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02.12.2015

18:50 Uhr

Abgas-Skandal erfasst Bosch

US-Sammelklage gegen VW-Zulieferer

VW bereitet sich in den USA schon seit Wochen auf eine Lawine von Sammelklagen vor. Nun steht auch der Zulieferer Bosch im Fokus der Ermittler. Das Unternehmen soll beim Abgas-Betrug mitgeholfen haben.

Bosch wird verdächtigt, VW bereits vor Jahren über Bedenken bei den Komponenten informiert, dann aber trotzdem weiter Millionen davon angeboten zu haben. dpa

Bosch-Werk Hildesheim

Bosch wird verdächtigt, VW bereits vor Jahren über Bedenken bei den Komponenten informiert, dann aber trotzdem weiter Millionen davon angeboten zu haben.

New York/StuttgartIn der VW-Affäre um manipulierte Abgaswerte von Dieselautos gerät nun auch der Zulieferer Bosch unter Druck. In den USA ist der Stuttgarter Technikkonzern wegen angeblicher Komplizenschaft in dem Betrugsfall verklagt worden, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht.

Ein Bosch-Sprecher wollte zu den Vorwürfen am Mittwoch keinen Kommentar abgeben und verwies lediglich auf ein Statement vom 24. September. Darin weist das Unternehmen eine Verantwortung von sich.

Bereits am Montag wurde beim Bezirksgericht in Detroit eine Sammelklage eingereicht, die Bosch neben dem VW-Konzern, dessen Ex-Vorstandschef Martin Winterkorn und dem aktuellen US-Chef Michael Horn als Beklagte aufführt. Bosch wird beschuldigt, im Abgas-Skandal Teil einer „Verschwörung“ gewesen zu sein. Der Betrug sei durch den Zulieferer, von dem die nötige Software stamme, gefördert und begünstigt worden, heißt es in der 56-seitigen Anklageschrift.

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Bosch hatte in seiner früheren Stellungnahme vom September erklärt, als Zulieferer lediglich Komponenten nach den speziellen Anforderungen der Kunden bereitzustellen. Was dann damit geschehe, liege in der Verantwortung der Autobauer. Kurz zuvor hatte VW die Manipulation von Abgas-Messwerten durch eine spezielle Betrugs-Software („Defeat Device“) nach entsprechenden Vorwürfen der US-Umweltbehörde EPA eingeräumt. Die Wolfsburger hatten zugegeben, dass weltweit mindestens elf Millionen Autos betroffen sind.

Bosch wird verdächtigt, VW bereits vor Jahren über Bedenken bei den Komponenten informiert, dann aber trotzdem weiter Millionen davon angeboten zu haben. „Anstatt sich zu weigern, Volkswagen weiter mit „Defeat Devices“ zu beliefern, von denen Bosch wusste, dass sie kriminellen Betrug ermöglichen würden, entschied sich Bosch, vom Betrug zu profitieren“, heißt es in der Klage. Ende September hatte die „Bild am Sonntag“ über ein Schreiben berichtet, in dem Bosch VW 2007 vor einer illegalen Verwendung der Technik gewarnt haben soll.

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