Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.06.2013

13:26 Uhr

Abgasspezialist

Eberspächer baut Hunderte Arbeitsplätze ab

Die Krise auf dem europäischen Automarkt trifft auch den Zulieferer Eberspächer. Hunderte Arbeitsplätze will das Unternehmen streichen, betriebsbedingte Kündigungen sind nicht ausgeschlossen.

Ein Mitarbeiter im Eberspächer-Werk in Esslingen: Betriebsbedingte Kündigungen sind nicht ausgeschlossen. dpa

Ein Mitarbeiter im Eberspächer-Werk in Esslingen: Betriebsbedingte Kündigungen sind nicht ausgeschlossen.

EsslingenNach einem spürbaren Gewinnrückgang will der Abgas- und Klimaspezialist Eberspächer Hunderte Arbeitsplätze abbauen. Das teilte das Unternehmen mit Sitz in Esslingen am Donnerstag mit. 2012 war der Gewinn um 6,3 Prozent auf 71,5 Millionen Euro gesunken, für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Geschäftsführende Gesellschafter Heinrich Baumann mit einem weiteren Rückgang. Der Umsatz wuchs 2012 um rund 9 Prozent auf 2,83 Milliarden Euro.

Um wettbewerbsfähig zu sein, soll der größte Standort Neunkirchen im Saarland in den nächsten zwei Jahren umstrukturiert werden. Insgesamt sollen dort 300 Arbeitsplätze abgebaut werden. Eberspächer schließt auch betriebsbedingte Kündigungen nicht aus. Aktuell hat das Werk 1950 Mitarbeiter.

„Die ständig steigenden Lohn- und Energiekosten setzen unsere Standorte im Inland unter Druck“, erklärte Baumann. „Wir können den Standort Neunkirchen nur dann erhalten, wenn wir ihn bei hoch automatisierter Fertigung mit voller Auslastung und weniger Mitarbeitern als heute betreiben.“ 2012 war die Mitarbeiterzahl der gesamten Gruppe aber noch gestiegen - um rund 16 Prozent auf 7348 Beschäftigte.

Die weltweit größten Automobilzulieferer

Platz 10

Faurecia - 18,03 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Das Schicksal des Autozulieferers ist eng verbunden mit PSA Peugeot/Citroën. Derzeit stagnieren die Geschäfte. Zum Portfolio gehören Sitze und Emissionskontrollsysteme.

Platz 9

Aisin Seiki - 18,92 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner gehören zur Toyota-Gruppe und produzieren etliche Komponenten für die Autoindustrie, darunter Getriebe und Navigationssysteme.

Platz 8

Michelin - 20,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der französische Reifenriese musste zuletzt erneut Rückschläge beim Absatz hinnehmen. Neben Reifen stellt das Unternehmen aus Clermont-Ferrand auch Navigationssysteme her.

Platz 7

Johnson Controls - 20,93 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die US-Amerikaner aus Milwaukee konzentrieren sich die Zulieferung von Sitzen, Türen und Instrumenten. Damit legte der Umsatz zuletzt leicht zu.

Platz 6

Hyundai Mobis - 23,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Koreaner sind Teil des riesigen koreanischen Hyundai-Imperiums und zählen zu den wichtigsten Zulieferern für die Autobauer Hyundai und Kia. Gebaut werden Sicherheitssysteme, Airbus, Lampen und Antriebsstränge.

Platz 5

Bridgestone / Firestone - 24,62 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

In der Gummiverarbeitung sind die Japaner sogar weltweit führend. In Frankreich, Italien, Polen und Spanien betreiben sie eigene Werke.

Platz 4

Magna - 24,95 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Unter der Führung der schillernden Österreichers Frank Stronach wuchs der Konzern - und kann nahezu alle Bauteile selbst Produzieren. Fahrgastzellen, Sitze, Antrieb und Elektronik gehören zum Portfolio des Unternehmens.

Platz 3

Denso - 27,79 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner verloren zuletzt wieder Marktanteile. Kunden sind insbesondere die großen japanischen Autobauer. Das Unternehmen baut unter anderem Klimaanlage, Antriebsstränge und Elektronik.

Platz 2

Robert Bosch - 30,7 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der zweitgrößte Autozulieferer der Welt ist in Stuttgart daheim. Neben Benzin- und Dieselsystemen baut Bosch auch Multimedia-Systeme, Bremsen, Elektronik und Batterien für etliche große Autohersteller .

Platz 1

Continental - 33,32 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Aus Hannover in die Welt: Neben den bekannten Reifen liefert Conti auch Sicherheits- und Telematiksysteme, Steuerinstrument und die Elektronik für Antriebsstränge. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Umsatz damit leicht zu.

Dem Autozulieferer macht vor allem die Krise auf dem europäischen Automarkt zu schaffen. Betroffen war demnach jüngst etwa das Geschäft mit Bus- und Klimasystemen, das seinen Schwerpunkt in Südeuropa hat. Auch der Nutzfahrzeugmarkt in den USA sei zuletzt rückläufig gewesen.

Auf das laufende Geschäftsjahr blickt der Auspuffspezialist skeptisch. Nach einer „verhaltenen Entwicklung“ zum Jahresstart rechnet das Unternehmen 2013 zwar mit einem leichten Umsatzplus. Das Ergebnis wird den Erwartungen zufolge aber erneut unter dem des Vorjahres liegen.

Von

dpa

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

11.06.2013, 11:45 Uhr

Tja, wenn Banken alles tun um das Volk zu verarmen braucht man sich über die Zustände nicht zu wundern!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×