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27.07.2012

08:47 Uhr

Absatzkrise

Renault-Gewinn bricht ein

Auch Renault leidet unter der Absatzkrise in Europa. Der Gewinn bricht um 39 Prozent ein. Doch im Gegensatz zum einheimischen Konkurrenten PSA sind die Franzosen international gut aufgestellt.

Futuristisches Design: Der Konzeptwagen Captur von Renault ist nur ein Entwurf. dpa

Futuristisches Design: Der Konzeptwagen Captur von Renault ist nur ein Entwurf.

ParisDer französische Autobauer Renault leidet wie sein einheimischer Konkurrent PSA Peugeot Citroën unter der schwachen Nachfrage in Europa, ist aber im ersten Halbjahr in der Gewinnzone geblieben. Renault verdiente von Januar bis Juni unter dem Strich 746 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Freitag bekanntgab. Das war ein Einbruch um 39 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Umsatz blieb mit 20,9 Milliarden Euro nahezu stabil.

Dass der Gewinn nicht stärker zurückging, hat Renault zum großen Teil seinen Partnern im Ausland zu verdanken. Nissan in Japan, Volvo in Schweden und Avtovaz in Russland steuerten zum Gewinn 630 Millionen Euro bei.

Renault zeigte sich optimistisch, in diesem Jahr mehr Autos verkaufen zu können als im vergangenen. Bedingung sei allerdings, dass der europäische Markt sich nicht noch schlechter entwickle als derzeit angenommen.

PSA Peugeot Citroën hatte am Mittwoch einen Verlust von 819 Millionen Euro für das erste Halbjahr gemeldet und angekündigt, 8000 Stellen in Frankreich zu streichen. Die Regierung in Paris will der Autoindustrie helfen, indem sie die Prämien für den Kauf von Elektro- und Hybridautos erhöht.

Die größten Autohersteller in Europa

Platz 10

Nissan - 239.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Im Vergleich zum Vorjahr büßen die Japaner Marktanteile ein. Die Zahl der Neuzulassungen schrumpfte um drei Prozent.

Platz 9

Toyota - 295.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Weltweit gehören die Japaner zu den größten Autokonzernen. In Europa stagnieren die Absätze allerdings. Im Vergleich zum Vorjahr wurden ein Prozent weniger Neuwagen verkauft.

Platz 8

Daimler - 349.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Der deutsche Premiumhersteller kann sich freuen: Als einziger Hersteller in der europäischen Top Ten verkauften die Stuttgarter mehr Autos als im Vorjahr. Die Verkäufe legten um ein Prozent zu.

Platz 7

BMW - 421.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Trotzdem kann BMW die Premiumkrone auch in Europa behaupten. Die Münchner verkauften zwar ein Prozent weniger Neuwagen als im Vorjahr - doch das ist immer noch besser als die Konkurrenz.

Platz 6

Fiat - 456.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Die Sorgenfalten von Fiat-Chef Sergio Marchionne dürften zunehmen. Mit einem Minus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr befinden sich die Italiener in einer der tiefsten Absatzkrisen der Unternehmensgeschichte.

Platz 5

Ford - 533.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Auch für den US-Autobauer, dessen größtes Werk in Europa nördlich von Köln liegt, sind die Verkäufe in Europa eingebrochen. 11 Prozent weniger Fahrzeuge wurden an den Mann gebracht.

Platz 4

General Motors - 573.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Die Zahlen sind besorgniserregend. So besorgniserregend, dass zuletzt auch Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke gehen muss. In Europa brachen die Verkäufe des US-Riesen im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent ein.

Platz 3

Renault - 583.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Noch schlimmer trifft es den französischen Autoriesen Renault. Satte 17 Prozent weniger Autos konnten die Franzosen im ersten Halbjahr absetzen. Die Regierung denkt bereits über Staatshilfen für die angeschlagene heimische Autoindustrie nach.

Platz 2

Peugeot/Citroën - 827.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Auch der größte französische Autobauer klagt über Absatzprobleme und kündigte zuletzt an, 8000 Stellen streichen zu wollen. Im ersten Halbjahr schrumpften die Verkäufe um 14 Prozent.

Platz 1

Volkswagen - 1,66 Millionen Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Es ist einsam an der Spitze: Die Wolfsburger deklassieren die Konkurrenz um längen. Im schwierigen europäischen Massenmarkt verliert Volkswagen zwar ein Prozent - doch insgesamt nehmen die Marktanteile zu.

Von

afp

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