Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.07.2011

13:40 Uhr

460 Flugzeuge

Airbus hängt Boeing bei Rekordauftrag ab

Es ist die Mutter aller Flugzeugaufträge: American Airlines bestellt 460 Mittelstreckenflieger. Und zwar sowohl bei Airbus als auch bei Boeing. Doch für den US-Hersteller ist es trotzdem eine Niederlage..

Der A320neo von Airbus: ein echter Verkaufsschlager. Quelle: dapd

Der A320neo von Airbus: ein echter Verkaufsschlager.

Mit einem Rekordauftrag für Airbus und Boeing heizt American Airlines den Machtkampf der beiden weltgrößten Flugzeugbauer weiter an. Die drittgrößte US-Fluglinie American Airlines tätigt nach eigenen Angaben die größte Bestellung der Luftfahrtgeschichte. Den Auftrag teilen sich die beiden Hersteller Airbus und Boeing - wobei der Löwenanteil auf die Europäer entfällt. Für Airbus bedeutet das einen Durchbruch auf dem US-Markt.

American Airlines ordert 460 Kurz- und Mittelstreckenjets fest und sichert sich Optionen auf 465 weitere Maschinen, wie die Gesellschaft am Mittwoch mitteilte. Einen Auftragswert nannte die Linie nicht, überschlägig dürfte die Order nach Listenpreisen alleine mit 40 Milliarden Dollar für die festen Bestellungen zu Buche schlagen.

Bislang war American Airlines ein treuer Kunde von Boeing, wie die meisten anderen US-Gesellschaften auch. Nun entfallen auf den Erzrivalen Airbus nach eigenen Angaben alleine 260 der Festbestellungen. Die Europäer haben American Airlines mit ihren neuen, spritsparenden A320neo-Modellen gewonnen.

Rekordauftrag für Airbus: EADS-Aktie springt auf Mehrjahreshoch

Rekordauftrag für Airbus

EADS-Aktie springt auf Mehrjahreshoch

Ein Großauftrag für die EADS-Tochter Airbus versetzt Anleger in Kauflaune. American Airlines, bisher treuer Boeing-Kunde will 260 Maschinen bei Airbus kaufen. Analysten sind begeistert und raten reihenweise zum Kauf.

Die Bestellung ist die größte der Luftfahrtgeschichte. Erst im Juni hatte die malaysische Fluggesellschaft AirAsia auf der weltgrößten Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris 200 Exemplare der A320neo bestellt und damit den gerade erst aufgestellten Bestellrekord der indischen Fluglinie IndiGo gebrochen.

Doch der jetzige Auftrag ist noch längst nicht alles: American Airlines hat sich die Option auf weitere 365 A320neo gesichert. Damit liegen die Europäer deutlich vor Boeing - hier liegt die Option "nur" bei weiteren 100 Maschinen.

Insidern zufolge will Boeing seinen Mittelstreckenflieger 737 nach dem Vorbild von Airbus mit neuen, sparsameren Triebwerken aufrüsten, um in der wichtigsten Flugzeugklasse nicht weiter gegen die Europäer abzufallen. Boeing schätzt, dass in den nächsten zwei Jahrzehnten 70 Prozent der verkauften Flieger Mittelstreckenmaschinen sein werden.

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Petra

20.07.2011, 12:45 Uhr

Wie beim Tankflugzeug werden die Vorgaben so lange geändert, bis Boeing den Auftrag erhält. Der Auftrag MUSS aus politischen Gründen in den USA bleiben! Airbus kann sich viel Zeit und Geld sparen, indem es kein Angebot abgibt.

Account gelöscht!

20.07.2011, 13:33 Uhr

Tja ...!

Account gelöscht!

20.07.2011, 14:12 Uhr

Liebe Redaktion, da ist noch etwas.

Airbus hat einen Festauftrag - die Tinte ist trocken - jetzt fehlen nur noch die Fertigungskapazitäten, die Ingenieure, die Zusagen der Zulieferer über höhere Stückzahlen.

Boeing hat ein "agreement", "to be finalized..." - und das beinhaltet einen Flugzeugtyp, der innerhalb von ein paar Tagen spontan improvisiert worden mußte, der technisch nicht fest definiert und dessen Vertrieb vom Boeing-Board gar nicht freigegeben worden ist.

Und noch etwast: American Airlines hat Zusagen verschiedener Qualität über bis zu 925 Flugzeuge der "Single Aisle"-Klasse erteilt - zur Ablösung veralteter Flugzeuge. Aber American hat gar keine 925 Flugzeuge. Es hat 622, und davon sind nur 502 "Single Aisle".

Was bedeutet das? Es bedeutet, daß der Auftrag an Airbus mit Optionen den Maximalbedarf inclusive etwas Wachstum bereits abdeckt, und Airbus ist fest bestellt. Anders ausgedrückt: wenn Boeing sein Ding nicht gebacken bekommt, Airbus aber den Aufwuchs von Kapazität demnächst zusagen kann, entschwebt die Bestellung an Boeing ins aeronautische Nirwana. Da paßt eine weitere Nachricht ins Bild: American hat vor ein paar Tagen ein Sell-and-Lease-Back über 35 Boeing 737 abgeschlossen, und das bedeutet, daß für den Verbleib dieser Maschinen in der AA-Flotte jetzt ein festes Enddatum definiert ist, und dieses Enddatum war in den Pressemitteilungen interessanterweise nicht aufzufinden! Nach dem Enddatum kommen dann mutmaßlich "NEOs" aus Hamburg.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×