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26.01.2005

15:31 Uhr

3000 Beschäftigte legten Arbeit nieder

Thyssen-Krupp rechnet mit Widerstand gegen Terni-Teilschließung

Der Stahlkonzern Thyssen-Krupp Steel befürchtet ungeachtet einer versprochenen Beschäftigungsgarantie weiter massive Proteste gegen die geplante Stilllegung eines Teils der Produktion in seinem italienischen Stahlwerk Acciai Speciali Terni.

HB FRANKFURT. Bereits am Dienstag habe fast die gesamte Belegschaft von über 3000 Beschäftigten die Arbeit nieder gelegt, um zu einer Demonstration in die Hauptstadt Rom zu fahren, sagte ein Thyssen-Krupp-Sprecher am Mittwoch in Duisburg. ThyssenKrupp befürchte weitere teure Arbeitsniederlegungen. In Rom habe Staatssekretär Gianni Letta die Gewerkschaften und Arbeitnehmervertreter vergeblich aufgefordert, ihre Verweigerungshaltung aufzugeben. Letta gilt als rechte Hand von Ministerpräsident Silvio Berlusconi.

Thyssen-Krupp Steel will in seinem Edelstahlwerk im umbrischen Terni bis zum Jahresende 2005 die Produktion von speziellem Elektroblech aus Kostengründen einstellen. Dieses so genannte Elektroband ist ein Nischenprodukt mit besonderen elektromagnetischen Leitfähigkeiten. Die hier derzeit noch beschäftigten rund 350 Mitarbeiter sollen nach den Konzernplänen in die Produktion von Edelstahl umgesiedelt werden.

Thyssen-Krupp hatte angekündigt, zum Ausgleich für die Einstellung der Produktion von Elektroblechen in den nächsten zwei Jahren 90 Millionen Euro in den Ausbau der Edelstahl-Linie investieren zu wollen. Diese Investitionen seien aber gefährdet, wenn die Proteste und Arbeitsniederlegungen anhielten, sagte der ThyssenKrupp-Sprecher weiter. Terni liegt in einer strukturschwachen Region im mittelitalienischen Umbrien.

Thyssen-Krupp Steel hatte bereits Anfang vorigen Jahres die Aufgabe der Elektrobandproduktion am Standort Terni erwogen. Damals hatten massive Proteste der italienischen Belegschaft die Duisburger noch zu einem Einlenken bewogen, nachdem sich auch Berlusconi für den Erhalt der bedrohten Arbeitsplätze stark gemacht hatte. ThyssenKrupp war der Belegschaft mit einer Beschäftigungsgarantie entgegen gekommen.

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