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01.08.2016

13:41 Uhr

Abgasskandal

VW will Rückruf für alle Modelle bis Jahresende starten

Der Rückruf bei VW stockte bislang, jetzt nimmt er langsam Fahrt auf. Bis Jahresende will der Autobauer die Umrüstung für alle Modelle zumindest gestartet haben. Das Ursprungsziel bleibt aber in weiter Ferne.

Es fehlen derzeit noch Freigaben des Kraftfahrt-Bundesamtes für die technischen Lösungen zahlreicher VW-Modelle. dpa

Abgas-Skandal verfolgt VW weiterhin

Es fehlen derzeit noch Freigaben des Kraftfahrt-Bundesamtes für die technischen Lösungen zahlreicher VW-Modelle.

WolfsburgVW will im Abgasskandal noch in diesem Jahr die Umrüstung aller manipulierten Dieselmodelle in Europa auf den Weg gebracht haben. Ob der Konzern es aber schafft, die Aktion wie ursprünglich geplant auch 2016 abzuschließen, ist ungewiss. „Wir gehen weiterhin davon aus, dass der Rückrufprozess das gesamte Kalenderjahr 2016 umfassen und bis Ende des Jahres für alle betroffenen Modelle begonnen haben wird“, sagte der Vertriebschef der Marke VW, Jürgen Stackmann, der Deutschen Presse-Agentur.

Bislang stehen die Werkstätten etwa 4,6 Millionen manipulierten Autos für die Umrüstung offen, weltweit sind 11 Millionen Fahrzeuge betroffen. Stackmanns Äußerung zielt in eine ähnliche Richtung wie Aussagen von Konzernchef Müller, wonach möglicherweise nicht alle Umrüstungen 2016 zu schaffen seien.

Das ursprüngliche Ziel des Konzerns war es, die gesamte Umrüstaktion in diesem Jahr abzuschließen. Es fehlen aber noch Freigaben vom Kraftfahrt-Bundesamt für die technischen Lösungen zahlreicher Modelle. Im ersten Halbjahr hatte es Verzögerungen unter anderem beim Modell Passat gegeben. Trotz des Skandals und schärferer Abgasvorgaben will VW Dieselmotoren aber noch über Jahre auch in günstigere Kleinwagen einbauen. „Es wird auch 2020 noch einen Polo-Diesel geben“, sagte Stackmann.

Um die Zukunft des Dieselantriebs, besonders in den Innenstädten, gibt es seit der VW-Abgas-Affäre verstärkt Diskussionen. Auch dessen Steuervorteile stehen zur Debatte. Konzernchef Matthias Müller mahnte zudem kürzlich, die Diesel-Fortentwicklung werde „enorm teuer und aufwendig“. Parallel würden Elektroantriebe billiger, so dass VW sich fragen müsse, „ob wir ab einem gewissen Zeitpunkt noch viel Geld für die Weiterentwicklung des Diesels in die Hand nehmen“.

Stackmann betonte: „Das Thema E-Mobilität wird für die Marke VW kein Nischenthema mehr sein, sondern ein relevantes Geschäft mit großem Aufschlag auch beim Volumen.“ Die Reichweite sei ein Schlüsselthema ebenso wie die Lademöglichkeiten.

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