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03.01.2013

22:53 Uhr

Absatzzahlen

Volkswagen holt in den USA auf

Mit dem US-Passat hat Volkswagen die Aufholjagd in den USA eingeleitet: Sämtliche deutsche Autobauer verkaufen in den USA mehr als im Vorjahr - doch die "Big Three" geben ihnen Kontra.

Der US-Passat gehört zu den beliebtesten Modellen von VW in den Staaten. dapd

Der US-Passat gehört zu den beliebtesten Modellen von VW in den Staaten.

DetroitDie USA sind das Paradies für deutsche Autobauer. Auf dem riesigen Automarkt ist von einer Kaufzurückhaltung wie in Europa nichts zu spüren. Im Gegenteil: BMW, Daimler, Audi und Porsche wurden im vergangenen Jahr in den Vereinigten Staaten so viele Autos los wie noch nie; die Marke VW schaffte das beste Ergebnis seit fast vier Jahrzehnten. Und die Hersteller bleiben optimistisch.

Volkswagen wächst dabei deutlich stärker als die US-Konkurrenz, wie die am Donnerstag veröffentlichten Zahlen zeigen. Europas größter Autobauer wurde mit seiner Kernmarke im vergangenen Jahr fast 440.000 Autos in den Vereinigten Staaten los, ein Zuwachs von gut 35 Prozent.

Auch im Dezember war die Nachfrage hoch. Damit hat VW seine Auslieferungen seit 2009 mehr als verdoppelt und das beste Jahresergebnis seit 1973 eingefahren.

Wachstumstreiber war vor allem der eigens entwickelte US-Passat: Hier verfünffachten sich die Verkäufe im Vergleich zu 2011. Nach dem Jetta, der unter dem Vorjahresniveau blieb, ist der Passat das am meisten verkaufte Modell der Wolfsburger in Nordamerika. Zusammen machen sie rund zwei Drittel des Absatzes aus.

An die Stückzahlen der drei großen US-Hersteller kommt VW jedoch nicht heran: Marktführer General Motors verkaufte nach Angaben von Donnerstag im Dezember fast 246.000 Fahrzeuge auf dem Heimatmarkt, das sind fünf Prozent mehr als vor einem Jahr. Ford meldete ein Plus von zwei Prozent auf gut 214.000 Wagen. Dies seien die besten Dezember-Verkaufszahlen seit dem Vorkrisenjahr 2006.

Die größten Autohersteller in den USA

Methodik

Einmal pro Quartal erstellen die Wirtschaftsprüfer von Ernst&Young ein Ranking der größten Autokonzerne nach Absatz. Wie die Autohersteller in den USA abgeschnitten haben. (Daten: 2. Quartal 2012)

Platz 10

BMW - 83.000 verkaufte Fahrzeuge

Die USA gehören für die Münchener zu den wichtigsten Märkten der Welt. Doch im Vergleich zum Vorjahr konnte der Absatz im zweiten Quartal nur um fünf Prozent zulegen.

Platz 9

Kia- 151.000 verkaufte Fahrzeuge

Währen die Koreaner in anderen Weltregionen stark wachsen, ist das Wachstum in den USA eher moderat. Die Zahl der verkauften Fahrzeuge stieg im Jahresvergleich um sieben Prozent.

Platz 8

Volkswagen - 151.000 verkaufte Fahrzeuge

Während die Wolfsburger weltweit zu den größten Autoherstellern zählen, haben sie auf dem amerikanischen Markt noch einen großen Abstand zur Spitze. Immerhin konnte der Absatz im Jahresvergleich um 28 Prozent zulegen.

Platz 7

Hyundai - 193.000 verkaufte Fahrzeuge

Sieben Prozent mehr Fahrzeuge konnten die Koreaner im zweiten Quartal verkaufen. In den USA bewegen sie sich auf einem Mittelfeldplatz.

Platz 6

Nissan - 255.000 verkaufte Fahrzeuge

In den USA erholen sich die Japaner von ihrer Absatzschwäche. Mit einem Wachstum von 16 Prozent festigen sie ihre Position unter den größten Herstellern in den USA.

Platz 5

Chrysler - 436.000 verkaufte Fahrzeuge

Kein US-Hersteller legte im abgelaufenen Quartal so stark zu wie Chrysler. Die Fiat-Tochter schmälert mit einem Wachstum von 24 Prozent die Sorgen ihres angeschlagenen Mutterkonzerns Fiat.

