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04.01.2007

12:20 Uhr

Absatz in Deutschland und USA

Deutsche Autoindustrie im Höhenflug

Der Chef des deutschen Autobauer-Verbandes wird geradezu poetisch, wenn er vom Erfolg seiner Branche im Jahr 2006 spricht: Von einem „Zulassungsfeuerwerk“ und „Wonnemonaten“ ist die Rede. Dennn die Autoindustrie hat Höchststände bei Export und Produktion erreicht. Auch auf dem wichtigsten internationalen Automarkt fahren deutsche Autos ganz vorne mit.

Porsche erzielte 2006 in Nordamerika einen Verkaufsrekord. Absatztreiber war dabei der Boxster. Foto: dpa

Porsche erzielte 2006 in Nordamerika einen Verkaufsrekord. Absatztreiber war dabei der Boxster. Foto: dpa

HB FRANKFURT / DETROIT. Die deutsche Autoindustrie hat das Jahr 2006 mit Höchstständen bei Export und Produktion abgeschlossen. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) teilte am Donnerstag in Frankfurt am Main mit, dass ein „Zulassungsfeuerwerk“ in den letzten beiden Monaten 2006 und ein Exportplus gegenüber dem Vorjahr die Bilanz des Autojahres gut ausfallen ließen.

Im vergangenen Jahr seien in Deutschland mit 3,47 Mill. Fahrzeugen so viele Pkw neu zugelassen worden wie seit sieben Jahren nicht mehr. Der Anstieg betrug vier Prozent. Vor allem der November (plus 18 Prozent) und der Dezember (plus 17 Prozent) brachten Zuwächse: „Das waren zwei Wonnemonate, an die man aber nicht die normale Elle der Automobilkonjunktur anlegen darf“, sagte VDA-Präsident Bernd Gottschalk.

Das Auslandsgeschäft bleibe weiter auf hohem Niveau. Im Dezember seien aus dem Ausland neun Prozent mehr Aufträge als vor Jahresfrist verzeichnet worden. Der Export habe mit 289 000 Pkw trotz zweier Arbeitstage weniger das Vorjahresniveau um 1 Prozent übertroffen. „Im Gesamtjahr präsentierten sich die deutschen Hersteller auf den ausländischen Märkten mit knapp 3,9 Mill. ausgeführten Pkw (plus 2,5 Prozent) wiederum mit einem neuen Exportrekord“, bilanzierte der VDA.

Vor allem auf dem schwierigen US-Markt haben die deutschen Autobauer 2006 Rekorde eingefahren. Obwohl die Amerikaner insgesamt weniger Autos kauften, erzielten BMW, Mercedes und Porsche Bestmarken beim Absatz. Die US-Hersteller erlebten dagegen ein rabenschwarzes Jahr mit sinkenden Absätzen und rückläufigen Marktanteilen. Dem für seine sparsamen Autos bekannten japanischen Hersteller Toyota, der das stärkste Verkaufsplus verzeichnete, gelang es sogar, DaimlerChrysler beim Marktanteil von Platz drei zu verdrängen.

Angesichts hoher Spritpreise waren die Autokäufer in den USA im vergangenen Jahr verstärkt auf benzinsparende Modelle umgestiegen, was vor allem die US-Produzenten hart getroffen hatte. Insgesamt wurden in den Vereinigten Staaten nach Angaben der US-Organisation Autodata 16,5 Mill. Fahrzeuge verkauft, 2,6 Prozent weniger als 2005.

Dennoch fuhr BMW einen Absatzrekord ein. Die Münchener übertrafen mit 313 603 verkauften Fahrzeugen die Bestmarke aus dem Vorjahr um 2,1 Prozent. Allein im Dezember setzte BMW 16 Prozent mehr Autos in den USA ab. Vor allem Fahrzeuge der Marke BMW waren bei den Käufern beliebt. Die Marke Mini verzeichnete unter anderem wegen eines Modellwechsels im Gesamtjahr einen Absatzrückgang.

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