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06.11.2012

20:45 Uhr

Abwärtstrend in der Stahlbranche

Voestalpine spürt Konjunkturschwäche

Nach Salzgitter und ArcelorMittal bekommt nun auch Voestalpine die Folgen der Konjunkturschwäche zu spüren. Wegen der aktuellen Unsicherheiten senkte der österreichische Konzern seine Prognose.

Die europäische Stahlbranche leidet unter der Konjunkturschwäche. picture-alliance / APA/HANS KLAU

Die europäische Stahlbranche leidet unter der Konjunkturschwäche.

FrankfurtVoestalpine kann sich der Krise des europäischen Stahlmarkts nicht länger entziehen. Wegen der schwächeren Nachfrage aus der Industrie schraubt der österreichische Konzern seine Prognose für das bis Ende März laufende Geschäftsjahr um 100 Millionen Euro zurück und erwartet nun ein Betriebsergebnis (Ebit) von 800 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstagabend mitteilte. Das sind rund 100 Millionen Euro weniger als das um Sondereffekte bereinigte Vorjahresniveau.

Der deutsche Konkurrent Salzgitter hat bereits seine Gewinnprognose gestutzt, während Branchenführer ArcelorMittal rote Zahlen schreibt und der größte deutsche Stahlkonzern Thyssenkrupp einen Teil seiner Belegschaft in Kurzarbeit schickt.

Analysten dürfte die Gewinnwarnung nicht überraschen. Viele von ihnen hatten die Prognose der Voestalpine nach den schlechten Zahlen der Wettbewerber als zu ambitioniert bezeichnet. Dennoch hatten die Experten für das laufende Geschäftsjahr durchschnittlich ein Ebit von 872 Millionen Euro erwartet.

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Die Österreicher hatte stets davon profitiert, dass sie ihren Stahl zu hochspezialisierten Produkten wie Schienen für Hochgeschwindigkeitszüge, Pipelines oder Karosserieteile für Luxusautos weiterverarbeiten. Damit konnten sie höhere Renditen erzielen als die Konkurrenz und dem krisenanfälligeren Massengeschäft ausweichen.

Zuletzt habe sich das Umfeld jedoch sukzessive verschärft, teilte die Voestalpine mit. Auch jene Abnehmerbranchen, die bislang von der Krise weniger betroffen waren – wie die Auto-, Maschinenbau- und Energieindustrie – bekämen die maue Wirtschaft verstärkt zu spüren. Im ersten Halbjahr (bis Ende September) sei das Betriebsergebnis der Voestalpine daher um gut 17 Prozent auf 440,7 Millionen Euro gesunken, während der Umsatz um rund ein Prozent auf 5,93 Milliarden Euro zurückging.

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Auch für die kommenden Wochen seien die Aussichten schlecht: „Aus den wichtigsten Industriebranchen sind in den nächsten Monaten keine entscheidenden Wachstumsimpulse zu erwarten“, hieß es im Quartalsbericht. Die schwache Nachfrage heize die Preiskämpfe in der mit Überkapazitäten kämpfenden europäischen Stahlbranche weiter an.

Im Vergleich zur europäischen Konkurrenz schlägt sich die Voestalpine aber wacker. Weltmarktführer ArcelorMittal hatte in der vergangenen Wochen die Anleger mit einem Quartalsverlust von rund 700 Millionen Dollar (etwa 550 Millionen Euro) vergrault. Salzgitter erwartet nur noch ein „in etwa ausgeglichenes Vorsteuerergebnis“.

Von

rtr

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