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19.12.2016

16:51 Uhr

Abgas-Skandal in den USA

Bosch will in Vergleich offenbar 300 Millionen Dollar zahlen

Nicht nur VW, auch Zulieferer Bosch steht in den USA wegen des Abgas-Skandals im Visier der Behörden. Offenbar will der Konzern Klagen mit einem Vergleich abwenden – und dafür mehrere Hundert Millionen Dollar zahlen.

Bosch hatte Volkswagen die Software geliefert, mit der der Konzern die Abgaswerte im Teststand manipulierte. Mit einem Vergleich will der Konzern Klagen abwenden. dpa

VW und Bosch

Bosch hatte Volkswagen die Software geliefert, mit der der Konzern die Abgaswerte im Teststand manipulierte. Mit einem Vergleich will der Konzern Klagen abwenden.

WashingtonDer Autozulieferer Bosch will Klagen wegen einer möglichen Verwicklung in den VW -Abgasskandal in den USA mit einem außergerichtlichen Vergleich aus der Welt schaffen. Dazu sei das Unternehmen zur Zahlung von mehr als 300 Millionen Dollar bereit, sagte eine mit den Beratungen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Montag.

Bosch hatte Volkswagen die Software geliefert, die in Dieselfahrzeugen des Wolfsburger Autobauers so manipuliert wurde, dass die Autos nur auf dem Prüfstand die Stickoxid-Grenzwerte einhielten. Der Zulieferer hat stets betont, nicht manipuliert zu haben. Doch die klagenden Anwälte werfen dem Unternehmen aus Stuttgart vor, von der Abgasmanipulation gewusst und aktiv daran beteiligt gewesen zu sein. Bosch wollte sich nicht äußern.

Bosch im Überblick

Großkonzern aus Stuttgart

Der schwäbische Technologiekonzern Bosch ist mit weltweit 390.000 Mitarbeitern eines der größten deutschen Unternehmen. 134.000 davon arbeiten in Deutschland.

Milliardenumsatz

Der Gesamtumsatz lag 2016 bei rund 73 Milliarden Euro, etwa 44 Milliarden Euro entfallen auf den Automobilbereich. Gemessen am Umsatz ist Bosch derzeit der größte Zulieferer weltweit, gefolgt von Continental.

Dieselskandal belastet

Trotz eines Umsatzzuwachses um 5,5 Prozent auf rund 73 Milliarden Euro sank 2016 das um Sonderfaktoren bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um etwa 6,5 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro. Unbereinigt brach das Ebit um 28 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro ein. Denn neben Abschreibungen auf übernommene Firmen schlugen Rechtskosten im Zusammenhang mit dem Dieselskandal von Volkswagen in den USA und das noch laufende EU-Kartellverfahren zu Buche.

Abseits der Börse

An der Börse ist Bosch nicht, vielmehr basiert das Firmenkonstrukt auf einem Stiftungsmodell. Die Robert-Bosch-Stiftung hält gut 90 Prozent der Anteile an der Konzernmutter Robert Bosch GmbH. Die GmbH wiederum hat Hunderte Tochterfirmen, darunter auch den Hausgerätehersteller BSH.

Heimatverbunden

Konzernchef ist Volkmar Denner, Sitz des Unternehmens ist Gerlingen bei Stuttgart. In Stuttgart selbst sind zahlreiche Bosch-Standorte und auch das alte Wohnhaus von Firmengründer Robert Bosch. Das Haus dient heute als Sitz der Bosch-Stiftung, der Konzern nutzt es für repräsentative Zwecke.

Von

rtr

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