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02.05.2017

14:56 Uhr

Abgasskandal von VW

Volkswagen erwägt Image-Kampagne für Diesel

VW ruft zu einer Kampagne für Dieselmotoren auf. Diese Technologie erlebt derzeit wegen des Abgasskandals und der Debatte um Fahrverbote einen Imageverfall. Andere Hersteller sollen sich an der Aktion beteiligen.

Volkswagen sorgt sich um das angeschlagene Image des Dieselmotors. dpa

Umrüstung eines VW-Diesel

Volkswagen sorgt sich um das angeschlagene Image des Dieselmotors.

WolfsburgVolkswagen will angesichts des schlechten Rufs von Dieselmotoren den Selbstzünder retten. Gleichzeitig will Europas größter Autobauer zusammen mit mehreren Partnern Erdgas als alternativen Kraftstoff voranbringen, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. VW steht auch wegen des Skandals um manipulierte Dieselfahrzeuge unter Druck, alternative Antriebe zu entwickeln - dennoch werden nach Erwartung des Herstellers noch 2025 drei von vier Neuwagen mit Benzin oder Diesel angetrieben werden.

Zwar habe der Dieselantrieb mit starkem Gegenwind in Politik und Öffentlichkeit zu kämpfen: „Aus unserer Sicht ist der moderne Diesel aber Teil der Lösung, nicht des Problems“, sagte Müller der „Automobilwoche“ (Dienstag). VW erwägt seinen Worten zufolge eine Kampagne, an der sich andere Hersteller beteiligen sollen.

Müller sagte dem Blatt, eine Kampagne für die Selbstzünder solle am besten übergreifend erfolgen, weil nicht nur Volkswagen betroffen sei. Auch andere Hersteller bräuchten Diesel, um die staatlichen CO2-Ziele zu erreichen. Mit Blick auf drohende Fahrverbote in Innenstädten sagte er, es sei problematisch, Euro-5-Diesel „generell zu verdammen“. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann sei „durchaus offen“ dafür, Dieselmotoren nachzurüsten.

Nach Ansicht des Branchenverbandes VDA sind Nachrüstungen allerdings schwer möglich: „Aus wirtschaftlicher Sicht lässt sich eine Nachrüstung auf Euro 6 kaum darstellen.“ Müller betonte, dies werde intensiv geprüft.

Wegen der wachsenden Kritik am Dieselmotor fürchtet die Autoindustrie um Milliardeninvestitionen. Zuletzt war etwa bekanntgeworden, dass heutige Diesel-Autos laut Umweltbundesamt den EU-Grenzwert auf der Straße um ein Vielfaches übersteigen. Einer Forsa-Umfrage zufolge planen zudem nur noch zwei von fünf Diesel-Fahrern beim nächsten Autokauf die erneute Anschaffung eines Diesels.

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VW erwartet aber, dass Benziner und Diesel trotz des Trends zu neuen Antrieben noch lange den Ton angeben. Moderne Verbrennungsmotoren blieben „noch mindestens 20 Jahre elementar“, hatte Konzernchef Matthias Müller jüngst auf dem Wiener Motorensymposium gesagt. VW werde bis 2022 zehn Milliarden Euro in die Entwicklung des Verbrennungsmotors investieren, kündigte er an. In Elektro- und Hybridmotoren sollen bis dahin neun Milliarden Euro fließen.

Bis 2025 solle zudem die Gas-Flotte hierzulande auf rund eine Million Fahrzeuge verzehnfacht werden, teilte Volkswagen mit. Die Zahl der CNG-Tankstellen - CNG steht für „Compressed Natural Gas“, Erdgas oder regeneratives Gas aus Öko-Strom - solle im gleichen Zeitraum von rund 900 auf 2000 steigen. Eine entsprechende Absichtserklärung unterschrieben VW, Gasnetzanbieter und Betreiber von CNG-Tankstellen.

Bei dem Vorhaben geht es nicht nur um Personenwagen, sondern auch um Lastwagen sowie den öffentlichen Nahverkehr in Städten und Kommunen. Wegen seiner kurzfristigen Verfügbarkeit sei Erdgas ein „wichtiger Baustein“ für die umweltfreundliche Mobilität der Zukunft, erklärte Ulrich Eichhorn, Leiter Forschung und Entwicklung bei Volkswagen. Wie genau das Ziel erreicht werden soll, stand zunächst nicht fest - konkrete Maßnahmen sollten gesondert vereinbart werden.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Tante Mila

02.05.2017, 14:39 Uhr

Sorry, Herr Müller, aber von wem werden Sie eigentlich beraten?

Da kann man auch Wasser in ein Fass ohne Boden schütten und hoffen, dass trotzdem was drinbleibt.

VW und Diesel stehen in der Öffentlichkeit nur noch in einer Beziehung - nämlich als Betrüger und Betrugswerkzeug.

Eine Diesel-Kampagne ausgerechnet von VW kann daher nur als Lachnummer enden. Am besten wohl auch noch die Kampagne recyclen, mit der man die Käufer in den USA hinters Licht geführt hat, oder wie?

Andere Hersteller oder den VDA würde ich ja noch verstehen, aber so? No way.

Ganz nebenbei: AUDI sollte den Claim "Vorsprung durch Technik" endlich in Rente schicken. Keine guten Assoziationen im Zusammenhang mit dem Diesel-Betrug und der dort verwendeten "Technik"...

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