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23.01.2016

01:37 Uhr

Abgasskandal bei Volkswagen

Ermittlungen deuten auf viele Mitwisser bei VW hin

Von den Abgas-Manipulationen bei Volkswagen könnten Medienberichten zufolge mehr Manager und Mitarbeiter des Wolfsburger Konzerns gewusst haben, als bislang angenommen.

für VW. Angeblich sollen viele Manager von Abgas-Manipulationen gewusst haben. dpa

Frostige Zeiten

für VW. Angeblich sollen viele Manager von Abgas-Manipulationen gewusst haben.

New YorkVon den Abgas-Manipulationen bei Volkswagen könnten Medienberichten zufolge mehr Manager und Mitarbeiter des Wolfsburger Konzerns gewusst haben, als bislang angenommen. Interne Befragungen bei VW hätten ergeben, dass nahezu alle mit Abgas-Problemen befassten Führungskräfte in der Motoren-Entwicklung eingeweiht oder sogar beteiligt gewesen seien, berichten „Süddeutsche Zeitung“, NDR und WDR unter Berufung auf eigene Recherchen.

Die Medien berichten von einer Art Kronzeugen, gegen den selbst ermittelt wird. „Ein langjähriger, bedeutender Mitarbeiter in der Motorenentwicklung hat in den vergangenen Monaten ausgepackt“, heißt es in einem Artikel der „Süddeutschen Zeitung“. Er soll geschildert haben, wie es zu den Manipulationen kam, „und wer alles davon gewusst haben soll“, bis hinauf in die Vorstandsetagen.

CO2-Schummeleien bei VW: Wer prüfte wen?

VW

TÜV Nord GmbH, Deutschland

Porsche

TÜV Nord GmbH, Deutschland (Abgas) und Luxemburg (Gesamtfahrzeug)

Audi

ATE EL s.a.r.l., Luxemburg

Seat

INTA, Madrid und IDIADA, Madrid, Spanien

Skoda

TÜV Süd Autoservice GmbH und Vehicle Certification Agency, Bristol, Großbritannien

Der Kronzeuge soll 2011 auch den späteren VW-Markenvorstand Heinz Jakob Neusser auf die Manipulationen der Diesel-Motoren aufmerksam gemacht haben. Dieser habe jedoch nicht darauf reagiert. Weltweit sind laut Volkswagen elf Millionen Dieselfahrzeuge betroffen. Der Konzern hatte zugegeben, Manipulationssoftware einzusetzen, mit der die Autos nur bei Tests im Labor die Abgasnormen erfüllen.

Der Bericht dürfte auch in den USA auf großes Interesse stoßen. Ermittler treibt schon länger die Frage um, wer von dem Einsatz der sogenannten „Defeat Devices“ wusste. Zuletzt hatte sich der Generalstaatsanwalt des Bundesstaats Connecticut, George Jepsen, beschwert, dass VW den US-Behörden den Zugang zu wichtigen Informationen in dieser Frage verweigere und sich auf deutsches Datenschutzrecht beziehe. Je mehr VW-Mitarbeiter eingeweiht waren und je höher deren Rang, desto höher können auch die Strafen ausfallen, so die Kalkulation der Amerikaner.

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Interviewpannen, falsche Ankündigungen, abgelesene Entschuldigungsformeln: Volkswagen-Chef Matthias Müller macht in der Aufarbeitung der Dieselaffäre keine glückliche Figur. Bei Ermittlern und Aufsichtsräten wächst die Kritik.

Ein VW-Sprecher sagte, es handele sich um Spekulationen, zu denen sich das Unternehmen nicht äußere. Der Konzern hat angekündigt, zur Hauptversammlung am 21. April einen Überblick über den Stand der Ergebnisse zu liefern.

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