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17.02.2015

10:15 Uhr

Absatzzahlen

Südeuropas Automarkt erholt sich rasant

Dank zweistelliger Zuwächse in Spanien und Italien ist der Autoabsatz in der Europäischen Union im Januar gestiegen. Der Absatz stieg damit zum 17. Mal in Folge. Nur Deutschland schwächelt weiter.

Europäischer Absatzmarkt

Deutsche Autobauer auf dem Vormarsch

Europäischer Absatzmarkt: Deutsche Autobauer auf dem Vormarsch

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BrüsselBilliges Benzin und die wirtschaftliche Erholung haben dem Pkw-Absatz in Europa zu Jahresanfang auf die Sprünge geholfen. Im Januar kamen knapp eine Million Wagen neu auf die Straßen der Europäischen Union, fast sieben Prozent mehr als vor einem Jahr, wie der Herstellerverband Acea am Dienstag mitteilte. Damit legten die Neuzulassungen den 17. Monat in Folge zu; der Anstieg ist der deutlichste seit März 2014.

„Der europäische Automarkt hat nun die Talsohle hinter sich gelassen und verlässt langsam den Krisenmodus“", sagte Peter Fuß von der Unternehmensberatung EY. Angesichts einer Vielzahl von Krisen außerhalb Europas und der wachsenden Furcht vor Terroranschlägen bleibe die Unsicherheit jedoch groß.

Die größten Gewinner im deutschen Automarkt

Platz 10

Dacia - Plus 7,5 Prozent - 48.907 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die rumänische Billigtochter bleibt eine Erfolgsgeschichte für Renault und wächst in Europa weiterhin deutlich stärker als der Markt.

Quelle: Kraftfahrzeugbundesamt

Platz 9

Skoda - Plus 8,5 Prozent - 173.538 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Mittlerweile sind die Tschechen die erfolgreichste Importmarke in Deutschland. Neue Modelle wie der Fabia dürften den Absatz auch im kommenden Jahr ankurbeln.

Platz 8

Seat - Plus 11,7 Prozent - 91.192 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Das spanische Sorgenkind des VW-Konzerns fährt aus der Krise. Der neue Leon macht's möglich - und beschert ein sattes Absatzplus auf dem deutschen Markt.

Platz 7

Nissan - Plus 13,7 Prozent - 62.536 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Den Japanern ist zum Jahresende etwas die Puste ausgegangen. Insgesamt kann sich das Absatzplus im abgelaufenen Jahr aber sehen lassen. Neue Modelle wie der Pulsar sollen die Erfolgsgeschichte im kommenden Jahr wiederholen.

Platz 6

Mitsubishi - Plus 14,1 Prozent - 24.131 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die Japaner haben mit dem Outlander PHEV einen der ersten SUVs mit Plug-in-Hybrid im Angebot. Insgesamt überzeugt die Modellpalette die Deutschen offenbar.

Platz 5

Volvo - Plus 16 Prozent - 31.919 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die Schweden sind zurück. Mit Modellen wie dem SUV XC90 blasen die Skandinavier wieder zum Angriff. Besonders zum Jahresende legte der Absatz deutlich zu.

Platz 4

Mazda - Plus 16,7 Prozent - 52.491 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Kennen Sie noch die uncoolen Mazdas aus den 90ern? Die Autokäufer in Deutschland kennen sie nicht. Eine runderneuerte Modellpalette bringt Mazda unter den Gewinnern der Zulassungsstatistik weit nach vorne.

Platz 3

Porsche - Plus 17,1 Prozent - 24.365 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Der Sportwagenbauer aus Zuffenhausen setzt seine Erfolgsgeschichte ungebrochen fort. Besonders zum Jahresende legt Porsche deutlich zu. Dabei dürften Verkaufsschlager wie der Macan auch weiterhin für Absatz sorgen.

Platz 2

Land Rover - Plus 18,1 Prozent - 14.679 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die noblen Briten können mit dem Evoque auch modern und klein. Das zahlt sich bei den Verkäufen aus. In Deutschland verkauft Land Rover fast doppelt so viele Autos wie Konkurrent Jeep.

Platz 1

Jeep - Plus 48,8 Prozent - 10.268 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die SUV-Marke aus dem Hause Fiat/Chrysler wächst in Deutschland stärker als alle Konkurrenten. Das dürfte Fiat-Chef Marchionne freuen, für dessen Premiumstrategie die Marke eine Schlüsselrolle spielt. Besteller ist der Grand Cherokee.

Doch besonders die Entwicklung in Südeuropa kann sich sehen lassen. In Italien legten die Neuwagenverkäufe demnach um 10,9 Prozent auf 131.300 zu. In Spanien erhöhte sich die Zahl der verkauften Neuwagen im Januar um 27,5 Prozent auf 68.100. Allerdings war der Automarkt in dem Krisenland zuvor eingebrochen. Die Tristesse der Krisenjahre scheinen die Südländer langsam hinter sich zu lassen.

Besonders stark stiegen die Neuzulassungen im Januar in einigen von der Euro-Schuldenkrise hart getroffenen Ländern: In Portugal und Irland kletterte der Absatz jeweils um mehr als ein Fünftel. „Nach langer Durststrecke zeigen die Konjunkturdaten in den meisten europäischen Ländern endlich wieder nach oben“, sagte Fuß. Offenbar schöpften die Menschen auch in den ehemaligen Krisenländern wieder Hoffnung und die Konsumlust kehre zurück. Zudem helfe der niedrige Ölpreis.

Trotz des erwarteten Anstiegs der Verkaufszahlen dürfte der Pkw-Absatz im laufenden Jahr in der EU weiter unter dem Niveau vor der Ausbruch der Finanzkrise liegen. Im Januar wurden nach Berechnungen von EY EU-weit 22 Prozent weniger Pkw neu registriert als im Vorkrisenjahr 2007. In Spanien und Italien seien sogar nur etwa halb so viele Neuwagen verkauft worden wie vor Ausbruch der Krise. Einzig Großbritannien und Deutschland lägen inzwischen wieder auf oder sogar über dem Niveau der Vorkrisenjahre.

Kommentare (1)

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Frau Sonja Huber

17.02.2015, 12:20 Uhr

Und ich habe immer gedacht, den Südeuropäer geht es so schlecht.

Hoffentlich muss der deutsche Steuerzahler, die Autos nicht bezahlen.

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