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03.11.2015

04:16 Uhr

3-Liter-Motoren von Porsche und Audi

Diesel-Skandal erfasst Premium-Modelle

Neuer Schlag für Europas Branchenprimus VW: In der Diesel-Affäre bemängelt die US-Umweltbehörde nun auch Drei-Liter-Motoren, unter anderen im Touareg, Porsche Cayenne und im Audi A8. VW bestreitet die Vorwürfe.

Neue Vorwürfe gegen VW

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WashingtonDie milliardenteure Diesel-Affäre bei Europas größtem Autobauer Volkswagen weitet sich abermals aus: Nach Angaben der US-Umweltbehörde EPA hat der Konzern auch in Autos mit 3,0-Liter-Dieselmotoren eine Manipulations-Software eingesetzt. „VW hat einmal mehr seine Verpflichtungen missachtet, sich an die Gesetze zu halten, welche saubere Luft für alle Amerikaner sichern“, sagte EPA-Vertreterin Cynthia Giles der Mitteilung zufolge. „Alle Hersteller sollten nach den selben Regeln spielen.“

Volkswagen wies die neuen Vorwürfe in einer ersten Stellungnahme zurück. „Die Volkswagen AG betont, dass keine Software bei den 3-Liter V6-Diesel-Aggregaten installiert wurde, um die Abgaswerte in unzulässiger Weise zu verändern“, teilte ein VW-Sprecher am Montagabend in Wolfsburg auf Anfrage mit. Der Konzern sei am Montag von der EPA über die Vorwürfe informiert worden. „Volkswagen wird mit der EPA vollumfänglich kooperieren, um den Sachverhalt rückhaltlos aufzuklären.“

„Wir haben klare Beweise für diese zusätzlichen Verstöße“

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Die Diesel-Affäre löst in den USA Goldgräberstimmung aus. Über 300 Klagen wurden bereits eingereicht, auch von Bundesstaaten. Für den Konzern geht es längst nicht mehr darum, ob er zahlen muss, sondern wie viel.

EPA-Vertreterin Giles erklärte hingegen: „Wir haben klare Beweise für diese zusätzlichen Verstöße.“ Die Manipulationssoftware bei den größeren Motoren sei im Rahmen der Ermittlungen entdeckt worden. Die Motoren stoßen laut EPA bis zu neun Mal so viel Stickoxid aus wie erlaubt. Demnach erkennt die Software Emissionstests und schaltet automatisch in einen sparsameren Modus. „Genaue eine Sekunde“ nach dem Test springe der Motor dann wieder in den Normalbetrieb.

Die Materie ist vielschichtig. Nicht alles, was per Motorsteuerung die Abgase mildert, ist gleich eine illegale Software. So führen Motoren beispielsweise in bestimmten Fahrsituationen Abgase zurück und verbrennen sie erneut. Die EPA definiert die Kernfrage dabei so: „Ein Zusatz-Instrument zur Abgas-Kontrolle, das zum Überlisten von Abgastests entwickelt wurde, ist ein „defeat device““. Und eben jenes „defeat device“, ein Instrument zum Ausstechen der Testsituation, ist illegal. Hierzulande spricht das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) von einer „unzulässige Abschalteinrichtung im Sinne der Gesetzgebung“.

Im US-Repräsentantenhaus hat der Ausschuss für Energie und Handel eine Untersuchung des Skandals eingeleitet. „Es ist an der Zeit für Volkswagen, reinen Tisch zu machen“, erklärten die Ausschussvorsitzenden mit Blick auf die neuen Vorwürfe. Der Fraktionsvize der Grünen im Bundestag, Oliver Krischer, warf den VW-Managern mangelnden Aufklärungswillen vor. „Der Sumpf von Abgasbetrügereien der Autoindustrie ist längst nicht trockengelegt, er war bisher offensichtlich nicht einmal ansatzweise bekannt“, erklärte er.

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Im September hatte das Unternehmen eingestanden, bei Abgas-Tests auf dem Prüfstand mit Softwarehilfe die Ergebnisse für Diesel-Motoren manipuliert zu haben. Die Software schaltet in Testsituation in einen Sparmodus. Bislang drehte sich die Abgas-Affäre lediglich um Motoren bis zu 2,0 Liter Hubraum.

Nach Angaben der Behörde wurden in bestimmten Diesel-Modellen der Marken VW, Audi und Porsche der Modelljahrgänge 2014 bis 2016 Drei-Liter-Diesel-Motoren verbaut, die bei Stickoxid-Emissionen die in den USA erlaubten Grenzwerte um das bis zu Neunfache überträfen. Im einzelnen handele es sich um Fahrzeuge der Typen VW Touareg (2014), Porsche Cayenne (2015) sowie die Audi-Modelle A6 Quattro, A7 Quattro, A8, A8L, and Q5 (2016).

Kommentare (10)

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Herr Josef Hirsepp

02.11.2015, 20:38 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

Account gelöscht!

02.11.2015, 20:47 Uhr

Porsche? Das geschieht ihnen recht!
Ich habe es als eingeschworener Porsche-Fahrer immer als Schande empfunden, dass diese besondere Marke sich mit solchen Schmutzmotoren für Langsamfahrer abgibt. Jetzt bekommen sie hoffentlich die Rechnung für diesen kapitalen Fehler ausgestellt. Den Amis sei an dieser Stelle mal ausnahmsweise gedankt.

Account gelöscht!

02.11.2015, 20:51 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

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