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12.01.2006

07:24 Uhr

Absatzeinbruch

Niemand will den Maybach kaufen

VonCarsten Herz

Nicht nur die krisengeschüttelte Kleinwagenmarke Smart treibt dem neuen Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche die Sorgenfalten auf die Stirn. Auch der Absatz von Daimlers Edelkarosse Maybach hat einen neuen Tiefpunkt erreicht. Erfolge feiert dagegen ein anderes Luxusmodell.

Das Luxusauto Maybach findet nur wenig Liebhaber. Foto: dpa

Das Luxusauto Maybach findet nur wenig Liebhaber. Foto: dpa

FRANKFURT. Der Luxuswagen Maybach entwickelt sich knapp vier Jahre nach seiner Markteinführung für die Stuttgarter zu einem immer größeren Problemfall. Der Absatz der Edellimousine, der bereits in den vergangenen Jahren unter Plan blieb, fiel 2005 auf einen neuen Tiefpunkt.

In den vergangenen zwölf Monaten verkauften die Stuttgarter nach eigenen Angaben gerade einmal über 300 Exemplare ihres rund 400 000 Euro teuren Luxusgefährts, wie eine Daimler-Sprecherin in Detroit sagte. Im Jahr zuvor hatten die Stuttgarter noch rund 500 Exemplare verkauft, nach 600 Wagen ein Jahr zuvor.

Daimler ist damit weiter denn je entfernt von seinem ursprünglichen Absatzziel von jährlich 1000 Fahrzeugen – und Experten erwarten in den nächsten Jahren auch keine signifikante Verbesserung. Unabhängige Beobachter wie etwa die Experten von Global Insight rechnen auch in den kommenden beiden Jahren mit weitgehend stagnierenden Verkäufen für den Maybach. Doch Zetsche wird sich kaum vom Prestigeprojekt verabschieden – dafür ist dessen ökonomische Bedeutung für den Konzern zu gering. Zetsche jüngst lakonisch: „Der Maybach bringt uns nicht um.“

Doch die Luxuskarosse bleibt ein Verlustbringer. Experten schätzen, dass Maybach dem Konzern Belastungen in dreistelliger Millionen-Euro-Höhe beschert. Bei der Markteinführung Ende 2002 hatte der damalige Mercedes-Chef Jürgen Hubbert noch betont, das Auto werde bereits im ersten des auf bis zu zwölf Jahre angelegten Lebenszyklus' seine Investitionen verdienen. Diese Aussage dürfte indes Makulatur sein.

Auto-Experte Willi Diez geht davon aus, dass der Maybach erst ab 1 000 Einheiten pro Jahr schwarze Zahlen schreibt. Die Kapazität der Manufaktur in Sindelfingen ist sogar auf rund 1 500 Fahrzeuge pro Jahr angelegt. Maybach hofft auf neue Varianten wie den sportlichen Maybach 57 S. Doch Autoexperte Philipp Rosengarten vom Prognoseinstitut Global Insight glaubt nicht, dass der Wagen für große Impulse beim Absatz sorgen wird.

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