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02.04.2012

20:58 Uhr

265 Millionen Dollar

Ex-Chef Claassen verklagt Solar Millennium auch in den USA

Utz Claassen fordert 265 Millionen Dollar Schadenersatz von Solar Millenium. Er wirft Mitarbeitern des Konzerns vor, sie hätten durch ihre Äußerungen nach Claassens Ausscheiden dessen Reputation als Manager geschädigt.

Der frühere Solar-Millenium-Chef, Utz Claassen, fordert Schadenersatz. dpa

Der frühere Solar-Millenium-Chef, Utz Claassen, fordert Schadenersatz.

FrankfurtDer ehemalige Solar-Millennium-Chef Utz Claassen fordert 265 Millionen Dollar Schadenersatz von dem insolventen Kraftwerksentwickler. Eine entsprechende Klage sei in den USA eingereicht worden, teilte Solar Millennium am Montagabend mit. Der Ex-Chef werfe Verantwortlichen des Unternehmens vor, durch rufschädigende Äußerungen nach Claassens Ausscheiden im März 2010 dessen Reputation als Manager geschädigt zu haben. Claassen hatte das Erlanger Unternehmen nach nur 74 Tagen im Amt verlassen. Als Gründe für seinen abrupten Abschied, vor dem er neun Millionen Euro als Antrittsprämie erhalten hatte, nannte er Fehlinformationen im Rahmen seiner Einstellung.

Selbst wenn Claassen mit seiner Klage erfolgreich wäre, dürfte er am Ende nur einen Bruchteil der Summe erhalten. Er wäre gegenüber der Solar Millennium AG nur Insolvenzgläubiger und müsste die erstrittene Summe zur Insolvenztabelle anmelden. Ob die Forderung vom Insolvenzverwalter auch anerkannt werden würde, wäre dann nach deutschem Recht zu prüfen.

Interview mit Utz Claassen: „Mir geht es um Wahrheit und Rechtmäßigkeit" 

Interview mit Utz Claassen

„Mir geht es um Wahrheit und Rechtmäßigkeit" 

Der Prozess zwischen Solar Millenium und Ex-Chef Utz Claassen hat begonnen. Im Handelsblatt-Interview hat der umstrittene Manager vorab über die Zeit vor und nach seinem Ausscheiden aus dem Solarkonzern gesprochen.

Verklagt wurden die Solar Millennium AG, deren US-Tochter Solar Millennium Inc. und die Solar Trust of America LLC an der die Solar Millennium Inc. 70 Prozent hält. Die übrigen 30 Prozent besitzt die ehemalige MAN -Tochter Ferrostaal. Auf das deutsche Insolvenzverfahren habe die Klage keine unmittelbaren Auswirkungen, erklärte Solar Millennium weiter.

Von

rtr

Kommentare (14)

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Anti-Manager

02.04.2012, 21:16 Uhr

Warum so bescheiden? Warum nicht gleich Billionen ...

Blinse

02.04.2012, 21:59 Uhr

Das ist nicht seine Art, wissen Sie. Er möchte halt nur, was ihm zusteht. Ein moralisch gefestigter Mensch eben. Und sympathisch obendrein!

Coza

02.04.2012, 22:23 Uhr

So manches Schaf bangt jetzt um seine 1000 Euro, die es aus Gewissensgründen oder zur Aufbesserung der kärglichen Rente angelegt hatte.
Dieser skrupellose Manager ohne jegliche Moral kann in seiner pathologischen Gier nicht genug bekommen. Lieber soll es tausenden Schafen dreckig gehen als das er mal mit Demut einen Rückzieher macht oder gar einsieht, dass er vielleicht nicht ganz unschuldig an der Insolvenz ist.

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