Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.02.2016

19:58 Uhr

Abgasskandal

Daimler wird Einsatz von Abschalteinrichtung vorgeworfen

Nach dem Abgasskandal bei VW hatte die Deutsche Umwelthilfe auch Daimler ins Visier genommen. Nun wirft sie dem Autobauer erneut den Einsatz einer Abschalteinrichtung vor. Das Unternehmen gibt sich gelassen.

Daimler soll in einem Diesel-Fahrzeug der C-Klasse eine Abschalteinrichtung einsetzen. dpa

C-Klasse

Daimler soll in einem Diesel-Fahrzeug der C-Klasse eine Abschalteinrichtung einsetzen.

StuttgartDie Deutsche Umwelthilfe (DUH) wirft Daimler erneut den Einsatz einer Abschalteinrichtung in einem Diesel-Fahrzeug der C-Klasse vor. Das ergibt sich der DUH zufolge aus einem Satz in einer internen Information des Unternehmens an seine Mitarbeiter zu Diesel-Abgasen. „Es finden Anpassungen an die jeweiligen Betriebsbedingungen statt, die den Wirkungsgrad beeinflussen“, zitierte der Umweltverband am Mittwoch eine Erklärung von Daimler zu Vorwürfen der DUH, Messungen des niederländischen Prüfinstituts TNO hätten bei niedriger Außentemperatur verdächtig hohe Stickoxid-Emissionen ergeben. „Damit gibt Daimler vollumfänglich zu, eine Abschalteinrichtung zu verwenden“, schlussfolgerte die DUH daraus. Es gehe nur noch um die Frage, ob es sich um eine nach EU-Verordnung erlaubte oder verbotene Abschalteinrichtung handele.

Die DUH hatte vor dem Hintergrund des Abgasskandals bei Volkswagen mehrfach nicht nur bei Mercedes, sondern auch bei Modellen von Renault, Opel und BMW überhöhte Diesel-Abgaswerte im Straßenbetrieb angeprangert. Die Autobauer verwahrten sich dagegen, Abgaswerte zu manipulieren. Volkswagen hatte auf Druck der US-Umweltbehörden die illegale Manipulation bei elf Millionen Fahrzeugen weltweit zugegeben. Ein Daimler-Sprecher sagte zur erneuten Kritik der DUH: „Wir sehen den Vorwürfen gelassen entgegen. Sie entbehren fachlich und rechtlich jeder Grundlage.“ Die Steuerung der Abgasnachbehandlung, die in der Mitteilung an die Mitarbeiter wie zuvor auch schon öffentlich erklärt worden sei, ist dem Sprecher zufolge eine technische Notwendigkeit, die gesetzlich erlaubt sei.

CO2-Schummeleien bei VW: Wer prüfte wen?

VW

TÜV Nord GmbH, Deutschland

Porsche

TÜV Nord GmbH, Deutschland (Abgas) und Luxemburg (Gesamtfahrzeug)

Audi

ATE EL s.a.r.l., Luxemburg

Seat

INTA, Madrid und IDIADA, Madrid, Spanien

Skoda

TÜV Süd Autoservice GmbH und Vehicle Certification Agency, Bristol, Großbritannien

Der Umweltverband fordert Fahrverbote für Diesel-Pkw angesichts hoher Feinstaubbelastung, die gerade in Daimlers Heimatstadt Stuttgart kürzlich einen Aufruf der Stadtverwaltung zum Verzicht aufs Autofahren ausgelöst hatte. Die Autoindustrie kämpft dagegen um das Image von Dieselmotoren, die mit moderner Filtertechnik umweltfreundlicher als Benzinmotoren seien. So kann auch Daimler-Chef Dieter Zetsche auf der Jahrespressekonferenz des Konzerns am Donnerstag auf die Kritik der Umweltschützer eingehen.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×