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03.01.2014

12:54 Uhr

Absatzzahlen 2013

Schweres Autojahr mit versöhnlichem Ende

Deutschlands Autoindustrie legt die Bilanz für das Jahr 2013 vor – und sie sieht nicht gut aus. Die Zahl der verkauften Fahrzeuge fällt unter drei Millionen. Doch es gibt Anlass zur Hoffnung.

Selbst Volkswagen hat mit einem Absatzrückgang in Deutschland zu kämpfen. dpa

Selbst Volkswagen hat mit einem Absatzrückgang in Deutschland zu kämpfen.

FlensburgWenigstens das Jahresende stimmt versöhnlich. Mit 215.000 verkauften Autos konnte der Absatz der Autohersteller im Dezember 2013 um 5,4 Prozent zulegen. Für 2014 erwarten Experten eine weitere Erholung. Die ist auch nötig, denn unterm Strich war das Jahr 2013 für die Autoindustrie in Deutschland ein Jahr zum Vergessen: Insgesamt wurden in Deutschland 2,95 Millionen Fahrzeuge - 4,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch die deutschen Hersteller hat die Absatzkrise nicht kaltgelassen.

Marktführer Volkswagen liefert zwar immer noch jedes fünfte in Deutschland verkaufte Auto aus, doch über das Jahr sank der Absatz um 4,6 Prozent auf 642.000 Fahrzeuge. Selbst die Premiumtochter Audi verliert mit 251.000 verkauften Fahrzeugen (Minus von 5,5 Prozent) Marktanteile. Auch bei Opel sinkt der Absatz über das Gesamtjahr gesehen um 2,9 Prozent auf 207.000 Fahrzeuge.

Größte Automarken in Deutschland (Neuzulassungen 2013)

Platz 10

Toyota
Absatz 2013:
74.056 Fahrzeuge (-8,4 Prozent gg. 2012)
Marktanteil:
2,5 Prozent

Platz 9

Seat
Absatz 2013:
83.364 Fahrzeuge (+22,4 Prozent gg. 2012)
Marktanteil:
2,8 Prozent

Platz 8

Renault
Absatz 2013:
98.922 Fahrzeuge (-6,3 Prozent gg. 2012)
Marktanteil:
3,4 Prozent

Platz 8

Hyundai
Absatz 2013:
101.522 Fahrzeuge (+0,7 Prozent gg. 2012)
Marktanteil:
3,4 Prozent

Platz 7

Skoda
Absatz 2013:
159.939 Fahrzeuge (+8,7 Prozent gg. 2012)
Marktanteil:
5,4 Prozent

Platz 6

Ford
Absatz 2013:
197.794 Fahrzeuge (-3,9 Prozent gg. 2012)
Marktanteil:
6,7 Prozent

Platz 5

Opel
Absatz 2013:
207.461 Fahrzeuge (-2,9 Prozent gg. 2012)
Marktanteil:
7,0 Prozent

Platz 4

BMW
Absatz 2013:
231.815 Fahrzeuge (-5,8 Prozent gg. 2012)
Marktanteil:
7,9 Prozent

Platz 3

Audi
Absatz 2013:
251.952 Fahrzeuge (-5,5 Prozent gg. 2012)
Marktanteil:
8,5 Prozent

Platz 2

Mercedes
Absatz 2013:
277.373 Fahrzeuge (-1,4 Prozent gg. 2012)
Marktanteil:
9,4 Prozent

Platz 1

Volkswagen
Absatz 2013:
642.190 Fahrzeuge (-4,6 Prozent gg. 2012)
Marktanteil:
21,8 Prozent

Hoffnungsschimmer: Im Dezember konnte der Opel-Absatz um 27 Prozent zulegen. BMW fällt unter den Oberklasseherstellern in Deutschland mit einem Minus von 5,8 Prozent auf Platz Drei zurück. Bei anderen Premiumherstellern sieht es besser aus. Mercedes legte um 1,4 Prozent auf 277.000 Fahrzeuge zu, Porsche steigerte die Verkäufe um 1,4 Prozent auf 20.800 Fahrzeuge.

Für die französischen Hersteller wird der deutsche Markt dagegen immer schwieriger. Die Schwesterfirmen Citroën (minus 20,6 Prozent) und Peugeot (minus 23,4 Prozent) verkauften über das Gesamtjahr rund ein Fünftel weniger Autos. Bei Renault steht unterm Strich mit 98.900 Fahrzeugen ein Minus von 6,3 Prozent.

Kommentare (4)

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hvh100

03.01.2014, 14:23 Uhr

Hier dürfte auch schon langsam die Demografie reinspielen. Wer soll die Autos denn kaufen. Erstens gibt es immer weniger junge Konsumenten, zweitens werden diese Konsumenten über die Umverteilung der Sozialsystem von jung auf alt arm gehalten und drittens setzt sich die Erkenntnis durch, dass ein Auto vollkommen unwirtschaftlich ist. Ein Auto kostet im Unterhalt rund 500-800 EUR pro Monat. Bei einer Abgabenquote von 50% muss ein Arbeitnehmer somit rund 1000-1'600 EUR seines Sozialversicherungsbruttos für ein Vehikel hinlegen mit dem man nirgendwo mehr hinfahren kann. Innenstädte gesperrt oder keine Parkplätze, Autobahngebühr, Abgastest, Winterreifen, Waschstrasse, Knöllchen, Reparatur, etc. Wer tut sich so einen Unsinn denn noch freiwillig an. Der Besitz eines Autos ist wirtschaftlich unsinnig und unbequem.

Wolfsfreund

03.01.2014, 15:18 Uhr

"Die Zahl der verkauften Fahrzeuge fällt unter drei Millionen."
"Auch die deutschen Hersteller hat die Absatzkrise nicht kaltgelassen."
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Was wundern sich diese Herrschaften denn? Das Geld, daß man für ein neues Auto ausgeben könnte, wandert via Steuern, Steuern auf Steuern, Abgaben, Steuern auf Abgaben alternativlos zu unseren mediterranen "Freunden" mit den aufgehaltenen Händen und tiefen Taschen. Da bleibt nichts für großartigen Luxus.
Ich jedenfall hab in den letzten 15 Jahren nur jeweils 500 € für alte, gepflegte Gebrauchte ausgegeben (Kombi der unteren Mittelklasse). Die kann man ohne weiteres 2 bis 4 Jahre fahren und sich dann einen neuen "500er" kaufen, nachdem man den alten noch für 200 verscherbelt hat. Marginaler Wertverlust und mit dem eingesparten Geld kann man viel anfangen. Auch eine alte "Mühle" bringt einen zuverlässig von A nach B, der Nutzwert ist genauso hoch wie bei einem neuen, teuren Fahrzeug. Werkstattkosten außer gewöhnlichen Verschleißteilen und maximal einmal TÜV gleich Null. Einfach mal drüber nachdenken. Die Methode taugt nicht für Leute, die ihr Ego am Auto aufhängen, ist aber für rein rational denkende Menschen empfehlenswert.

Wolfsfreund

03.01.2014, 15:19 Uhr

"Der Besitz eines Autos ist wirtschaftlich unsinnig und unbequem. "
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Nein. Ohne Fahrzeug, genauer Kombi, könnte ich das Arbeiten einstellen!

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