Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.03.2012

16:32 Uhr

70 Millionen Dollar

Adidas kauft US-Golfausrüster Adams

Adidas will für rund 70 Millionen Dollar den deutlich kleineren Konkurrent Adams Golf kaufen. Eine feste Vereinbarung sei bereits unterzeichnet worden. Adidas will damit seine Golf-Sparte in den USA stärken.

Adidas stärkt seine Golf-Sparte in den USA. ap

Adidas stärkt seine Golf-Sparte in den USA.

Adidas stärkt seine Golf-Sparte mit einer Übernahme in den USA. Für rund 70 Millionen Dollar (gut 50 Millionen Euro) solle der deutlich kleinere Konkurrent Adams Golf erworben werden, teilte der Sportartikel-Hersteller am Montag in Herzogenaurach mit. Dafür sei eine feste Vereinbarung unterzeichnet worden.

„Diese Akquisition zeigt unsere Entschlossenheit, in der Golfkategorie weiter zu wachsen“, sagte Adidas-Chef Herbert Hainer. Mit der Übernahme werde das Produktangebot erweitert. Während TaylorMade-Adidas auf jüngere Golfer und solche mit einem niedrigen bis mittleren Handicap spezialisiert ist, liegt der Adams-Fokus auf älteren und weiblichen Spielern. Angeboten werden Schläger für alle Leistungsstufen.

Die Adidas-Golfsparte kam 2011 auf einen Umsatz von über einer Milliarde Euro und ist damit Marktführer. Innerhalb der Adidas-Gruppe - der Branchenzweite nach Nike kommt insgesamt auf Erlöse von 13,3 Milliarden Euro - ist Golf einer der fünf größten Sport-Kategorien. Größer sind unter anderem die Bereiche Fußball, Laufen und Training. Adams Golf aus dem US-Bundesstaat Texas setzte 2011 umgerechnet 73 Millionen Euro um.

Für die Golf-Marke bezahlt Adidas pro Aktie 10,80 Dollar in bar. „Das bedeutet einen Aufschlag von circa 71 Prozent auf den Aktienkurs vor der Ankündigung von Adams Golf am 4. Januar 2012, dass das Unternehmen strategische Alternativen prüfe“, hieß es in einer Adidas-Mitteilung. Zuletzt lag der Kurs am Freitag bei 9,86 Dollar. Am Montag sprang er um fast neun Prozent auf 10,71 Dollar. Adidas-Aktien notierten dagegen kaum verändert bei 59,08 Euro.

Widerstand gegen die Übernahme ist nicht in Sicht: Adidas hat eigenen Angaben zufolge bereits eine Zusage von Anteilseignern, die rund 35 Prozent der Aktien kontrollieren. Ferner habe das Adams-Management der Transaktion zugestimmt. Bis Mitte 2012 soll das Projekt abgeschlossen sein.

Adidas will den Deal aus seinem Barbestand oder mit bestehenden Krediten finanzieren. Die Übernahme passt ins Bild: Finanzchef Robin Stalker hatte zuletzt gesagt, kein Interesse an größeren Zukäufen zu haben. Es solle vielmehr in das bestehende Geschäft investiert werden. Dabei sind auch kleinere Deals wie jetzt Adams Golf eine Option. Denn mit Mega-Projekten wie Reebok oder früher Salomon hat Adidas keine besonders guten Erfahrungen gemacht. Daher hatten kleinere Deals zuletzt schon Vorrang: So wurde im November die Outdoor-Marke Five Ten geschluckt. Im Golf-Bereich wurde Ende 2008 die US-Marke Ashworth übernommen.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×