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05.03.2012

12:52 Uhr

275 Millionen Dollar

Oerlikon verkauft seine Solarsparte

Oerlikon hat seine mit knapp 700 Mitarbeitern ausgestattete Solarsparte an den japanischen Konzern Tokyo Electron verkauft. Der Unternehmensteil hatte den Anlagenbauer in der Vergangenheit deutlich belastet.

Ein Arbeiter auf einer Solarstrom-Anlage. dapd

Ein Arbeiter auf einer Solarstrom-Anlage.

Tokio/ZürichTrotz eines Gewinnsprungs im Konzern verkauft der Schweizer Maschinen- und Anlagenhersteller Oerlikon seine Solarsparte für rund 275 Millionen Dollar an die japanische Tokyo Electron. Der einstige Hoffnungsträger des früheren Traditionskonzerns Oerlikon Bührle kam auch im letzten Jahr nicht aus den roten Zahlen, obwohl es gelang, den Betriebsverlust auf zehn Millionen von 59 Millionen Franken zu drücken.

Der Verkaufspreis, den Tokyo Electron am Montag nannte, liegt denn auch deutlich unter dem Sparten-Umsatz, der im letzten Jahr um 27 Prozent auf 323 Millionen Franken stieg. Oerlikon Solar stellt mit knapp 700 Mitarbeitern Anlagen zur Beschichtung von Solarpanels her.

Das Geschäft sei von Überkapazitäten, Preisdruck und einem generellen Abschwung in der gesamten Solarindustrie geprägt, klagte der Schweizer Konzern am Montag. Den Verkauf selbst hatte Oerlikon bereits am Freitagabend gemeldet, ohne einen Preis zu nennen.

Die Transaktion soll in einigen Monaten abgeschlossen werden. Tokyo Electron war in den letzten drei Jahren für den Vertrieb der Oerlikon-Solarprodukte in Asien zuständig. Der Konzern stellt Anlagen für die Produktion von Halbleitern und Flachbildschirmen her.

Gemessen am Konzernumsatz ist das Solargeschäft klein. Rund die Hälfte des im letzten Jahr um 16 Prozent auf 4,18 Milliarden Franken erhöhten Umsatzes macht Oerlikon mit Textilmaschinen. Gut 800 Millionen Franken entfielen auf Getriebesysteme.

Die Ertragskraft steigert Oerlikon im letzten Jahr deutlich, wie der am Montag vorgelegte Jahresabschluss zeigte. Der Konzerngewinn stieg auf 224 Millionen Franken von fünf Millionen im Jahr davor, Schulden baute Oerlikon ab. Die Aktionäre sollen zum ersten Mal seit mehr als fünf Jahren eine Dividende erhalten. Der Konzern plant, 0,20 Franken pro Aktie auszuschütten. Das wird vor allem dem russischen Industriellen Victor Vekselberg zugutekommen, der rund 46 Prozent an Oerlikon hält.

Im laufenden Jahr erwartet Oerlikon einen Rückgang des Umsatzes auf vergleichbarer Basis um bis zu fünf Prozent. Die Betriebsgewinnmarge soll um einen Punkt auf elf Prozent verbessert werden. Die Aktie stieg bei überdurchschnittlichen Handelsumsätzen um acht Prozent auf 7,80 Franken.

Von

rtr

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