Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.01.2005

15:30 Uhr

Absprung der MAN-Großaktionäre

Neue Spekulationen um MAN-Übernahme

Die Frage einer möglichen Übernahme von MAN steht nach dem Ausstieg der Großaktionäre Allianz, Münchener Rück und Commerzbank bei dem Maschinenbau- und Nutzfahrzeugekonzern wieder auf die Tagesordnung.

HB MÜNCHEN. Erst 2003 hatte MAN einen Zerschlagungsversuch durch den Chef des Anlagenbauers SMS, Heinrich Weiss, abgewendet. Gerade einmal zwölf Tage nach seinem Wechsel an die Unternehmensspitze muss sich der Schwede Hakan Samuelsson nun erneut mit diesem Szenario auseinandersetzen, weil Allianz, Münchener Rück und Commerzbank ihre seit fast 30 Jahren in der Regina Verwaltungsgesellschaft gebündelten MAN-Anteile abgeben. „Eine Übernahme ist theoretisch wahrscheinlicher geworden, weil man den stabilen Aktionär nicht mehr hat“, sagt Analyst Albrecht Denninghoff von der HypoVereinsbank. Allerdings gebe es auch Gründe, die gegen einen solchen Schritt sprächen.

Nach schwierigen Jahren konnte MAN in jüngster Zeit wieder mit positiven Nachrichten über volle Auftragsbücher und einer Vorsteuer- Gewinnprognose von 450 Mill. € auf sich aufmerksam machen. Vor allem die wichtigste Konzernsparte Nutzfahrzeuge hat sich wieder zum Auftrags- und Umsatzbringer entwickelt. „Der Ausblick für 2005 ist positiv“, sagt Denninghoff. Das Interesse potenzieller Investoren dürfte damit zwar einerseits wachsen. Andererseits würde der mittelfristig auch von anderen Branchenexperten erwartete Anstieg der Aktie einen Einstieg erschweren.

Bei MAN selbst gibt man sich nach dem Schritt der Großaktionäre gelassen: „Der beste Schutz gegen eine Übernahme ist ein guter Kurs, ein gut laufendes Unternehmen“, sagt ein MAN-Sprecher. Samuelsson habe bereits angekündigt, die Performance der einzelnen Bereiche weiter voranbringen zu wollen.

Gegen eine potenzielle Zerschlagung sprächen aus Sicht Denninghoffs kartellrechtliche Gründe, ein industrieller Investor aus Europa komme daher kaum in Frage. Schon eher könnte beispielsweise der US-Lastwagenhersteller Navistar Interesse zeigen, mit dem MAN vor kurzem eine Kooperation eingegangen war. Chancen sieht der Analyst grundsätzlich auch für Private-Equity-Firmen, die in jüngster Zeit mit unterschiedlichen Übernahmen in Deutschland von sich reden gemacht hatten. Mit einer Marktkapitalisierung von 4,3 Mrd. € sei MAN allerdings relativ hoch bewertet. „Bisher waren Finanzinvestoren bei so großen Werten relativ vorsichtig.“

Auch vor etwa eineinhalb Jahren, beim Zerschlagungsversuch durch Weiss, war ein Investor im Boot. Allerdings habe der Aktienkurs seither deutlich zugelegt, gibt der Experte zu Bedenken. „Nachdem es schon bei einem Kurs von 18 € nicht funktioniert hat, wäre es jetzt noch schwieriger."

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×