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26.01.2004

15:37 Uhr

450 Millionen Doller Schadenersatz

Klage gegen Radarhersteller zugelassen

450 krebskranke ehemalige Bundeswehrsoldaten klagen gegen sechs US-Rüstungskonzerne. Ein US-Gericht in Texas habe die Sammelklage gegen die Hersteller von Radargeräten zugelassen, berichtete der Berliner Rechtsanwalt Reiner Geulen.

HB BERLIN. Geulen als Vertreter zahlreicher Kläger bestätigte am Montag einen Zeitungsbericht, dem zufolge die früheren Soldaten die Hersteller von Radaranlagen auf 450 Millionen Dollar Schadenersatz verklagt haben. Die Klage richte sich unter anderem gegen die Firmen Raytheon, Lucent Technologies und ITT Industries. Ein Raytheon-Sprecher sagte der Zeitung, der Konzern werde sich energisch vor Gericht verteidigen. Von den anderen beklagten Firmen lagen zunächst keine Stellungnahmen vor. Das Bundesverteidigungsministerium erklärte, die Sammelklage habe keinen Einfluss auf die in Deutschland laufenden Verfahren.

Die Kläger werfen den US-Firmen vor, Wartung und Betrieb der von ihnen hergestellten Radaranlagen zwischen 1958 und 1994 habe bei ihnen Leukämie und Hodenkrebs ausgelöst. Neben den Deutschen hätten auch frühere Soldaten aus Dänemark, den Niederlanden und den USA geklagt, so dass es etwa 800 Kläger gebe, sagte Geulen.

In einem so genannten Ausforschungsverfahren müssten die verklagten Firmen nun umfassend Einsicht in ihre Akten und Unterlagen gewähren. Dieses Verfahren dauere bis zum Jahresende. Das Bundesgericht in El Paso in Texas habe für den 29. Juli 2005 eine Anhörung vor einer Jury angeordnet. Vermutlich kurz darauf sei mit einer Entscheidung zu rechnen, sagte Geulen.

In Deutschland laufen bereits seit 2002 Klagen ehemaliger Soldaten der Bundeswehr und der DDR-Volksarmee (NVA) gegen das Bundesverteidigungsministerium. Geulen zufolge war eine Expertenkommission zu dem Schluss gekommen, dass die Soldaten sehr wahrscheinlich durch Radargeräte verstrahlt wurden. Über sieben in Bonn beziehungsweise Frankfurt (Oder) bei Gericht anhängige Fälle werde im März verhandelt. Ein Sprecher des Ministeriums sagte, die in den USA zugelassene Sammelklage sei ohne Einfluss auf die beiden Verfahren in Deutschland. Das Verfahren in Bonn betrifft ehemalige Soldaten der Bundeswehr, das in Frankfurt (Oder) frühere NVA-Soldaten. Eine Klage gegen die Hersteller der in der NVA eingesetzten Radargeräte in Russland ist Geulen zufolge nicht möglich.

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