Platz 4

Honda - 450.000 verkaufte Fahrzeuge

Zurück in der Spitzengruppe. Mit einem Wachstum von 100 Prozent melden sich die Japaner eindrucksvoll zurück. 45 Prozent der Produktion werden mittlerweile in den USA verkauft.

Platz 3

Toyota - 559.000 verkaufte Fahrzeuge

Das Ziel ist klar: Der weltgrößte Autohersteller der Welt will auch im amerikanischen Markt zurück auf die Spitzenplätze. Mit einem Wachstum von 47 Prozent im zweiten Quartal wurde der Abstand auf die US-Hersteller verkürzt.

Platz 2

Ford - 576.000 verkaufte Fahrzeuge

Im Heimatmarkt machen die US-Amerikaner fast 42 Prozent ihres Umsatzes. Umso besser, dass dort die Verkäufe wieder anziehen. Ford kommt auf ein Wachstum von fünf Prozent.

Platz 1

General Motors - 707.000 verkaufte Fahrzeuge

Detroit bleibt die Wiege der amerikanischen Autoindustrie - und General Motors führend im Heimatland. Mit einem Wachstum von sechs Prozent konnte der Vorsprung im zweiten Quartal sogar leicht ausgebaut werden.

Der Dritte im Bunde der amerikanischen "Big 3", der Autobauer Chrysler, steigerte seinen Absatz um zehn Prozent auf mehr als 152.000 Fahrzeuge. Auch ausländische Hersteller legten kräftig zu: der japanische Toyota -Konzern um neun Prozent auf gut 194.000.

Volkswagens Landeschef Jonathan Browning geht allerdings nicht davon aus, das rasante Tempo des Jahres 2012 halten zu können. VW werde 2013 aber schneller als die Konkurrenz wachsen, kündigte er an.

Kommentare (2)

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Wiko

04.01.2013, 09:07 Uhr

Erstaunlich ist nicht so sehr das Abschneiden von Volkswagen in den USA im Dezember, wo man insgesamt 44.005 Wagen los wurde, erstaunlich ist der Absatz von BMW, ein Premiumhersteller, der mit 43.855 nur knapp darunter lag. Die Zahl wird noch erstaunlicher, wenn man den Absatz von Audi mit 14.841 daneben stellt.

Die Höhe des VW Absatzes 2012 ist z.T. ein statistischer Basiseffekt durch die Eröffnung des neuen Werkes in Chattanooga, wo eine Billigversion des Passats produziert wird.

Account gelöscht!

06.01.2013, 12:49 Uhr

Volkswagen holt auf, aber ist immer noch Exot in den USA. Der Marktanteil der deutschen Autohersteller in USA hat sich von 2011 auf 2012 nicht verändert. Durch das Marktwachstum von 13,4 % in 2012 wird das Wachstum von VW relativiert. Natürlich war Volkswagen DER Outperformer des Jahres 2012 mit knapp 30 % Wachstum. Knapp dahinter liegt jedoch schon Toyota mit 26,6 % Wachstum nach dem schlimmen Japanjahr 2011. Insgesamt sind nur die japanischen und die deutschen Hersteller überdurchschnittlich gewachsen, nämlich jeweils um 21,2 %. Die beiden US Hersteller Ford und GM mussten je 1 % Marktanteil an Honda und Toyota abgeben.
Volkswagen hat noch einen langen Weg in den USA vor sich. VW ist zwar jetzt der größte Diesel Personenwagen Anbieter in den USA, aber Diesel bleibt in den USA exotisch. So beträgt der Dieselanteil am VW Angebot zwar 20 %, Toyota hat aber mit seinem Hybrid Prius eine Steigerung von 76 % erreicht und reduziert jetzt die Preise seiner Hybridfahrzeuge. Die VW Gruppe hat in den USA sehr erfolgreich gearbeitet. BMW und Mercedes aber auch. Das Produktsortiment von VW ist noch nicht kompatibel mit den Wünschen amerikanischer Kunden. Immernoch gilt VW in den USA als nicht zuverlässig. Das fehlende Pickup Angebot und das fehlende Angebot für Urbane Käuferschichten hämmt das weitere Wachstum. VW wird von Käufern bevorzugt, die täglich lange Strecken fahren müssen, also eher ländlich zu lokalisieren sind. Viel bleibt zu tun.

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