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20.12.2011

11:57 Uhr

Abgang Martin Rohr

Hochtief verliert weiteren Vorstand

Es werden immer weniger: Nach dem Ex-Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter und Finanzchef Burkhard Lohr geht nun ein weiterer Hochtief-Mann von Board - Martin Rohr, bislang zuständig für das Amerika-Geschäft.

Martin Rohr dpa

Martin Rohr

DüsseldorfDie Hochtief -Vorstandsmannschaft hat sich nach der Übernahme durch den Konkurrenten ACS nun komplett verändert: Der für das Flughafen- und Amerikageschäft des Bauriesen zuständige Martin Rohr warf am Dienstag das Handtuch. Rohr machte von einer lukrativen Klausel Gebrauch, die den Managern bei einem Eignerwechsel einen finanziell lukrativen Rückzug ermöglicht. Für die laufenden Verkaufsgespräche um die Hochtief-Flughafenbeteiligungen stelle der Abgang aber keinen Rückschlag dar, hieß es in Aufsichtsratskreisen des Essener Konzerns. Diese gingen weiter - und Hochtief wolle einen „vernünftigen Wert“ für die Beteiligungen heben, sagte ein Mitglied des Kontrollgremiums zu Reuters.

ACS hatte sich nach einer langen und vergeblichen Abwehrschlacht des Essener Konzerns im vergangenen Juni die Mehrheit an Hochtief gesichert. Die Übernahme wurde auch von zahlreichen Abgängen im Management begleitet: Im vergangenen März zog Vorstand Peter Noe sein Sonderkündigungsrecht. Laut Geschäftsbericht sichert die Klausel Vorständen mindestens zweieinhalb Jahresgehälter. Auch der damalige Vorstandschef Herbert Lütkestratkötter räumte mit der Hauptversammlung im Mai seinen Posten - ACS verdoppelte bei dem Aktionärstreffen die Zahl seiner Aufsichtsratsmandate. Neuer Hochtief-Chef wurde damals Vorstandsmitglied Frank Stieler. Im Oktober ging dann auch Finanzchef Burkhard Lohr - sein Nachfolger wurde Peter Sassenfeld. Sassenfeld gelang es dann in der vergangenen Woche, die Refinanzierung des Konzerns langfristig abzusichern - es ging um Kreditlinien im Umfang von zwei Milliarden Euro.

Der 56-jährige Rohr scheide „aus Gründen seiner persönlichen Lebensplanung“ aus, teilte Hochtief mit. Sassenfeld solle Rohrs Zuständigkeiten übernehmen, bis ein Nachfolger gefunden sei. Rohr sei der letzte Hochtief-Manager, der vom vertraglich vereinbarten Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen könne, teilte Hochtief weiter mit.

Kommentare (1)

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Oliver45

20.12.2011, 09:51 Uhr

Die spanische Übernahme von Hochtief ist ein Trauerspiel ersten Ranges in unserer Wirtschaft.

Wie konnte es der damalige Vorstand geschehen lassen, dass überhaupt eine feindliche Übernahme möglich wurde. Unternehmensvorstände deutscher Firmen sollte immer wieder drigend an Fälle wie Mannesmann oder nunmehr Hochtief erinnert werden, damit nicht weitere solcher feindlichen Übernahmen möglich sind.

Schade um Hochtief...

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