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01.08.2013

20:50 Uhr

Absatzrückgang

VW verliert im US-Automarkt an Boden

Die US-Autobauer werden Opfer ihrer eigenen Sparpolitik: GM, Ford oder Chrysler können die Nachfrage nicht vollends bedienen. Dennoch liefern sie so viele Autos aus, wie teils seit Jahren nicht mehr – im Gegensatz zu VW.

Passat-Limousinen im VW-Werk in Chattanooga, Tennessee: Der deutsche Autobauer musste einen Absatzrückgang in den USA hinnehmen. dpa

Passat-Limousinen im VW-Werk in Chattanooga, Tennessee: Der deutsche Autobauer musste einen Absatzrückgang in den USA hinnehmen.

Detroit/FrankfurtDie Autobauer können die starke Nachfrage in den USA nicht bedienen. GM, Ford und Chrysler verbuchten im Juli dank der Erholung der US-Wirtschaft zwar zweistellige Zuwächse, konnten angesichts von Nachschubproblemen die hohen Erwartungen der Analysten aber nicht erfüllen.

"Wir arbeiten wirklich hart, um unsere Produktionskapazitäten so stark wie nötig auszubauen", sagte Ford-Vertriebschef Ken Czubay am Donnerstag. Im Juli habe der fehlende Nachschub an Kassenschlagern wie dem Ford Fusion und dem Ford Focus das Wachstum "gedämpft". Dennoch steigerte Ford wie auch der Konkurrent Chrysler den Absatz im vergangen Monat um elf Prozent.

Ford übergab 193.715 Wagen an die Kundschaft, Chrysler 140.102 Fahrzeuge. Beide Autobauer sprachen vom besten Juli seit 2006. Das reichte allerdings nicht, um den Abstand zum größten US-Autobauer GM zu verringern.

Die Opel-Mutter übergab 234.071 Wagen an die Kunden - 16 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Analysten zeigten sich auch hier enttäuscht: Sie hatten erwartet, dass GM gut 9.000 Autos und Pick-Ups mehr verkaufen würde. Beliebt waren bei den Amerikanern einmal mehr große Pick-Ups, die für die Autobauer besonders renditeträchtig sind. Diesen Markt dominieren die "Big Three" GM, Ford und Chrysler.

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Auch die meisten ausländischen Autobauer konnten in den USA kräftig zulegen. Toyota steigerte den Absatz um rund 17 Prozent auf 193.394 Fahrzeuge und vergrößerte den Abstand zu Volkswagen. Die Verkäufe der Marke VW sanken dagegen um 3,3 Prozent auf 35.779 Autos. Bereits im Juni war der Absatz der Wolfsburger in den USA zurückgegangen.

Unter den deutschen Premium-Autobauern konnte Mercedes am stärksten zulegen. 23.648 Wagen mit den Stern rollten aus den Autohäusern, 22,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die VW-Tochter Audi erhöhte den Absatz um 11,6 Prozent auf 13.064 Wagen und meldete den 31. Monat in Folge einen Verkaufsrekord. BMW kam nur auf ein Plus von 10,5 Prozent. Mit 29.993 Autos übergaben die Münchener aber mehr Wagen an die Kunden als die Konkurrenten aus Stuttgart und Ingolstadt.

Die VW-Sparten im Überblick

Volkswagen Pkw

Die Kernmarke des Volkswagen-Konzerns litt im Jahr 2013 unter der Absatzschwäche. Mit 4,7 Millionen verkauften Fahrzeugen schrumpfte der Absatz um 2,2 Prozent. Der Umsatz ging sogar um 4,4 Prozent zurück. Immerhin erwirtschaftet die Kernmarke noch ein operatives Ergebnis von 2,9 Milliarden Euro.

Audi

Die Premiumtochter aus Ingolstadt konnte die Verkäufe steigern. Mit 1,35 Millionen verkauften Fahrzeugen steht unterm Strich ein Plus von 3,85 Prozent. Auch der Umsatz legte leicht auf 49,88 Milliarden Euro zu. Unter Strich steht trotzdem ein deutlicher Rückgang beim Profit um rund 6,3 Prozent auf 5,03 Milliarden Euro.

