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17.01.2010

13:55 Uhr

A400M

Politiker stellen EADS Milliarden in Aussicht

ExklusivEnde der Woche soll in Berlin ein neuer Versuch unternommen werden, den Bau des geplanten Militärtransporter-Flugzeuges A400M endgültig zu sichern. Nach zehnmonatigem Streit um die Finanzierung rückt eine Lösung näher. Die beteiligten Regierungen wollen mit dem Flugzeugbauer EADS erneut verhandeln.

Die Entwicklung des Transportflugzeugs A400M ist wesentlich teurer und zeitintensiver als erwartet. Quelle: dpa

Die Entwicklung des Transportflugzeugs A400M ist wesentlich teurer und zeitintensiver als erwartet.

BERLIN. Wie das Handelsblatt aus Regierungskreisen erfuhr, haben die sieben beteiligten europäischen Regierungen dazu das Unternehmen EADS eingeladen. Die Regierungen - darunter die deutsche - hatten erst in der vergangenen Woche betont, dass sie auf die Erfüllung des Vertrages aus dem Jahr 2003 bestehen, der die Lieferung von 180 Maschinen zum Fixpreis von 20 Milliarden Euro vorsieht. Als Kompromiss bieten sie nun an, auf bestimmte von den Militärs geforderte Flugeigenschaften zu verzichten.

Louis Gallois, Chef des Airbus-Konzerns EADS, begrüßte das Verhandlungsangebot der sieben Käuferstaaten als „sehr positives Zeichen“ und deutete Zugeständnisse an. „Wir sind bereit, konstruktiv an einer für alle Seiten akzeptablen Lösung zu arbeiten“, sagte Gallois der „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“.

Am vergangenen Donnerstag hatten die Kundenstaaten sich in London auf eine gemeinsame Position geeinigt. Man halte an dem Projekt fest, jedoch „nicht um jeden Preis“. Als Kompromiss bieten sie nun an, auf bestimmte von den Militärs geforderte Flugeigenschaften zu verzichten, wie das „Handelsblatt“ aus Regierungskreisen erfuhr. Dies könnte die Produktion des Airbus- Transportflugzeuges erheblich verbilligen. EADS hatte gewarnt, dass die Kosten bis zu elf Milliarden Euro über den bisherigen Planungen liegen könnten.

Paris dringt auf eine grundsätzliche Einigung bis zum NATO- Ministertreffen am 4. und 5. Februar in Istanbul. Frankreich, die Türkei und Großbritannien hatten angedeutet, dass sie einen Teil der Mehrkosten übernehmen würden.

EADS hat für die Mehrkosten 2,4 Milliarden Euro zurückgestellt und ist bereit, die auf 3,6 Milliarden geschätzten Zukunfts-Risiken zu tragen. Die Staaten sollen nach diesem Vorschlag 5,3 Milliarden Euro mehr für die Flugzeuge zahlen. Deutschland will 60 der 180 Flugzeuge. Die A400M sei „selbst zum höheren Preis noch günstiger, moderner und vielseitiger einsetzbar als die amerikanische Konkurrenz“, sagte Gallois. 40 000 Arbeitsplätze hingen daran.

Der Transporter sollte 2009 ausgeliefert werden, wird aber nun frühestens 2012 fertig. „Mit rund zehn Jahren liegen wir sogar noch gut in der Zeit“, sagte Gallois. Die Entwicklung der amerikanischen C17 hatte 14 Jahre gedauert. Als üblich werden zehn bis zwölf Jahre angesehen.

Kommentare (1)

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W. Fischer

17.01.2010, 17:24 Uhr

ich bin enttäuscht über unsere Politiker. Man bestellt 60 Flugzeuge zum Fix-Preis von 20 Milliarden Euro, man gibt vor was das Flugzeug können muß. Aber nun lese ich, wir verzichten auf bestimmte flugeigenschaften des Flugzeuges, wir machen Abstriche, aber wir zahlen den höheren Preis. Nun erklärt man uns, es wäre moderner als das Amerikanische Gegenstück. Weiter wird erklärt, mit einer Entwicklungszeit von 10Jahren wäre man besser als die USA mit 14Jahren, und zum Schluss, das alles entscheidende Argument, das immer bei Politikern zieht, es hängen 40 000 Arbeitsplätze an dem A400M, ich für meinen Teil halte dies für Erpressung von einem Unternehmen gegen über gewällten Regierungen / Volksvertretern, was für ein Hohn. Louis Gallois, Chef des Airbus-Konzerns EADS ist für diese Vertragsbrüche (Auslieferung - Datum, Erpressung von Regierungen) nicht mehr halt bar und muß seinen Chefsessel sofort räumen.
Danke

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