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12.01.2010

12:54 Uhr

A400M

Airbus läuft die Zeit davon

VonHolger Alich

Überschattet vom Streit um den um Jahre verspäteten Militärtransporter A400M hat der Airbus-Mutterkonzern EADS heute seine vorläufigen Zahlen für das Jahr 2009 vorgelegt. Darin werden die Probleme deutlich: Die Luftfahrt-Krise und ein starker Dollar. Als Folge verzeichnete der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern einen deutlichen Umsatzrückgang.

Streitobjekt A400M: "Ganz klar war 2009 kein einfaches Jahr". dpa

Streitobjekt A400M: "Ganz klar war 2009 kein einfaches Jahr".

SEVILLA. Das Management von EADS und Airbus drängt die Kundenstaaten für das Militärtransport-Flugzeug A400M darauf, eine Entscheidung zur Verteilung der Mehrkosten zu treffen. EADS will das Vertragsmoratorium nicht noch einmal über den 31. Januar hinaus verlängern. „Bis jetzt gibt es keine echten Verhandlungen dazu, ich appelliere an die Regierungen, schnell zu handeln“, sagte Gallois auf der Jahrespressekonferenz in Sevilla.

Airbus-Chef Enders bekräftigte, Airbus das Programm abbrechen muss, sollte kein Kompromiss gefunden werden. „Andernfalls stellt das A400M-Programm eine Bedrohung für das gesamte Unternehmen dar“, warnte Enders. Am Donnerstag treffen sich die Verteidigungs-Staatssekretäre der sieben Kundenstaaten, um über die A400M zu verhandeln.

EADS und Tochter Airbus zanken sich seit Monaten öffentlich darum, wer wie viel der Mehrkosten für das neue Militärflugzeug tragen muss. Der ursprüngliche Vertrag sieht die Lieferung für 180 Flugzeuge zum Festpreis von 20 Mrd. Euro vor. Laut Airbuskreisen belaufen sich indes die gesamten Zusatzkosten mittlerweile auf elf Mrd. Euro.

7,4 Mrd. Euro umfassen bekannte Mehrkosten. Von diesem Betrag hat EADS bereits 2,4 Mrd. Euro in der Bilanz zurückgestellt, solche Rückstellungen mindern den Gewinn. Hinzu kommt ein Betrag von 3,6 Mrd. Euro, der die weiteren Entwicklungsrisiken des Flugzeugs abdecken soll. Airbus schlägt laut Industriekreisen vor, die weiteren Entwicklungsrisiken auf sich zu nehmen. Daher dreht sich der Streit um die verbleibenden Zusatzkosten von 7,4 Mrd. Euro. Airbus will davon maximal die Hälfte übernehmen.

Airbus sieht in dem Abkommen mit den britischen Kunden einen Modellcharakter. Im Sommer hatte die britische Regierung sich bereits mit Airbus de facto über eine Preissteigerung für das Flugzeug von 25 Prozent geeinigt. Denn die Briten sollen bis 2020 nur 19 Flieger statt 25 bekommen – zum gleichen Preis. Das Abkommen ruht indes, solange sich Airbus nicht mit allen sieben Staaten geeinigt hat.

Kommentare (1)

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Politiker

13.01.2010, 14:21 Uhr

Würde man die gesamte Führungsmannschaft sofort austauschen, ginge es Airbus besser. Warum läßt man nur die Versager weiter arbeiten und die Kundschaft erpressen?

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