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21.06.2013

17:23 Uhr

A350 überfliegt Le Bourget

Der heimliche Star von Paris – und seine Zulieferer

VonTobias Döring

Großer Auftritt auf der Luftfahrtmesse von Paris: Der neue A350 hat Le Bourget überflogen. Nicht nur ein Prestigeerfolg für Airbus, sondern auch für zahlreiche Zulieferbetriebe. Sie wollen jetzt vom A350 profitieren.

Der A350 bei seinem Showflug in Le Bourget. dpa

Der A350 bei seinem Showflug in Le Bourget.

ParisDer heimliche Star der weltgrößten Luftfahrtausstellung gab sich die Ehre: Der neue Airbus A350 hat am Freitagmittag das Messegelände von Le Bourget überflogen. Der Himmel über Paris war trüb, doch die dunklen Gewitterwolken taten der Begeisterung der Luftfahrtfans keinen Abbruch. Mit ihnen strahlten die Flugzeugkonstrukteure der EADS-Tochter Airbus, deren neue Langstreckenmaschine erst vor einer Woche zum Jungfernflug abgehoben war.

Mit ihnen freuen sich aber auch zahlreiche Zulieferer, die ihren Teil zum neuen A350 XWB (für „Extra Wide Body“) beigetragen haben. So wie der Turbinenhersteller Rolls-Royce . Die Briten haben für den neuen Langstreckenflieger exklusiv die Trent XWB genannten Triebwerke konstruiert – und sind auch exklusiver Lieferant für die A350-Modelle von Airbus.

Am Erfolg den das Flugzeug verspricht, ist nun auch Rolls-Royce beteiligt. Bis Ende Mai lagen Airbus bereits 613 Festbestellungen von 33 Airlines und Leasinggesellschaften aus aller Welt vor. Auf der Pariser Luftfahrtschau ließ sich sogar Air France-KLM endgültig für den A350 gewinnen. Die französisch-niederländische Fluggesellschaft bestellte 25 Maschinen der mittelgroßen Version A350-900 und sicherte sich die Option auf 25 weitere.

Mit der A350 XWB werde man auch künftig eine der modernsten Flotten der Welt betreiben, beglückwünschte sich der neue Chef Alexandre de Juniac am Mittwoch selbst, der das Zepter bei Air France-KLM am 1. Juli offiziell übernimmt. „Zugleich werden wir erhebliche Kosteneinsparungen erzielen“, ließ de Juniac mitteilen. Airbus verspricht beim A350 eine Treibstoffersparnis von einem Viertel im Vergleich zu aktuellen Langstreckenmaschinen. Auch dank der Triebwerke: Für Jacqui Sutton, Vizepräsidentin des Rolls-Royce-Kundengeschäfts, sind die Trent XWB die aktuell effizientesten Flugzeugantriebe.

Das Argument überzeugte am Ende auch Air France-KLM. Dafür sprang die Airline über ihren Schatten: Denn Air France-KLM war wegen unterschiedlicher Vorstellungen über die Lieferung der Triebwerke zunächst mit Rolls-Royce aneinandergeraten. Der Deal stand auf der Kippe. Am Mittwoch schließlich einigten sich beide Unternehmen doch auf einen Vorvertrag.

Das bringt Rolls-Royce nach eigenen Angaben Einnahmen von 1,1 Milliarden Dollar nach Listenpreis, abzüglich Rabatten. Und einen Prestigeerfolg: Bisher sind die Maschinen von Air France-KLM traditionell mit Triebwerken des US-Rivalen General Electric (GE) unterwegs. Rolls-Royce frohlockt deshalb. „Es gibt einen Markt für über 1000 der A350 mehr über den gesamten Produktionszeitraum“, sagte Managerin Sutton Handelsblatt Online. „Wir erwarten, dass wir Kunden der Triebwerke für Jahrzehnte unterstützen werden.“

Kommentare (7)

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Felix

21.06.2013, 21:20 Uhr

Zum 1234567. mal, die runden Dinger, die bei Flugzeugen unter den Flügen hängen sind keine Turbinen! Triebwerk ist nicht gleich Turbine. In jedem Triebwerk ist eine Turbine verbaut, das ist richtig, es ist aber nur eine von 5 Hauptkomponenten!

Der_Techniker

21.06.2013, 23:33 Uhr

... und den Begriff "Triebwerk" werden sie sicher im nächsten Autotest lesen, wenn von einem normalen Kolbenmotor (ohne den Rest des Antriebstrangs) die Rede ist :).
Sicherlich alles 200 Stundenkilometer schnell.

Gutes Wochenende!

Account gelöscht!

22.06.2013, 00:06 Uhr

RR-Triebwerke für den A350 für "1,1 Millionen Dollar nach Listenpreis, abzüglich Rabatten"? War das für ein Triebwerk, oder für die ganze neue AF-Flotte?

Ich habe soeben nach London gefaxt und auch ein paar bestellt, unter dem Vorbehalt "if Handelsblatt reported correctly...".


+++ Antwort der Redaktion +++

Sehr geehrter Herr Ermecke,

vielen Dank für Ihren Hinweis. Es muss natürlich „1,1 Milliarden“ heißen. Der Fehler wurde korrigiert.

Mit freundlichen Grüßen

die Redaktion

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