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21.08.2014

13:06 Uhr

Absatzstatistik

Was Frauen fahren

VonLukas Bay

Klein und schick statt groß und stark – Frauen sind beim Autokauf andere Attribute wichtig als Männern. Nur die Hersteller scheint das kaum zu kümmern. In der Werbung und im Autohaus regiert die Männlichkeit.

Schön, schnell, schwarz: Der Cooper Works von Mini ist bei Frauen beliebt. AFP

Schön, schnell, schwarz: Der Cooper Works von Mini ist bei Frauen beliebt.

DüsseldorfWer wissen will, warum Autohersteller sich mit weiblichen Kunden so schwer tun, dem sei ein Besuch auf einer Automesse empfohlen. Egal ob in Genf, Frankfurt oder Detroit – die PS-Schauen sind Hochämter der Männlichkeit. Knapp bekleidete Hostessen räkeln sich an glänzenden Sportwagen. Andere Frauen sind deutlich in der Minderheit.

Männer dominieren nicht nur bei den Messebesuchen, sondern auch im Autohaus. Nur jedes dritte Auto in Deutschland wird an eine Frau verkauft, zeigt eine neue Studie des CAR-Instituts der Uni-Duisburg-Essen. Dabei ist der weibliche Anteil an der Bevölkerung sogar mehr als 50 Prozent. Nach der aktuellsten Volkszählung aus dem Jahr 2011 gibt es etwa zwei Millionen mehr Frauen als Männer in Deutschland.

„Solange es den Autobauern nicht gelingt, die wichtigste Käufergruppe besser anzusprechen, wird es nicht gelingen, den kontinuierlichen Abwärtstrend im deutschen Automarkt zu stoppen“, sagt Autoprofessor Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des CAR-Instituts.

Das Problem beginnt beim Marketing: Immer noch ist die Werbung der Autobauer sehr geprägt von technischen Details. Motoren, Verbrauchswerte, glänzende Chromfelgen - Technik, die Frauen nicht begeistert.

Die beliebtesten Hersteller bei Frauen

Platz 10

Citroën - Frauenanteil an allen Neuwagenkäufern der Marke: 36,2 Prozent

Schönheiten wie das DS3 Cabrio, und praktische Kleinwagen wie der C1 machen auch die Franzosen bei den Frauen beliebt.

Quelle: CAR-Institut; Datenbasis: Januar - Juli 2014

Platz 9

Skoda - Frauenanteil: 36,8 Prozent

Die VW-Tochter aus Tschechien ist bekannt für ihre praktischen Familienkutschen. Aber auch Kleinwagen wie der Fabia werden gerne von Frauen gefahren.

Platz 8

Toyota - Frauenanteil: 37 Prozent

Die Werbung mit bekannten Tatort-Kommissaren kommt auch bei Frauen gut an. Zusätzlich punkten die Modelle der Japaner mit Sparsamkeit.

Platz 7

Fiat - Frauenanteil: 37,1 Prozent

Der Fiat 500 ist ein Frauenauto wie es im Buche steht. Neben der Knutschkugel legen sich weibliche Autokäufer bevorzug einen Panda oder Punto zu.

Platz 6

Seat - Frauenanteil: 40 Prozent

Trotz männlich markanter Linienführung der neuen Baureihen stehen auch der Ibiza und der Leon der spanischen VW-Tochter hoch in der Gunst der Frauen.

Platz 5

Suzuki - Frauenanteil: 40 Prozent

Susi hol schon mal den Wagen. Die Japaner bauen mit dem Swift einen Kleinwagen, den Frauen mögen.

Platz 4

Renault - Frauenanteil: 40 Prozent

Familienmodelle wie der Scenic und der Espace, ergänzt um Kleinwagenmodelle wie den Clio - das ist die Formel der Franzosen mit der weibliche Autokäufer angelockt werden.

Platz 3

Peugeot - Frauenanteil: 41,1 Prozent

Geht es nach den weiblichen Autokäufern, geht Bronze nach Frankreich. Insbesondere die Klein- und Kompaktwagen werden von Frauen nachgefragt.

