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21.07.2011

12:47 Uhr

Abschreibungen wegen Atomausstiegs

EnBW rutscht tief in die Verlustzone

Schock für EnBW: Der Atomausstieg kommt den Stromversorger teuer zu stehen. Im ersten Halbjahr hagelte es einen herben Verlust. Rettung naht eventuell aus Russland.

Der Unternehmenssitz von EnBW in Karlsruhe. Quelle: dapd

Der Unternehmenssitz von EnBW in Karlsruhe.

StuttgartDer staatlich verfügte Atomausstieg treibt den baden-württembergischen Stromversorger EnBW im ersten Halbjahr tief in die roten Zahlen. Wegen einer immensen Sonderabschreibung erwartet der Vorstand unter dem Strich einen Verlust von 590 Millionen Euro, wie der drittgrößte deutsche Stromversorger am Donnerstag in Karlsruhe mitteilte. Zu EnBW gehören die Kernkraftwerke Neckarwestheim I und II sowie Philippsburg I und II. Die beiden Blöcke mit der Nummer I wurden im Zuge des von der Regierung verhängten Atommoratoriums stillgelegt.

Angesichts dieser Zahlen verwundert es nicht, dass der Energiekonzern Kreisen zufolge an einer neuen Gasstrategie unter Beteiligung des russischen Gaskonzerns Novatek feilt. EnBW sei mit den Russen im Gespräch, sagten am Mittwoch zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. EnBW habe Novatek eine Beteiligung an dem ostdeutschen Gasimporteur Verbundnetz Gas (VNG) angeboten. Dem „Handelsblatt“ zufolge handelt es sich um ein Paket von bis zu 25 Prozent. Ein EnBW-Sprecher wollte dies nicht kommentieren. Er verwies auf Aussagen von Vorstandschef Hans-Peter Villis, wonach dieser bis Ende des Jahres die Gasstrategie überprüfen will.

Novatek und VNG wollte sich nicht äußern. „Das ist eine Angelegenheit der Aktionäre“, sagte eine VNG-Sprecherin. EnBW hoffe, Zugang zu billigem Gas zu bekommen, sagte eine Person aus dem Kreis der VNG-Aktionäre. EnBW hat eine Option auf 48 Prozent der VNG, die derzeit vom Oldenburger Versorger EWE gehalten werden. Der Karlsruher Konzern will dem „Handelsblatt“ zufolge bis zu 25 Prozent direkt an die Russen weiterreichen. Die restlichen Anteile könnte Villis in ein Joint Venture einbringen, an dem Novatek beteiligt würde. Eine komplette Veräußerung des VNG-Pakets an Novatek sei politisch zu heikel.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

21.07.2011, 13:32 Uhr

Wir zerstören unsere Energiewirtschaft. Wir enteignen die Unternehmen - sozusagen - denn der Verbot, Eigentum zu benutzen, kommt der Wegnahme gleich. Und dann? Dann holen wir die Russen, damit sie uns helfen. Uns retten!

Wir brauchen dringend neue Parteien - neue Gesichter in der Politik - und ein radikales Aufräumen mit den Trümmern, die Merkel hinterläßt.

joachim

21.07.2011, 14:27 Uhr

Die Energieunternehmen haben uns über Jahrzehnte abgezockt, trotz ihrer überproporzionalen Gewinne haben sie weder die Stromtrassen erneuert, noch in die Zukunft investiert.

Lieber Klaus Ermecke, wir brauchen weder neue Parteien, noch neue Gesichter, usw.
Was wir brauchen sind Energieversorger die sich diesem Land verbunden fühlen und nicht Gewinne um jeden Preis zu absoluten Priorität erklähren.

"Der Krug geht so lange zum Brunnen bis er bricht."....und, was haben Sie gegen eine Rettung durch die Russen?! Ist Ihnen eine Knebelung z.B. durch die USA lieber?

Rene

21.07.2011, 15:13 Uhr

(Linke) grün-rote Wirtschafspolitik: Gute Nacht Baden-Württemberg.

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