Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.06.2013

16:47 Uhr

8 Euro im Monat

RWE erhöht Gaspreis in der Grundversorgung

Ab Oktober müssen sich Kunden des Energieriesen RWE auf eine höhere Gasrechnung einstellen – der Konzern schraubt seine Preise nach oben. Zuvor waren die Preise seit über einem Jahr konstant.

Deutschlands zweitgrößter Energiekonzern RWE erhöht seinen Gaspreis. picture alliance / dpadpa / picture alliance

Deutschlands zweitgrößter Energiekonzern RWE erhöht seinen Gaspreis.

Düsseldorf160.000 Gaskunden des Energiekonzerns RWE müssen ab Oktober tiefer in die Tasche greifen. Der Versorger kündigte am Montag eine Preiserhöhung in der Grundversorgung um rund 6,6 Prozent an. Bei einem Jahresverbrauch von 20.000 KWh ergäbe sich damit ein Mehrpreis von 8,23 Euro monatlich.

Betroffen seien Verbraucher in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz. RWE verwies auf seine Bezugskosten und die Netzgebühren, die seit Jahresbeginn gestiegen seien. Der Versorger habe die Preise zuvor seit über einem Jahr konstant gehalten.

Die Gasrechnung senken: So viel ist drin

Vergleich

Die Zahlen der Grundversorger in den 100 größten Städten werden verglichen mit den Daten alternativer Anbieter. Basis ist der Jahrespreis für einen Verbrauch von 20.000 kWh in einem Haushalt mit vier Personen. Dabei sind drei Varianten zu unterscheiden

-          Sparen mit empfehlenswerten Anbietern

-          Sparen mit Öko-Anbietern

-          Sparen mit Billiganbietern, bei denen manche Verbraucherrechte eingeschränkt sind – als Gegenleistung für einen sehr günstigen Preis.

Quelle: Check24

Grundversorger

Wer nie den Anbieter oder das Gasprodukt gewechselt hat, befindet sich in der Grundversorgung. Das übernimmt oft das örtlich Versorgungsunternehmen zu einem vergleichsweise hohen Preis. Grundversorger ist der Anbieter, der in einem Netzgebiet die meisten Haushalte versorgt.

Preise der Grundversorger

Die Spanne der Tarifpreise von Grundversorgern liegt in dem Beispielfall in den 100 größten Städten zwischen 1.929,75 € in Leipzig und 1.252,59 € in München. Die Spanne ist damit wesentlich größer als in der Grundversorgung mit Strom.  

Empfehlenswerte Alternativen

In diesem Vergleich werden Tarife mit Vorauskasse und/oder Kaution sowie Pakettarife, Erstjahresrabatte und Boni nicht mit berücksichtigt. Nur Tarife mit Preisgarantie sind enthalten, die Vertragslaufzeit beträgt maximal 12 Monate. Diese Bedingungen sind im Sinne des Verbrauchers, der flexibel bleiben möchte. Die Folge: Die Einsparungen halten sich in Grenzen, allerdings auch das Risiko, dass der Billiganbieter aus dem Markt ausscheidet und Verbraucher ihr Geld nicht wiedersehen.

Sparen

Bei empfehlenswerten Taifen können Kunden bei einem Wechsel im Schnitt im Vergleich zur Grundversorgung  331,11 € einsparen. Im Schnitt könnte ist damit eine Ersparnis von gut 20 Prozent möglich.

Spanne

Empfehlenswerte Tarife:
Ersparnis minimal: 137,04 €
Ersparnis maximal: 769,79 €
Die mögliche Ersparnis hängt stark von der Stadt oder der Region ab – und sie ist absolut betrachtet höher als bei Strom.

Billiganbieter

Im Preisvergleich positioniert sich fast durchweg Löwenzahn Energie als günstigster Anbieter. Dies ist eine Tochter der Flexstrom. Der Wechsel zu einem günstigeren Anbieter könne die Kosten abfedern, stellt die Stiftung Warentest fest. Doch oft seien die billigsten Anbieter auch die verbraucherunfreundlichsten. Zu Löwenzahn heißt es auf der Internetseite Stromanbieter-Test.de: „Die Geschäftspraktik sieht vor, den Kunden mit starken Rabatten anzuwerben und beispielsweise die Jahresabrechnung zu spät zu senden. Dadurch vergessen viele, fristgerecht zu kündigen und sind mehr oder weniger unfreiwillig das zweite, viel teurere Jahr auch noch Kunde.“  

Sparen mit Billiganbietern

durchschnittliche Ersparnis zur Gas-Grundversorgung: 855,76 €
Die Billiganbieter bringen durchschnittlich im ersten Jahr eine Ersparnis von mehr als 50 Prozent.

Spanne
Ersparnis minimal: 244,40 €
Ersparnis maximal: 1.241,86 €
Das Sparpotential ist von Stadt zu Stadt und Region zu Region sehr unterschiedlich – bei dem gleichen Anbieter. Bei Löwenzahn liegt die Preisdifferenz in den 100 größten Städten bei knapp 200 Euro im Jahr.

Öko-Anbieter

Hinter der Bezeichnung „Ökogas“ stecken ganz unterschiedliche Angebote. Einige Gasanbieter haben Ökogas-Tarife im Programm, bei denen die Kohlendioxid-Neutralität des gelieferten Erdgases garantiert wird. Der Gasversorger kauft durch den erhöhten Gaspreis Emissionszertifikate. Dadurch soll die Klima-Belastung ausgeglichen werden. Eine andere Variante ist die Unterstützung von Klimaprojekten in Ländern. Mitunter sind Öko-Tarife daher teurer als die Grundversorgung. Es gibt jedoch auch Gegenbeispiele.

Sparen mit Öko-Anbietern

die durchschnittliche Ersparnis zur Grundversorgung: 260,30 €
Damit erreichen Kunden einen Doppeleffekt: Sie kaufen mit gutem Gewissen Strom und sparen auch noch im Schnitt mehr als zehn Prozent. Allerdings sollten Kunden genau prüfen, was der jeweilige Anbieter für die Umwelt tut.

Spanne bei Öko-Gas
Ersparnis minimal: 65,23 €
Ersparnis maximal: 686,49 €

Mehr als die Hälfte der RWE-Kunden haben nach Angaben des Versorgers inzwischen Sonderverträge, die günstiger ausfallen können als die Grundversorgung. Der Anteil der Kunden mit dem Grundtarif liege bei 40 Prozent.

Der Konkurrent Eon will seine Gaspreise nach eigenen Angaben zumindest bis in den Oktober hinein stabil halten.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×