Skoda

Mit günstiger VW-Technik konnte die tschechische Tochter in den vergangenen Jahren die Kunden locken. Im Jahr 2013 lief es schlechter. Mit 719.000 verkauften Fahrzeuge ging der Absatz um 1,2 Prozent zurück. Der Umsatz fiel es ebenfalls leicht schlechter aus und beträgt nun 10,32 Milliarden Euro. Beim operativen Ergebnis hat das deutliche Spuren hinterlassen. Der Gewinn beträgt 522 Millionen Euro und damit satte 26,7 Prozent weniger.

Seat

Das spanische Sorgenkind kommt bei den Verkaufszahlen wieder auf die Bein 459.000 Fahrzeuge verkauften die Spanier im Jahr 2013 - ein Plus von rund sieben Prozent. Auch der Umsatz legt um rund sechs Prozent auf 6,87 Milliarden Euro zu. Unterm Strich steht aber immer noch ein Verlust von 152 Millionen Euro, der immerhin um vier Millionen reduziert wurde.

Porsche

Die Profitmaschine aus Zuffenhausen treibt erstmals das operative Ergebnis des VW-Konzerns an. Seit der Integration im August 2012 hat der Sportwagenbauer einen Profit von 1,46 Milliarden Euro erwirtschaftet. Der Umsatz beträgt nun 7,03 Milliarden Euro. Der Absatz von Porsche wurde auch 78.000 Fahrzeuge taxiert.

Bentley

Bald soll die Luxus-Autoschmiede einen Nobel-SUV an den Start bringen. Dieses Jahr legt der Absatz um 21 Prozent auf 11.000 verkaufte Fahrzeuge. Auch beim Umsatz steht bei 1,68 Milliarden Euro ein Plus von 15,5 Prozent. Der Gewinn der britischen Nobeltochter legt um satte 68 Prozent auf 168 Millionen Euro zu.

VW Nutzfahrzeuge

Die Nutzfahrzeugsparte des Konzerns schwächelt weiter. Der Absatz stagniert bei 436.000 verkauften Fahrzeuge. Der Umsatz schrumpft ebenfalls leicht auf 9,37 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legt dagegen um 6,4 Prozent zu auf 448 Millionen Euro.

Scania

Die schweren Schweden verkaufen wieder mehr. Mit 80.000 verkauften Lkws stieg der Absatz um 19,4 Prozent, auch der Umsatz legt um 11,2 Prozent auf 10,36 Milliarden Euro zu. Mit 974 Millionen Euro ist das operative Ergebnis rund 4,7 Prozent besser als im Vorjahr.

MAN

Mit einem Beherrschungsvertrag sitzt VW längst auch bei den Münchenern am Steuer. Der Absatz des Lkw-Bauers legte im Gesamtjahr 2013 leicht auf 140.000 verkaufte Fahrzeuge zu. Der Umsatz sinkt dagegen leicht auf 15,86 Milliarden Euro. Beim operativen Ergebnis steht unterm Strich ein Gewinn von 319 Millionen Euro - ein Rückgang um satte 61 Prozent.

VW Finanzdienstleistungen

Mit einem Umsatzplus von 10,8 Prozent leistet die Finanztochter des VW-Konzerns mittlerweile einen ordentlichen Beitrag zum Konzernergebnis. Das operative Ergebnis legte im Jahr 2013 um 17,5Prozent auf 1,86 Milliarden Euro zu.

Von

rtr

Kommentare (11)

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audi

01.08.2013, 19:38 Uhr

auch VW kann nich auf allen Hochzeiten tanzen. Und wie man sieht, kommt die VW-AG in Asien besser klar, als im alten Amerika.

Die Asiaten haben ein unverdorbenes Verhälrtnis zum Wachstum und zum "Wohlstand durch eigene Arbeit", das aber passt besser zu Volkswagen und Deutschland, als das amerikanische Denken, dass man nur durch Krieg und Völkermord zu Wohlstand kommt.

Marc

01.08.2013, 19:54 Uhr

Wer möchte schon so altbackene VAG-Kisten fahren. Das Design ist schon mehr als ausgelutscht.

RoadRunner

01.08.2013, 20:12 Uhr

na, welcher Fahrzeughersteller hat denn den tollen Design? Hyundai, Renault? Oder GM, die sich ganz stark an den VW/Audi Design lehnen?

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