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21.01.2005

11:35 Uhr

Abschied nach 20-jähriger Mitarbeit

Cromme: USA haben uns unter Druck gesetzt

Auf Druck der USA verlässt der Vertreter des Iran, Mohamad Navab, den Aufsichtsrat des Düsseldorfer Thyssen-Krupp-Konzerns. Thyssen-Krupp-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme bedauerte am Freitag in der Hauptversammlung in Bochum ausdrücklich, dass Navab nach über 20-jähriger Mitarbeit in den Aufsichtsgremien des Konzerns für eine Wiederwahl nicht mehr habe aufgestellt werden können.

Gerhard Cromme. Foto: dpa

Gerhard Cromme. Foto: dpa

HB BOCHUM. Gesetzliche Bestimmungen in den USA hätten diesen Schritt jedoch unumgänglich gemacht. Bei einer Missachtung hätten dem Unternehmen „beachtliche wirtschaftliche Nachteile“ gedroht, sagte Cromme. Die Beteiligung des Iran zunächst an Krupp Stahl und später auch an der Muttergesellschaft Fried. Krupp GmbH war in den Jahren 1974 und 1977 vom Schah von Persien eingegangen worden.

Angefangen hatten die Pressionen im Sommer 2002 mit einem Brief des US-Verteidigungsministeriums. Die Regierung von George W. Bush wollte im Rahmen ihrer verschärften Nahost- Politik nicht länger akzeptieren, dass in US-Streifenwagen Teile verwendet werden, an denen der Iran - aus Sicht der USA ein Schurkenstaat - Geld verdient. Die Existenz des US-Autozulieferers Budd, eines Tochterunternehmens von Thyssen-Krupp, war in Gefahr. Ford und andere Automobilhersteller drohten, Lieferverträge mit Budd zu kündigen.

Die US-Ministerialen beriefen sich auf ein Anti-Terror-Gesetz, wonach ein Unternehmen, an denen ein von den USA geächtetes Land mehr als fünf Prozent besitzt, von öffentlichen Aufträgen auszuschließen ist. Zwar war der ursprüngliche Anteil des Irans an Krupp seit der Fusion mit Thyssen im Jahr 1999 bereits auf 7,79 Prozent gesunken. Aber das war den Amerikanern immer noch zu viel.

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