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15.01.2011

17:00 Uhr

3-D-Entwicklungsprogramme

Design in neuen Dimensionen

VonHolger Alich

Dassault Systèmes hat seine 3-D-Entwicklungsprogramme bisher nur an die Flugzeug- und Autoindustrie verkauft. Künftig soll auch die Konsumgüterbranche beliefert werden. Dabei hat sich das französische Unternehmen ehrgeizige Ziele gesteckt.

Virtueller Stuhl im realen Zimmer: Dassault Systemes will seine 3-D-Entwicklungsprogramme bald auch im Konsumgütermarkt zum Einsatz bringen. Pressebild

Virtueller Stuhl im realen Zimmer: Dassault Systemes will seine 3-D-Entwicklungsprogramme bald auch im Konsumgütermarkt zum Einsatz bringen.

PARIS. Bernard Charlès knipst mit seinem iPhone die Ecke seines Besprechungszimmers. Auf dem Bildschirm des Smartphones erscheint das Foto des Raumes - und ein virtueller Stuhl. Den hat der Chef des Softwarespezialisten Dassault Systèmes mittels einer selbst entwickelten Applikation in die Szene hineintransferiert. Nun kann man in drei Dimensionen auf dem Handy sehen, ob das Möbelstück zum Stil des Besprechungszimmers passt.

3-D-Entwicklungsprogramme wie Dassaults Bestseller Catia sind in der Flugzeug- und Autoindustrie seit Jahren Standardwerkzeuge, um neue Modelle am Bildschirm zu entwerfen. Jetzt will Charlès den Handel und die Konsumgüterindustrie als Kunden gewinnen. Er hat sich viel vorgenommen: "Bis 2014 wollen wir den Umsatz verglichen mit 2009 verdoppeln", sagte er im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Im Jahr 2009 erwirtschaftete die Tochter des Familienimperiums Dassault 1,3 Milliarden Euro. Für 2010 stellt Charlès ein Wachstum von bis zu 19 Prozent in Aussicht, die operative Marge soll 27 bis 28 Prozent erreichen. Dassault Systèmes sieht sich als Weltmarktführer für sogenannte "Product Life Cycle Management"-Software. Diese Planungsprogramme erlauben, Daten eines Produkts von der Entwicklung bis zur Entsorgung zu verwalten und zu bearbeiten.

Neue Autos werden längst primär dreidimensional auf Computerbildschirmen entworfen, selbst Crash-Tests lassen sich so simulieren. Charlès reicht das nicht. Er ist davon überzeugt, dass seine 3-D-Software mehr kann. "Wir denken nicht mehr nur an die Produktentwicklung, sondern auch daran, wie das Produkt genutzt wird", erklärte er. Konkret sollen Kunden per 3-D-Simulation auf den Webseiten des Anbieters neue Produkte ausprobieren können, bevor sie überhaupt produziert werden. Weil Smartphones diese Anwendungen unterstützen, sollen die Kunden nicht erst zu Hause sehen können, ob etwa der neue Stuhl zum Rest der Einrichtung passt, sondern bereits im Geschäft.

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