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29.09.2013

16:53 Uhr

Abbau von 15.000 Stellen

Arbeitnehmer „maßlos“ über Siemens-Sparkurs verärgert

Der neue Siemens-Chef Joe Kaeser verschärft den Sparkurs des Industriekonzerns. Insgesamt sollen 15.000 Stellen wegfallen, davon 5.000 in Deutschland. Die Arbeitnehmer wettern gegen ein „margengetriebenes Abbauprogramm“.

Sparprogramm

Siemens baut 15.000 Stellen ab

Sparprogramm: Siemens baut 15.000 Stellen ab

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MünchenKurz nach seinem Amtsantritt schafft Siemens-Chef Joe Kaeser Fakten: 15.000 Stellen fallen bei dem Technologiekonzern weg. Davon werden rund 5000 in Deutschland abgebaut, wie ein Konzernsprecher am Sonntag auf Anfrage sagte. Fast ein Jahr lang war die Belegschaft im Dunkeln über die letztendliche Zahl des aktuellen Stellenabbaus geblieben. Zuletzt war über etwa 10.000 Arbeitsplätze spekuliert worden.

Investoren und Analysten hatten bei Kaesers Inthronisierung schnell Klarheit über seine Ziele gefordert und beklagt, das noch von Kaesers Vorgänger Peter Löscher in Gang gesetzte, sechs Milliarden Euro schwere Sparprogramm laufe zu langsam. Kaeser müsse die Siemensianer überzeugen, dass der Konzern grundlegend umgebaut werden müsse, um mehr Gewinn einzufahren. Kaeser hatte versprochen, er wolle nach all den Querelen vor allem Ruhe in den Konzern bringen.

Für die Arbeitnehmerseite sprach am Sonntag Siemens-Gesamtbetriebsratschef Lothar Adler. Er sagte: „Den Arbeitnehmervertretern wurde nie eine Gesamtzahl über den Abbau bekanntgegeben, daher sind wir überrascht und maßlos verärgert.“ Nach wie vor lehne der Gesamtbetriebsrat ein „rein margengetriebenes Personalabbauprogramm ab“. Siemens brauche vielmehr ein nachhaltiges und zukunftsorientiertes Programm, bei dem der Mensch, und nicht die Marge im Mittelpunkt steht. „Das werden wir auch weiterhin in den Verhandlungen mit der Arbeitgeberseite einfordern. Die Auseinandersetzungen zu diesem Thema sind noch nicht beendet.“

Löscher hatte vom Aufsichtsrat Anfang August den Laufpass bekommen. Nach mehreren Gewinnwarnungen und einer Reihe von Misserfolgen wurde der Österreicher durch seinen Finanzvorstand ersetzt. Auch gegenüber den Arbeitnehmervertretern war Löscher abermals auf Konfrontationskurs gegangen, sie forderten eine neue Strategie und beklagten eine „kurzsichtige Portfolio-Politik“, bei der „allein die Marge im Mittelpunkt“ stehe. Bereits zu seinem Amtsantritt hatte Löscher vor sechs Jahren 17.000 Stellen seinen Renditevorstellungen geopfert.

Kommentare (29)

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bitschleuder

29.09.2013, 13:43 Uhr

Siemens- ein Opfer des Zombies "Enrgiewende"...

HB-Leser

29.09.2013, 14:06 Uhr

So wenig? Ich würde 30 000 entlassen, vorsorglich, dann braucht man nächstes Jahr nicht schon wieder Stellen abbauen! Ohne Kündigung bedeutet, die entsprechenden Mitarbeiter werden gezwungen freiwillig (unter Zwang) zu kündigen! Bei Weigerung wird alles unternommen, Kündigungsgründe zu suchen! Ganz tolles Unternehmen, mit jedem neuen Vorstand wird es schlimmer!

Juergen

29.09.2013, 14:34 Uhr

Wenn die guten Ideen nach China gehen, brauchen wir uns keine Gedanken machen dass wir diese neuen Produkte nicht kaufen können auch wenn SIEMENS sie nicht herstellen will.
Es wird uns vielleicht ein bisschen Kleingeld fehlen, aber möglicherweise lässt Dr. Merkel und Griechenland ein wenig übrig.
Wir haben ein Gewinnstreben ohne Gier-bremse, wir haben eine gnadenlose Lobby, wir haben Gangster als Banker und Lügner als Politiker, eigentlich kann uns nichts schlimmeres Passieren außer stupide Manager.

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