeben.

Knorr-Bremse stellt Bremsen für Hochgeschwindigkeitszüge, Lokomotiven, Straßen- und U-Bahnen, Lastwagen und Busse her. Daneben produziert der Konzern mit Sitz in München auch Türen, Klimaanlagen und Scheibenwischer für Schienenfahrzeuge sowie elektronische Steuerungen oder Fahrerassistenzsysteme für Nutzfahrzeuge. Das Traditionsunternehmen setzte im vergangenen Jahr mit rund 20.000 Mitarbeitern 4,24 Milliarden Euro um. Der Überschuss betrug 329 Millionen Euro.

Vossloh - unter anderem Produzent von Schienen und Weichen - hatte 2011 wegen ins Stocken geratener Geschäfte in Russland und China einen Gewinneinbruch verbucht. Bei einem Umsatz von knapp 1,2 Milliarden Euro verdiente der Konzern netto 55,7 (Vorjahr: 97,5) Millionen Euro. Die Aktionäre erhielten dennoch eine unveränderte Dividende von 2,50 Euro je Aktie. Vossloh beschäftigt rund 5000 Mitarbeiter.

Von

rtr

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