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11.10.2012

20:05 Uhr

Abgewählt

Eon-Konzernbetriebsrat wechselt Spitze aus

Neben der Streichung tausender Arbeitsplätze gibt es beim größten deutschen Versorger auch einige Personalwechsel an der Spitze des Betriebsrats. Der als unbequem geltende Hans Prüfer musste seinen Stuhl räumen.

Neuanfang beim Konzernbetriebsrat des Energiekonzerns Eon. dpa

Neuanfang beim Konzernbetriebsrat des Energiekonzerns Eon.

DüsseldorfBeim Energiekonzern Eon gibt es inmitten des Programms zu Streichung Tausender Arbeitsplätze einen Wechsel an der Spitze des Konzernbetriebsrats. "Ich bin abgewählt worden", sagte der bisherige Betriebsratschef Hans Prüfer am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Seine drei Stellvertreter seien vor der Abwahl zurückgetreten, einer aber wiedergewählt worden. Zu den Hintergründen äußerte er sich nicht. Zu seinem Nachfolger wurde nach Konzernangaben der bisherige Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats von Eon IT, Michael Mittmann, gewählt.

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Prüfer war sechseinhalb Jahre Chef des Konzernbetriebsrats des größten deutschen Versorgers und gilt als unbequem. Sein Kurs war auch innerhalb der Arbeitnehmervertreter nicht unumstritten. Prüfer hatte sich insbesondere seit dem vergangenen Jahr immer wieder scharfe Auseinandersetzungen mit dem Management um Vorstandschef Johannes Teyssen geliefert. Dieser hatte damals überraschend angekündigt, bis zu 11.000 der rund 80.000 Arbeitsplätze des Konzerns zu streichen, rund 6.000 davon in Deutschland. Die Arbeitnehmervertreter waren Sturm gelaufen gegen die Pläne, ehe sie sich im Januar mit dem Management auf eine Umsetzung des Programms einigten. Prüfer ist auch Mitglied des Aufsichtsrats und bleibt Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Tochter Eon Avacon. Die Karten im Aufsichtsrat werden Anfang 2013 neu gemischt, wenn Eon in eine europäische Aktiengesellschaft umgewandelt wird.

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Die Gewinnerwartungen werden daher nicht weiter nach oben korrigiert.

Der Konzernbetriebsrat habe entschieden, einen Neuanfang zu starten, sagte der neue Vorsitzende Mittmann. Gerade in Zeiten großer Umstrukturierungen sei es eine Herausforderung, die unterschiedlichen Auffassungen und Interessen in gemeinsame Beschlüsse zu bündeln. Mittmann ist seit 1987 im Konzern. Bei der Geschäftsführung traf der Wechsel auf Zuversicht. "Ich freue mich auf eine konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem neu gewählten Gremium", erklärte Personalvorstand Regine Stachelhaus.

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