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06.01.2011

16:01 Uhr

A-Tec-Insolvenz

Mirko Kovats - Vom Aufsteiger zum Absteiger

VonStefan Menzel

Vergangenen Oktober hat es ihn erwischt: Mirko Kovats musste für seinen IndustriekonzernA-Tec die Insolvenz anmelden. Inzwischen ist klar, dass es das Wiener Vorzeige-Unternehmen mit einst drei Milliarden Euro Jahresumsatz und knapp 12 000 Beschäftigten bald nicht mehr geben wird. Eine Zerschlagung wird immer wahrscheinlicher.

Mirko Kovats: Der Unternehmer steckt in Schwierigkeiten. Reuters

Mirko Kovats: Der Unternehmer steckt in Schwierigkeiten.

WIEN. Stolz hält Mirko Kovats sein erstes Buch in die Kameras. "Die Sowjets hatten Recht", so lautet der Titel des Erstlingswerks von Österreichs bekanntestem Unternehmer. Darin prognostiziert er seiner Heimat die Pleite, wenn die Regierung in Wien nicht bald auf Sparkurs umschwenkt. Das war im September.

Im Oktober war der österreichische Staat immer noch nicht im Konkurs, doch dafür hatte es Mirko Kovats selbst erwischt. Der 62-jährige Unternehmer musste für seinen A-Tec-Konzern die Insolvenz anmelden. Anleihegläubiger hatten ihr Geld zurückgefordert, doch Kovats konnte nicht zahlen. Österreichs große Banken waren auch nicht mehr bereit, Kovats zu helfen.

Inzwischen ist klar, dass es den Wiener A-Tec-Konzern mit einstmals drei Milliarden Euro Jahresumsatz und knapp 12 000 Beschäftigten bald nicht mehr geben wird. Die ersten Teile der A-Tec-Gruppe sind bereits verkauft. Vor Weihnachten haben die Gläubiger noch einmal einem Zahlungsmoratorium zugestimmt.

Vorwürfe gegen Kovats

Der vom Gericht eingesetzte Sanierungsverwalter Matthias Schmidt hat bis zum Sommer Zeit bekommen, nach einem rettenden Investor für die A-Tec-Gruppe zu suchen. Doch die Aussichten dafür sind schlecht. Österreichs oberster Anlegerschützer Wilhelm Rasinger hält es für unwahrscheinlich, dass die Gruppe als Ganzes verkauft werden kann. Kovats habe zu lange Geld abgezogen, um es in "nett umschriebene" spekulative Projekte zu stecken, lautet der Vorwurf des Anlegerschützers.

Mirko Kovats war einstmals der am meisten gefeierte Unternehmer in Österreich. Schritt für Schritt hat er seine Unternehmensgruppe durch Zukäufe erweitert, gerade auch in Deutschland. Der in Mönchengladbach beheimatete Maschinenbauer Dörries Scharmann gehört beispielsweise dazu. Die Anleger waren von Kovats Strategie angetan, von Österreich aus einen neuen Maschinen- und Anlagenbau-Konzern zu schaffen. Auch auf Rohstoffe hat Kovats gesetzt, zur Gruppe gehört Österreichs einziger Kupferproduzent. Nach dem Börsengang vor vier Jahren war die Aktie nur im Steigflug, im Sommer 2007 notierte sie mit etwa 48 Euro auf ihrem Höhepunkt. Heute ist das A-Tec-Papier an der Wiener Börse nicht einmal mehr drei Euro wert.

Kommentare (2)

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re_nurb

07.01.2011, 10:58 Uhr

auch bei den diskotheken hat MK seinerzeit seine managementfähigkeiten schon unter beweis gestellt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Mirko_Kovats

Account gelöscht!

06.03.2011, 17:23 Uhr

Wenn man so etwas liest bekommt man Zornausbrüche. Ein Unternehmer kann so einfach in Konkurs gehe. Hat unzählige Millionen in einer Stiftung,lebt in einem Wiener Kapitalistenviertel und kann weiterhin sehr gut leben. Und wer ist schuld? Die Gesetzte und somit die Regierung die solche Sachen zulässt. Warum kein Zugriff auf die Stiftung, warum wird nicht mehr kontrolliert damit ein Unternehmen solche Schuldenberge nicht anhäufen kann.
Die Geschäfte werden wahrscheinlich so undurchsichtig geführt dass eine Aufklärung Jahre dauert, und solche Unternehmer ungeschoren bleiben......

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