Platz 2

Hyundai - Frauenanteil: 43,4 Prozent

Fragt man die Koreaner nach ihrem Markenkern, sagen sie: Eleganz. Das zieht offensichtlich bei der weiblichen Zielgruppe. Nur eine Marke hat mehr weibliche Käufer.

Platz 1

Mini - Frauenanteil: 52,1 Prozent

Die einzige Marke, die mehr weibliche als männliche Autokäufer hat, ist die britische BMW-Tochter Mini. Mit ihren Kleinwagen in schicker Optik treffen sie offenbar den Nerv bei der weiblichen Kundschaft.

Insbesondere junge Frauen scheinen die Lust auf einen Neuwagen verloren zu haben. Nur ein Drittel aller weiblichen Autokäufer sind unter 45 Jahre alt. Im Schnitt kauft eine Frau ihr eigenes Auto mit 49,5 Jahren.

Dabei meiden die Frauen vor allem hochpreisige Modelle. Premiummarken wie Audi, BMW und Mercedes, aber auch Porsche und Jaguar landen beim Frauenanteil unter dem Marktschnitt. Insbesondere die Marke mit dem Stern scheint bei Frauen überhaupt nicht gefragt zu sein, ihr Anteil liegt bei gerade einmal 17,8 Prozent.

„Frauen wollen Autos, die wendig und optisch ansprechend sind“, sagt Autoprofessor Dudenhöffer. Entsprechend schlecht schneiden auch große SUV in der weiblichen Käufergunst ab, Land Rover und Jeep landen ebenfalls auf hinteren Plätzen.

Kommentare (5)

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Herr Franz Paul

21.08.2014, 13:59 Uhr

Ach, was für ein überflüssiger Artikel. Lukas Bay hat offenbar keien Bezug zu Autos, warum darf er denn dann sowas schreiben? Und der Herr Professor hat ihn womöglich so langsam verloren. Wieso meine ich das? Ein Beispiel: Für den Lukas sind "chromglänzende Felgen" ein technisches Merkmal. Ich sage, das ist reine Optik. Und heute an KEINEM Serienfahrzeug mehr zu finden. Für den Herrn Professor sind Frauen "die wichtigste Käufergruppe". Warum? Weil sie so wenige Autos kaufen? Und warum gibt es denn mehr Frauen als Männer? Weil sie ÄLTER werden als Männer! Also soll jetzt die Autoindustrie Autos für alte Frauen bauen, soll das die Quintessenz von diesem Artikelchen sein.? Davon abgesehen: ich kenne etliche Frauen, die mit Begeisterung fette SUV fahren, Sportwagen und sogar Oldtimer. Daher meine Meinung: Artikel Thema verfehlt, 6, setzen.

Herr Hedge Fonds

21.08.2014, 14:23 Uhr

Vielen Dank Herr Paul!
Das allergleiche habe ich mir auch gedacht.
Langsam erinnert mich das HB ein bisschen an Galileo. Zum Großenteil das Gleiche oder was komplett unnötiges.
Wenn Frauen denn die "Rechner" sind und sich von überteuerten Modellen abwenden, warum ist dann bitte Mini die beliebteste Marke? Ich durfte vor kurzem den SUV betrachten. So viel Plastikschrott und Hässlichkeit kann man für den Preis nirgendwo anders finden.

Herr Joachim Buch

21.08.2014, 17:04 Uhr

Perfekt formuliert.
Der Autor hat KEINE Ahnung von Autos. Noch nicht mal die Idee einer Ahnung. Und Dudi auch nicht. Der kommt immer erst dahergeschlichen, wenn ein Trend eigentlich schon fast wieder vorbei ist. Ich habe die Erfahrung gemacht, daß die Frauen, die beruflich erfolgreich sind (nicht die, die das Auto vom Gatten "gestellt" bekommen) auch genauso fette SUVs fahren, wie die Männer. Der Rest kann sich sowas meist nicht leisten und fährt dann zwangsläufig Autos des Merkmals "klein und schwach". Ich kenne auch Frauen, die mit Begeisterung Oldtimer fahren und sogar selber schrauben - und technisch sogar besser sind, als Männer. So ein verkorkstes Rollenverständnis, wie es sowohl der Autor als auch Dudenhöfer an den Tag legen, gehört auf den Schrottplatz der Geschichte. Reine 60er-Jahre...

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