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12.01.2005

17:40 Uhr

5000 Beschäftigte an Abfindung interessiert

Abfindungsskandal bei Opel droht

Um den geplanten Stellenabbau bei der GM-Tochter Opel zu realisieren sollen zahlreiche Mitarbeiter vorzeitig abgefunden werden. Mehr als 5000 Beschäftigte interessieren sich dafür und haben sich bereits beraten lassen. Doch genau dies könnte auch zu einem Problem werden.

Beim Schichtwechsel am Opel Werk in Bochum verlassen Mitarbeiter das Werksgelände. Foto: dpa

Beim Schichtwechsel am Opel Werk in Bochum verlassen Mitarbeiter das Werksgelände. Foto: dpa

HB RÜSSELSHEIM/BOCHUM. „Von heute an werden die Verträge unterschrieben“, sagte der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats Klaus Franz am Mittwoch in Rüsselsheim. Wie viele Beschäftigte tatsächlich bis Ende Januar mit einer Abfindung aus dem Unternehmen ausscheiden würden, könne man noch nicht sagen. In den deutschen Opelwerken sollen nach den Plänen 6500 Mitarbeiter freiwillig eine Abfindung annehmen.

Im Bochumer Werk haben nach Worten des Leiters der Personalkommission, Lothar Marquardt, bisher 2200 Mitarbeiter Interesse an Informationsgesprächen gezeigt. 900 seien schon beraten worden, knapp 200 hätten unterschrieben. Die Frist für die Vertragsunterzeichnung 31. Januar könne aber kaum eingehalten werden. Der Betriebsrat bemühe sich deshalb um eine Fristverlängerung.

Kommen die 2900 Beschäftigten in Bochum nicht zusammen, droht den Opelanern eine betriebsbedingte Kündigung. Dann werde nach Alter, Betriebszugehörigkeit und Familienstand entschieden. Dann würden also eher jüngere Beschäftigte entlassen, warnte Marquardt.

Nach Worten Marquardts droht nun ein Skandal um die angebotenen hohen Abfindungen. „Altgediente Beschäftigte mit hohen Abfindungsansprüchen, die sich für ein freiwilliges Ausscheiden interessiert haben, sind von der Personalabteilung in Bochum vertröstet worden“, sagte Marquardt. Hintergrund ist nach Auffassung des Betriebsrates ein zu geringes Budget für die Abfindungen. Weitere Freiwillige würden von den Abteilungen im Werk keine Freigabe bekommen, weil sie gebraucht würden. „Die Nerven liegen blank“, sagte Marquardt.

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