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14.09.2013

14:03 Uhr

Absatzflaute

Volkswagen vergibt weniger externe Aufträge

Weniger Auslagern, mehr Synergien: Auf die Absatzflaute auf dem Automarkt reagiert Volkswagen mit Sparmaßnahmen. An die Substanz sollen die aber erst einmal nicht gehen.

VW-Chef Martin Winterkorn: Maßvolle Sparmaßnahmen und die Ankündigung, dem Konzern erhalten zu bleiben. Reuters

VW-Chef Martin Winterkorn: Maßvolle Sparmaßnahmen und die Ankündigung, dem Konzern erhalten zu bleiben.

FrankfurtVolkswagen verschärft wegen der Absatzflaute in Europa die Sparmaßnahmen. „Wir schnallen den Gürtel dort enger, wo es nicht unmittelbar um unsere Produkte und Technologieführerschaft geht“, sagte VW-Chef Martin Winterkorn der „Wirtschaftswoche“ laut Vorabbericht vom Samstag. So wolle Europas größter Autobauer künftig Aufträge an externe Dienstleister nur noch in stark reduziertem Umfang vergeben. Diese sollten stattdessen wieder mit eigenen Kräften abgearbeitet werden. Zudem sollen „Synergien im Konzernverbund noch intensiver“ genutzt werden, kündigte Winterkorn an.

Der europäische Automarkt schrumpft seit langem. 2013 droht sogar das schlechteste Autojahr seit 1990 zu werden, nachdem 2012 mit zwölf Millionen verkauften Fahrzeugen schon das schlechteste Jahr seit 1995 war. Und auch VW bekommt die Zurückhaltung der Verbraucher beim Kauf eines Neuwagens zu spüren. So verbuchte der Wolfsburger Konzern in den ersten acht Monaten 2013 in Westeuropa einen Rückgang der Auslieferungen um 2,7 Prozent, auf dem Heimatmarkt in Deutschland sogar um 4,4 Prozent.

Die zehn größten Autohersteller Europas

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,35 Millionen (-2,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,43 Millionen (- 2,0 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,56 Millionen (+5,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,62 Millionen (- 8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,64 Millionen (+ 0,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,75 Millionen (-4,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,8 Millionen (- 5,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 0,89 Millionen (+1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,11 Millionen (-10,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,49 Millionen (-2,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

Die Lage auf vielen europäischen Märkten sei nach wie vor angespannt - trotz erster positiver Signale der Stabilisierung, hatte Winterkorn vor wenigen Tagen auf Automesse IAA in Frankfurt gesagt. Finanzchef Hans Dieter Pötsch hatte jüngst erklärt, dass er kein spürbares Anziehen des Autoabsatzes im zweiten Halbjahr in Europa erwarte. Trotzdem peilt der Zwölf-Marken-Konzern im Gesamtjahr erneut höhere Auslieferungen an und setzt dabei auf das Wachstum in China.

Auch Daimler-Chef Dieter Zetsche sieht noch längst nicht alle Herausforderungen in Europa gelöst. „Aber ich erwarte, dass wir jetzt eine langsame und nachhaltige Erholung sehen“, sagte Zetsche der „Süddeutschen Zeitung“.

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

14.09.2013, 14:57 Uhr

Zitat : Volkswagen verschärft wegen der Absatzflaute in Europa die Sparmaßnahmen.

- warum denn ? Vor kurzem hat der Boni-König doch noch gepoltert, dass er auf Europa nicht mehr angewiesen sei und jetzt 7 Fabriken alleine in China errichtet...?

Hat Konfuzius ihm dort in den Allerwertesten getreten ? Warum denn plötzlich si ein Schwenk......?

Ist doch klar.........

man möchte wieder die Abwrack-Prämie.....damit der Dusselige Michel ihm die Flaute mit seinen Steuergeldern wieder bezahlt ...?!!!!

Diese Kroßkotz-Konzerne mit ihren Boni-Großkotzen sind doch auch nichts anderes mehr, als dämliche, korrupte Politiker !

Schuldenfinanzierer

14.09.2013, 15:38 Uhr

Der Deutsche Michel zahlt jetzt schon mit seinen Steuergeldern. Nur er weis es leider noch nicht.

Jedes Fahrzeug welches nach Griechenland verkauft wurde/wird muss der Steuerzahler finanzieren.

Stichwort Target 2!

aletheia53

14.09.2013, 16:15 Uhr

Schlechtestes Jahr seit 1990?
Wer soll auch kaufen, wenn sich die relevanten Einkommensgruppen zahlenmäßig stark entwickeln? Die Alten (Ruheständler, die diesen noch gut ausgerüstet erreicht haben) kaufen nicht mehr so viel, weil sie irgendwann nicht mehr fahrfähig sind und die Aufstocker können sich keines leisten. Und den Arbeitenden dazwischen bleibt (bis auf wenige Ausnahmen)mit steigenden Abgaben und stagnierenden Einkommen auch die finanzielle Luft weg.

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