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27.06.2014

14:10 Uhr

A330

Airbus und Rolls-Royce bauen Kooperation aus

Airbus und Rolls-Royce vertiefen einem Insider zufolge ihre Zusammenarbeit im Kampf um Aufträge für Großraumjets. Die Aktien beider Unternehmen reagieren mit Sprüngen. Verlierer der Vereinbarung wäre General Electric.

Der Airbus A330: Der A330 wurde vor 20 Jahren in Dienst gestellt und ist der Großraumjet, mit dem Airbus im Verhältnis die höchsten Gewinne erzielt. dpa

Der Airbus A330: Der A330 wurde vor 20 Jahren in Dienst gestellt und ist der Großraumjet, mit dem Airbus im Verhältnis die höchsten Gewinne erzielt.

ParisIm transatlantischen Wettbewerb um Aufträge für Großraumjets vertiefen Airbus und Rolls-Royce ihre Zusammenarbeit. Der europäische Flugzeugbauer werde eine überarbeitete Version seines Fliegers A330 ausschließlich mit Triebwerken des englischen Konzerns anbieten, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Die Aktien der beiden Unternehmen reagierten darauf am Freitag mit Gewinnen.

Den Insidern zufolge ist der amerikanische Rolls-Royce-Konkurrent General Electric beim überarbeiteten A330neo nicht mehr im Rennen. Der neue Flieger solle mit Hilfe neuer Flügelspitzen 14 bis 15 Prozent weniger Sprit verbrauchen. Der Airbus-Verwaltungsrat müsse aber noch die Starterlaubnis für das A330neo-Projekt geben.

Vertreter des deutsch-französischen Konzerns dürften sich in den kommenden Tagen kurz vor der Luftfahrtmesse in Farnborough bei London treffen. Die Schau, die vom 14. bis 20. Juli veranstaltet wird, ist eines der wichtigsten Branchentreffen, das oft für die Präsentation neuer Modelle genutzt wird. Ob dies auch den A330neo betrifft, ist unklar. In der Regel wartet Airbus auch auf Bestellungen.

Das sind die besten Airbus-Kunden

Platz 10 – Emirates

Die Bestellung von Emirates ließ zum Ende des Jahres das Herz der Airbus-Verantwortlichen schneller schlagen. Denn die Araber orderten 50 Stück des Riesenfliegers A380, der im ganzen Jahr noch nicht verkauft worden war.

Rangliste nach Anzahl der bestellten Maschinen 2013, Quelle: Airbus

Platz 9 – Viva-Aerobus

Bei der mexikanischen Billig-Airline hat Airbus Konkurrent Boeing ausgestochen. Das Unternehmen will bis 2016 ihre komplette Boeing-Flotte gegen europäische Jets austauschen. Im Oktober bestellte Viva-Aerobus daher 40 Stück des A320neo und ein Dutzend herkömmliche A320 bei Airbus.

Platz 8 – Vueling

Der Billigflieger bereitet der British Airways- und Iberia-Mutter IAG viel Freude. Das Geschäft läuft gut, darauf lassen nicht zuletzt die Bestellungen schließen. 62 Mittelstreckenflieger A320 orderte IAG für Vueling, die sich ungefähr zur Hälfte auf Jets der herkömmlichen und der neuen Neo-Bauart aufteilen.

Platz 7 – ILFC

Das Flugzeug-Leasing-Unternehmen ILFC findet sich ebenfalls in der Top Ten der besten Airbus-Kunden. Die US-Gesellschaft aus Kalifornien bestellte bei den Europäern im Jahr 2013 50 Stück des Mittelstreckenjets A320neo und 15 A321.

Platz 5 – Turkish Airlines

Turkish Airlines erteilte den größten Auftrag seiner Geschichte – an Airbus. Insgesamt orderte die Gesellschaft 87 Flugzeuge: 53 Maschinen des A321neo, 25 herkömmliche A321, vier A320neo und fünf A330-300.

Platz 5 – Etihad

Die Golf-Airlines bestellten 2013 was das Zeug hält. Bei Airbus orderte Etihad insgesamt 87 Maschinen. Von den Mittelstreckenjets bestellten die Araber 26 Stück des A321neo und zehn A320neo. Mit 50 Maschinen des neuen A350 XWB will Etihad demnächst die Langstrecke bedienen. Dazu orderte die Fluggesellschaft eine A330-200F.

Platz 4 – Lufthansa

Die Deutsche Lufthansa teilte die größte Bestellung ihrer Unternehmensgeschichte auf und bestellte Flugzeuge bei Airbus und Boeing. Der europäische Luftfahrtkonzern konnte sich über die Order von 25 Langstreckenjets des Typs A350-900 freuen, die ab 2014 ältere A340-300 ablösen sollen. Zuvor hatte die Lufthansa bereits 100 Mittelstreckenflieger bestellt – 30 herkömmliche A320, 35 A320neo und 35 A321neo.

Platz 3 – American Airlines

Im Dezember 2013 schlossen sich American Airlines und US Airways nach langem hin und her zur neuen American Airlines zusammen. Anfang des Jahres hatte die alte American schon neue Airbus-Maschinen bestellt. 130 Mittelstreckenjets A321 sollen die fusionierte Fluggesellschaft in eine bessere Zukunft fliegen.

Platz 2 – Easyjet

Der Billigflieger rüstet auf: Easyjet orderte bei Airbus 144 Flugzeuge. Ausschließlich der Mittelstreckenjet A320 steht auf der Bestellliste. Mit den Maschinen verschiedener Baureihen will Easyjet Platzhirsch Ryanair weiterhin Druck machen.

Platz 1 – Lion Air

Mit der indonesischen Fluggesellschaft konnte Airbus im Jahr 2013 einen neuen Kunden hinzugewinnen. Und Lion Air schlug gleich richtig kräftig zu. Dir Airline bestellte insgesamt 234 Maschinen: 60 Stück des herkömmlichen Airbus A320, 109 A320neo und 65 Maschinen des A321neo. Lion Air wurde erst im Jahr 2000 gegründet und bedient insbesondere Ziele innerhalb der Insel-Nation Indonesien.

Rolls-Royce erklärte, man wisse von einer Entscheidung über den A330 nichts. GE bekräftigte sein Angebot, den neuen Jet mit dem modernen Triebwerk Genx ausstatten zu wollen.

Der A330 wurde vor 20 Jahren in Dienst gestellt und ist der Großraumjet, mit dem Airbus im Verhältnis die höchsten Gewinne erzielt. Eigentlich wurde erwartet, dass die Maschine von leichteren Modellen wie dem Airbus A350 oder der 787 Dreamliner von Boeing verdrängt wird. Aber auch wegen der Verzögerungen der 787 ist das Interesse von Kunden nach wie vor groß. Während der US-Konzern nun die 787-Bestellungen abarbeitet, will Airbus dem A330 neues Leben einhauchen.

Die 787 wird Kunden sowohl mit Triebwerken von GE als auch von Rolls Royce angeboten. Experten gehen davon aus, dass der US-Triebwerkhersteller nun Fluggesellschaften aggressiver umwerben wird, um Boeing im Wettbewerb mit dem A330neo zu helfen.

Investoren zeigten sich indes von der bevorstehenden Entscheidung über den A330 überzeugt: Aktien von Airbus und Rolls-Royce legten um etwa eineinhalb Prozent zu, während sich der Markt insgesamt kaum bewegte.

Von

rtr

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