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25.07.2013

14:17 Uhr

Abfüllanlagenbauer

Krones peilt nach Gewinnsprung höhere Ziele an

Ob Ketchup, Softdrinks oder Bier: Abfüllanlagen aus der Oberpfalz sind weltweit im Einsatz und beliebter denn je: Für 2013 setzt das Unternehmen weiter auf Wachstum – auch ohne konjunkturellen Rückenwind.

Ein Mechaniker bei der Montage einer Getränke-Abfüllanlage im Krones-Werk in Neutraubling, Bayern: Höhere Marge für 2013 angepeilt. dpa

Ein Mechaniker bei der Montage einer Getränke-Abfüllanlage im Krones-Werk in Neutraubling, Bayern: Höhere Marge für 2013 angepeilt.

MünchenDer Abfüllanlagenbauer Krones setzt sich nach einem Gewinnsprung höhere Ziele für 2013. Dank Kostensenkungen, Ausbau des Servicegeschäfts und breiter internationaler Aufstellung soll künftig mehr Geld von jedem Euro Umsatz hängen bleiben. Wie Finanzchef Christoph Klenk der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag sagte, verlassen sich die Oberpfälzer auf die eigene Stärke statt auf konjunkturellen Rückenwind. „Wir sehen nicht, dass die Wirtschaft im zweiten Halbjahr anzieht.“

Beim Umsatz wird nach wie vor ein Plus von vier Prozent erwartet. Mit höheren Preisen sei nicht zu rechnen. Für Schub soll die weltgrößte Messe für Getränke und flüssige Lebensmittel im September sorgen.

Der Maschinenbauer, der Abfüllstraßen für Bier, Wasser, Softdrinks, Saucen oder Ketchup sowie ganze Brauereianlagen und Verpackungsmaschinen herstellt, will in diesem Jahr die Rendite vor Steuern auf 5,8 bis 6,0 Prozent steigern. Umgerechnet entspricht dies einem Gewinn vor Steuern (EBT) von rund 160 bis 166 Millionen Euro. Bei einer Steuerquote knapp über 30 Prozent dürfte das Nettoergebnis damit über 110 Millionen Euro liegen.

Deutschlands größte Getränkehersteller

Platz 10

PepsiCo - 9,75 Millionen Hektoliter

Während Pepsi dem großen roten Konkurrenten international die Stirn bieten kann – in Deutschland schafft es die Limo-Marke nur knapp in die Top 10. Zu den Marken des Konzerns gehören unter anderem Mountain Dew, 7 Up, Tropicana und der Energydrink Rockstar.
Quelle: Lebensmittelzeitung, Daten für 2012

Platz 9

Oettinger-Gruppe - 10,6 Millionen Hektoliter

Mit der Fokussierung auf billiges Bier ist die Oettinger-Gruppe zu einer der größten Brauereien des Landes aufgestiegen.

Platz 8

Riha Richard Hartinger - 11 Millionen Hektoliter

Riha ist Deutschlands größter Fruchtsafthersteller. Dazu zählt etwa die Marke Fruchtquell.

Platz 7

AB-Inbev - 12 Millionen Hektoliter

Die Brauerei-Gruppe steht für Marken wie Beck's und Hasseröder.

Platz 6

Radeberger - 13 Millionen Hektoliter

Die Brauerei gehört zum Oetker-Imperium und vertreibt ab 2015 Pepsi-Produkte in ganz Deutschland.

Platz 5

Bitburger- 14 Millionen Hektoliter

Die Brauerei aus der Eifel hat neben der Stammmarke etliche weitere Biermarken im Angebot wie König Pilsener oder Licher.

Platz 4

Schäff-Gruppe - 19 Millionen Hektoliter

Das Aldi-Mineralwasser Altmühltaler stammt von der Schäff-Gruppe ebenso wie zahlreiche andere Eigenmarken von Discountern.

Platz 3

Hansa-Heemann - 24 Millionen Hektoliter

Auch an Rang drei steht ein Produzent von Handelsmarken für Discounter.

Platz 2

Mitteldeutsche Erfrischungsgetränke MEG - 26,8 Millionen Hektoliter

Die 100-prozentige Tochter der Schwarz-Gruppe produziert alle Handelsmarken der konzerneigenen Supermarktketten Lidl und Kaufland und hat es damit innerhalb weniger Jahre an die Spitze der deutschen Getränkehersteller geschafft. Das Unternehmen aus Sachsen-Anhalt ist heute der größte Mineralwasserproduzent Deutschlands.

Platz 1

Coca-Cola - 36,5 Millionen Hektoliter

Der rote Riese regiert auch den Getränkemarkt in Deutschland mit deutlichem Abstand. Die Zentrale zog 2003 von Essen nach Berlin. Mit Fanta wurde eine der großen internationalen Marken des Konzerns von der deutschen Tochter erfunden.

Klenk zufolge hat die Ertragskraft im ersten Halbjahr stärker zugelegt als erwartet, weil sich die Verwendung von mehr gleichen Bauteilen zunehmend auszahle. So lasse sich schneller montieren und günstiger einkaufen. Die Tochter Kosme, die billigere Geräte und Anlagen anbietet und vor allem im krisengeschüttelten Europa tätig ist, sei bis November ausgelastet. Zudem konzentriere sich Krones auf profitablere Geschäfte. Serviceaufträge werfen generell gutes Geld ab.

Im zweiten Quartal kletterte das Ergebnis vor Steuern um fast 30 Prozent auf 40,8 Millionen Euro. Der Umsatz legte um mehr als acht Prozent auf 694 Millionen Euro zu. Die Rendite stieg damit auf 5,9 Prozent. Nach Aussage von Klenk ist Krones zwar nicht immun gegen die Krise in Europa, aber auf dem Heimatkontinent sei der Auftragseingang stabil.

Bei vielen Kunden handle es sich um multinationale Großkonzerne wie Pepsi, Coca-Cola oder Heineken, die auch in Krisenzeiten in neue Anlagen investierten. „Unsere Auslastung reicht bis Ende des Jahres“, sagte Klenk. Krones wachse in allen Teilen der Welt. Mehr als die Hälfte ihrer Geschäfte machen die Oberpfälzer in Schwellenländern. In den USA erwarte er, dass jahrelang aufgeschobene Investitionen jetzt nachgeholt würden.

Bei der Branchenmesse Drinktec im Spätsommer in München will Krones mit Innovationen punkten. Der Konzern, nach eigenen Angaben Weltmarktführer in der Getränkeabfülltechnik, erhofft sich Aufträge für ein neues Gerät, das Behälter für Saft oder Tee bereits sterilisiert, ehe sie zu großen Flaschen geblasen werden, oder für eine Digitaldruckmaschine, mit der man jede Flasche anders bedrucken kann.

Von

rtr

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