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11.01.2011

07:11 Uhr

Absatzziele

Daimler will Audi auf Distanz halten

VonAstrid Dörner

Daimler-Chef Dieter Zetsche kann in Detroit auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Und geht es nach Zetsche, dann wird 2011 für den Stuttgarter Autobauer sogar noch besser ausfallen. Gute Voraussetzungen für Daimler sich den ehrgeizigen Rivalen Audi vom Leib zu halten.

Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche vor dem neuen SLS E-cell roadster. Reuters

Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche vor dem neuen SLS E-cell roadster.

DETROIT. Dieter Zetsche will in diesem Jahr neue Absatzrekorde aufstellen. „Wir gehen davon aus dass wir 2011 den historischen Rekordabsatz für Mercedes erzielen können“, sagte Zetsche auf Amerikas größter Automesse in Detroit. Das gelte sowohl für die Marke Mercedes wie auch für die gesamte Autosparte mit den weiteren Marken Smart und Maibach.

Im bisherigen Rekordjahr 2007 hatte allein Mercedes-Benz 1,185 Millionen Fahrzeuge verkauft. In der gesamten Sparte waren es noch einmal 100 000 Autos mehr.

Der Stuttgarter Autobauer hat ein sehr erfolgreiches Jahr 2010 hinter sich. Vor allem in den vergangenen drei Monaten legten die Schwaben jeweils Rekordverkäufe hin. Insgesamt rechnet Zetsche damit, dass die Automärkte weltweit in diesem Jahr um sechs Prozent zulegen werden. „Für die USA können wir uns sogar zehn Prozent vorstellen“, so der Daimler-Chef.

Auch im Wettbewerb mit dem Ingolstädter Rivalen Audi sieht sich Zetsche in einer guten Position. Anfang des Jahres hatten mehrere Branchenkenner prognostiziert, dass Audi an Mercedes vorbeiziehen werde. „Ende 2010 ist der Abstand zwischen Audi und Mercedes größer geworden“, sagt Zetsche. Er erwarte nicht, dass Audi die Aufholjagd in diesem Jahr gelingen werde. „Wir werden einen massiven Wachstumsschub bekommen, wenn wir die A- und B-Klasse-Nachfolgegenerationen mit allen Varianten auf den Markt gebracht haben.“ In den USA geht Zetsche weiter davon aus, dass die Amerikaner ihre Vorliebe für große Autos behalten werden. Allerdings müsse der Konzern hier eine besonders flexibel sein, um bei einem weiter steigenden Benzinpreis auch kleine, energiesparende Modelle anbieten zu können.

Zetsche dementierte Gerüchte, der Konzern könne seine Lastwagensparte ausgliedern. „Es gibt keine Pläne, unser Unternehmen aufzuspalten“, betonte er. Gleichzeitig schloss der Daimler-Chef nicht aus, die Beteiligung am Dieselmotoren-Hersteller Tognum zu erhöhen. Eine Entscheidung darüber stehe aber nicht direkt bevor. Daimler hält derzeit gut ein Viertel der Anteile an den Friedrichshafenern. „Tognum ist ein attraktives Unternehmen und arbeitet in einem Bereich, der unserem Kerngeschäft nahe steht“, sagte Zetsche.

Im Januar oder Februar soll die Besetzung für den angekündigten neuen Vorstandsposten bekannt gegeben werden. Nach einem Vergleich mit der US-Börsenaufsicht SEC im Korruptionsskandal hatte Daimler zugesagt, einen Vorstand für Compliance einzurichten. Zetsche wollte noch keinen Namen nennen. Aber Beobachter erwarten eine Besetzung von außen.

Dank des brummenden Autoabsatzes und sprudelnder Gewinne holt Daimler auch wieder die Pläne zum Bau einer neuen Konzernzentrale im Stammwerk in Untertürkheim aus der Schublade.

Die Pläne hatte Zetsche 2008 wegen der Wirtschaftskrise auf Eis gelegt. Es werde überlegt, ob und in welcher Form das Projekt wieder aufgenommen wird, sagte ein Sprecher.

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