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22.10.2013

12:08 Uhr

400 Stellenstreichungen

Bosch zieht ins billige Ungarn

Bosch-Angestellte in Hildesheim müssen um ihren Arbeitsplatz fürchten. Von aktuell 3500 Stellen sollen 400 wegfallen. Der Autozulieferer folgt dem Trend, die Produktion an günstigere Orte zu verlagern.

Der Weg führt ins Ausland: Bosch verlagert einen Teil der Hildesheimer Produktion. dpa

Der Weg führt ins Ausland: Bosch verlagert einen Teil der Hildesheimer Produktion.

HildesheimBeim weltgrößten Autozulieferer Bosch sollen bis zum Jahr 2018 am niedersächsischen Standort Hildesheim 400 Jobs wegfallen. Das sagte ein Bosch-Sprecher am Dienstag in Hildesheim. Zuvor hatte die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ darüber berichtet. Der Großteil der Produktion von Anlassern solle ins billigere Schwesterwerk im ungarischen Miskolc verlegt werden.

In Hildesheim wolle Bosch die Fertigung reduzieren und im Wesentlichen auf Anlasser für VW-Modelle mit Start-Stopp-Motoren beschränken. Grund für den Umbau sei der rückläufige Automarkt in Europa. Zudem leide die Wettbewerbsfähigkeit, da die Konkurrenz das Produkt bereits ausschließlich in Niedriglohnländern herstelle.

Die weltweit größten Automobilzulieferer

Platz 10

Faurecia - 18,03 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Das Schicksal des Autozulieferers ist eng verbunden mit PSA Peugeot/Citroën. Derzeit stagnieren die Geschäfte. Zum Portfolio gehören Sitze und Emissionskontrollsysteme.

Platz 9

Aisin Seiki - 18,92 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner gehören zur Toyota-Gruppe und produzieren etliche Komponenten für die Autoindustrie, darunter Getriebe und Navigationssysteme.

Platz 8

Michelin - 20,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der französische Reifenriese musste zuletzt erneut Rückschläge beim Absatz hinnehmen. Neben Reifen stellt das Unternehmen aus Clermont-Ferrand auch Navigationssysteme her.

Platz 7

Johnson Controls - 20,93 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die US-Amerikaner aus Milwaukee konzentrieren sich die Zulieferung von Sitzen, Türen und Instrumenten. Damit legte der Umsatz zuletzt leicht zu.

Platz 6

Hyundai Mobis - 23,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Koreaner sind Teil des riesigen koreanischen Hyundai-Imperiums und zählen zu den wichtigsten Zulieferern für die Autobauer Hyundai und Kia. Gebaut werden Sicherheitssysteme, Airbus, Lampen und Antriebsstränge.

Platz 5

Bridgestone / Firestone - 24,62 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

In der Gummiverarbeitung sind die Japaner sogar weltweit führend. In Frankreich, Italien, Polen und Spanien betreiben sie eigene Werke.

Platz 4

Magna - 24,95 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Unter der Führung der schillernden Österreichers Frank Stronach wuchs der Konzern - und kann nahezu alle Bauteile selbst Produzieren. Fahrgastzellen, Sitze, Antrieb und Elektronik gehören zum Portfolio des Unternehmens.

Platz 3

Denso - 27,79 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner verloren zuletzt wieder Marktanteile. Kunden sind insbesondere die großen japanischen Autobauer. Das Unternehmen baut unter anderem Klimaanlage, Antriebsstränge und Elektronik.

Platz 2

Robert Bosch - 30,7 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der zweitgrößte Autozulieferer der Welt ist in Stuttgart daheim. Neben Benzin- und Dieselsystemen baut Bosch auch Multimedia-Systeme, Bremsen, Elektronik und Batterien für etliche große Autohersteller .

Platz 1

Continental - 33,32 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Aus Hannover in die Welt: Neben den bekannten Reifen liefert Conti auch Sicherheits- und Telematiksysteme, Steuerinstrument und die Elektronik für Antriebsstränge. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Umsatz damit leicht zu.

Bei der Umstrukturierung plane Bosch, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Die Streichungen sollten stattdessen etwa über Aufhebungsverträge oder die Vermittlung der Betroffenen auf andere Posten erreicht werden. Der Konzern mit Hauptsitz in Stuttgart beschäftigt in Deutschland knapp 120 000 Mitarbeiter an insgesamt 80 Standorten. In Hildesheim arbeiten nach Bosch-Angaben 3500 Menschen, davon 1350 im Anlasser-Werk.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Sandra12

23.10.2013, 11:39 Uhr

">>Der Autozulieferer folgt dem Trend, die Produktion an günstigere Orte zu verlagern<<" Ah, ein Trend, so nennt man also das jetzt.... Hier laufen die Diskussionen um den Mindestlohn, da lohnt sich kein billiger Arbeiter aus dem Osteuropäischen nicht mehr, dann verlagern wir doch lieber gleich ins Ausland.
Gut für unsere einheimische Wirtschaft.... und unsere, gemäß Berechnungen, SINKENDE Arbeitslosigkeit... HA ha ha ha ha....

Ex-Boschler

24.10.2013, 11:36 Uhr

Das macht gerade Bosch schon sehr lange... Viele (alle?) Teile für Steuergeräte und Werkzeuge kommen von Bosch Indien/China oder werden dort entwickelt. Auch die deutschen Automobilhersteller, vor allem die aus dem "Premium"-Segment, sind da nicht besser... Selbst schuld, we ein angeblich deutsches Qualitätsprodukt kauft. Lachen tun da nur die Vorstände der Firmen. Die Angestellten und vor allem Dienstleister u. Zeitarbeiter von Bosch werden schon lange geknechtet u. gedrückt. Ich kaufe schon lange keine Bosch-Geräte mehr, bei Autos schaue ich vorher in den Motorraum was verbaut ist, seither kaufe ich ausländische Autos...

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