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14.01.2016

18:58 Uhr

Abwehr gegen Übernahme

K+S erwägt Teil-Börsengang von Tochter Morton Salt

Nach dem Übernahmeversuch des Konkurrenten Potash will sich K+S neu aufstellen. Offenbar plant der Düngemittelhersteller, einen Teil seiner US-Tochter Morton an die Börse zu bringen – als „Giftpille“.

Die Offerte des Rivalen Potash kam K+S nicht willkommen. Deshalb will der Konzern sich künftig vor ungebetenen Übernahmeversuchen schützen. dpa

K+S-Bergwerk Sigmundshall

Die Offerte des Rivalen Potash kam K+S nicht willkommen. Deshalb will der Konzern sich künftig vor ungebetenen Übernahmeversuchen schützen.

FrankfurtDer Salz- und Düngerhersteller K+S arbeitet einem Zeitungsbericht zufolge an einer neuen Abwehrstrategie für unerbetene Übernahmeversuche. Es gebe die Idee, die US-Tochter Morton Salt in den USA teilweise an die Börse zu bringen, schreibt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Donnerstag) unter Berufung auf eigene Informationen. Von einer Entscheidung sei der Konzern aber noch weit entfernt, hieß es weiter.

Im Management gebe es verschiedene Meinungen zu dem Gedankenspiel, schreibt das Blatt. K+S wollte sich auf Anfrage nicht zu den Erwägungen äußern.

Die Aktien reagierten am Donnerstag in einem schwachen Gesamtmarkt als einer der wenigen Dax-Gewinner mit einem leichten Kursaufschlag. Aus Sicht von EquinetBank-Analyst Michael Schäfer ist das K+S-Salzgeschäft eine „verborgene Schönheit“. K+S ist der größte Salzhersteller der Welt, allerdings macht der Bereich nur rund ein Viertel des Konzerngewinns aus.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

PPG Industries (USA)
Mit 15,33 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet das US-Unternehmen mit Firmensitz in Pittsburgh (Pennsylvania) auf dem zehnten Platz der umsatzstärksten Chemieunternehmen weltweit.
Zu den Produktbereichen gehören Kunstglasprodukte, Kunstharze und Beschichtungswerkstoffe für Raumfahrt, Architektur und Industrie.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2017 / Gesamtjahr 2016, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 17,83 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den neunten Platz im Unternehmensranking.

Platz 8

Air Liquide (Frankreich)
Auf Platz acht des aktuellen Rankings landet das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 19,08 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2016 machen dies möglich. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegasherstellern der Welt.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmitte, Schönheitspflege und die Klebstoffe und fuhr 2016 einen Jahresumsatz von 19,69 Milliarden US-Dollar ein. In naher Zukunft möchte der Siebtplatzierte sowohl die US-Firma Darex Packaging Technologies für mehr als 1,05 Milliarden US-Dollar übernehmen als auch den mexikanischen Anbieter von Friseurprodukten Nattura Laboratorios aufkaufen. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern will so vor allem das eigene Friseurgeschäft in Mexiko und den USA ausbauen.

Platz 6

DuPont (USA)
24,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und Platz sechs für den Konzern für Chemie, Materialien und Energie. Im Dezember 2015 gaben DuPont und der Konkurrent Dow Chemical bekannt, dass sie fusionieren wollen. Danach soll das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 29,18 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabischer Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 39,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reichte es für Metallkonzern nicht für den Sprung unter die Top-3-Chemiekonzerne. Neben Grundchemikalien wie Methanol und Ethanol stellt das Unternehmen aus dem Nahen Osten auch Düngemittel her.

Platz 3

Dow Chemical (USA)
Mit 48,16 Milliarden US-Dollar Umsatz fiel der zukünftige Fusionspartner von DuPont um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptgeschäftsbereiche des US-Unternehmens aus Midland (Michigan) erstrecken sich auf die Kunststoffherstellung, Vorprodukte für die Wasseraufbereitung, Klebstoffe, Insektiziden, Saatgut und die Herstellung von Grundstoffen wie Chlor und Natronlauge.

Platz 2

Bayer (Deutschland)
Der zweitplatzierte deutsche Konzern (49,2 Milliarden US-Dollar Umsatz 2016) mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutische Industrie plant eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sollen Bayer und Monsanto bereit sein, Firmenteile für 2,5 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 60,54 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder, als an Größe an sich gelegt werden.

Ein Teilbörsengang der Tochter könnte laut der Zeitung zweierlei Gründe haben: Einerseits dürfte er Übernahmeversuche wie zuletzt durch den kanadischen Kalidünger-Rivalen Potash erschweren. Die Tochter könnte als sogenannte „Giftpille“ dienen. Zum anderen würde der Wert der Salz-Sparte im Konzern transparenter – allerdings auch für Übernahme-Interessenten.

K+S-Chef Norbert Steiner hatte das Potash-Gebot im vergangenen Jahr als zu niedrig zurückgewiesen. Auch fehlten bindende Zusagen für Standorte und Mitarbeiter. Doch der Aktienkurs ist derzeit mit 20,70 Euro weit von der informellen Offerte in Höhe von damals 41 Euro entfernt. Damit dürfte der Druck der Anteilseigner auf den Vorstand zumindest bis zur Hauptversammlung im Mai steigen.

Von

dpa

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