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15.06.2012

11:26 Uhr

Absatz sinkt

Europas Automarkt im Tal der Tränen

Es ist noch schlimmer als gedacht: Die Talfahrt auf dem EU-Automarkt geht angesichts der Schuldenkrise ungebremst weiter. Vor allem Opel leidet unter sinkendem Absatz. Jetzt soll die Politik helfen.

Da bleibt viel stehen - gerade bei Autobauern wie Peugeot oder Opel. dapd

Da bleibt viel stehen - gerade bei Autobauern wie Peugeot oder Opel.

BrüsselDer Druck auf Opel und Peugeot nimmt zu: Die beiden in einer Not-Allianz verbundenen Partner haben im Mai weiter an Boden verloren, da die Verbraucher inzwischen den achten Monat in Folge einen großen Bogen um die Autohäuser machten. Der Einbruch bei den Autoverkäufen trifft vor allem die Hersteller, die auf hohe Stückzahlen zu günstigen Preisen setzen - wegen der Schuldenkrise in Südeuropa bringen sie kaum noch Neuwagen an die Kunden.

Auch bei Renault und Fiat schlug die Kaufzurückhaltung massiv zu Buche. Inzwischen setzen aber auch die Premiumhersteller weniger ab - sie waren bisher von der Krise verschont. Zu den wenigen Gewinnern gehören die koreanischen Marken Hyundai und Kia, die ihre europäischen Rivalen im Massenmarkt oft noch beim Preis unterbieten.

Dabei nahm der Abwärtstrend bei den Neuzulassungen noch einmal Fahrt auf: In den 27 EU-Staaten und den drei Efta-Ländern Island, Norwegen und Schweiz ging der Autoabsatz im Vorjahresvergleich insgesamt um acht Prozent auf 1,15 Millionen Fahrzeuge zurück, wie der europäische Herstellerverband ACEA am Freitag mitteilte. Im April waren die Neuregistrierungen noch um 6,5 Prozent gesunken.

Den stärksten Verkaufsrückgang unter den großen Autobauern registrierte im Mai Peugeot: Der französische Hersteller verkaufte fast ein Fünftel weniger als vor Jahresfrist. Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall setzten fast 13 Prozent weniger ab als vor einem Jahr. Während Opel/Vauxhall beim Marktanteil 0,4 Prozentpunkte einbüßten, sank er bei Peugeot um 1,7 Prozentpunkte. Die ebenfalls zum US-Weltmarktführer General Motors gehörende Marke Chevrolet legte bei den Neuzulassungen um 17 Prozent zu.

Die Opel-Mutter hat sich mit PSA Peugeot Citroen verbündet, um ihr Europageschäft zu sanieren. Durch den Verkaufsrückgang nimmt bei beiden Unternehmen der Druck zu, die Kapazitäten zu verringern, da die Fabriken kaum noch ausgelastet sind. Opel will sein Werk in Bochum nach 2016 schließen. Darüber verhandelt der Rüsselsheimer Autobauer derzeit mit den Arbeitnehmern.

Kommentare (17)

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Account gelöscht!

15.06.2012, 11:40 Uhr

Unglaublich, was die Auto-Lobby fordert. Schon wieder eine politische Unterstützung????? Das darf doch wohl nicht wahr sein!!
4 Tage - Woche bei VW, zwischen 28.5 / 32,5 / 37,5 Std die Woche arbeiten, bei dem, was dort für die Arbeit vergütet wird!!?? Vorstände schrauben sich Vergütungen ein (Winterkorn über 17 Mio € pa + weitere Leistungen !!!) und da soll die Politik wieder mal helfen ?

Peter

15.06.2012, 11:56 Uhr

Ich würde mir ja gern ein neues Auto kaufen. Gern auch einen Peugeot oder Opel Astra. Leider habe ich bisher noch keine Bank gefunden die mir 18.000 Euro für ein Auto leiht, welches theoretisch morgen am Baum kleben könnte. Aber wenn ich jeden Monat 200.- Euro zurücklege, und die Bank das angesparte Geld nicht verzockt, dann - ja dann kann ich mir im Jahr 2020 ein schönes neues Auto kaufen. Solange müsst Ihr noch warten liebe Autoindustrie.

Euroaus

15.06.2012, 11:56 Uhr

VW BMW, Mercedes verkaufen auch zu wenig Autos in Europa. Auch hier muss kräftig gespart werden. Möglichst Werke schliessen. Der deutsche Steuerzahler kann hier nicht mehr helfen, weil der sein Geld in der EU abgeben muss. GM dagegen ist amerikanisch und hat durch denDollar vorteile Opel mit durchzufüttern. Die Krise trifft die dt. Autokonzerne deswegen härter und dort muss dringend etwas geschehen.

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