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15.01.2010

10:14 Uhr

ACEA

Auto-Neuzulassungen steigen um 16 Prozent

An sich klingt die Nachricht sehr gut: Europaweit wurden im Dezember 16 Prozent mehr Autos zugelassen als im Vorjahresmonat. Allerdings muss man einschränkend sagen: Der Dezember 2008 war furchtbar. Nüchtern betrachtet schlittert die Branche einer Krise entgegen.

Im Dezember wurden 16 Prozent mehr Autos zugelassen. Quelle: dpa

Im Dezember wurden 16 Prozent mehr Autos zugelassen.

HB BRÜSSEL/FRANKFURT. Die staatlichen Abwrackprämien in vielen Ländern haben den europäischen Automarkt 2009 vor dem Absturz bewahrt. Die Zahl der Neuzulassungen sank in dem Krisenjahr nach dem Einbruch zu Jahresbeginn um 1,6 Prozent auf knapp 14,5 Mio. Fahrzeuge, wie der Herstellerverband ACEA am Freitag in Brüssel mitteilte. Dank Prämien und Steuergeschenken legte der Automarkt aber im zweiten Halbjahr eine staatlich gestützte Aufholjagd hin.

Die schwierige Lage zeigt der Vergleich mit dem Jahr Jahr 2007. Seitdem sank der Absatz um 9,5 Prozent. Da die staatlichen Hilfen in einigen Ländern bereits ausgelaufen sind oder demnächst enden, stellen sich die Hersteller auf ein hartes Jahr 2010 ein. Laut Prognosen könnte der Absatz in Europa um bis zu zehn Prozent einbrechen.

Deutschland war im vergangenen Jahr dank der Abwrackprämie der Gewinner in Europa und verzeichnete ein Absatzplus von 23 Prozent.

Insgesamt wurden 3,8 Mio. Wagen verkauft - so viele wie seit 16 Jahren nicht mehr. Zuwachsraten verbuchten ansonsten nur Frankreich (plus 10,7 Prozent) und Österreich (plus 8,8 Prozent). Das stärkste Minus verzeichnete Spanien mit minus 17,9 Prozent. In Westeuropa legte der Absatz insgesamt um ein Prozent leicht zu. In den osteuropäischen EU-Ländern ließ die Finanzkrise den Autoverkauf um mehr als ein Viertel einbrechen.

Zum Jahresende holte der europäische Automarkt noch einmal kräftig auf. Im Dezember kletterte der Absatz im Vergleich zum Vorjahresmonat um 16 Prozent auf knapp 1,1 Mio. Wagen. Grund dafür sind die staatlichen Hilfsprogramme, die nach wie vor wirken.

Weltweit ist der Automarkt 2009 dank Verschrottungsprämien und staatlicher Anreize nur um drei Prozent geschrumpft, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) in Frankfurt meldete. Branchenkenner hatten zu Jahresbeginn ein Minus von bis zu 20 Prozent prognostiziert.

Vor allem der chinesische Markt, der einen wahren Absatzboom verzeichnete, hat laut VDA einen stärkeren Einbruch verhindert. Für 2010 erwarten die deutschen Hersteller dank wachsender Nachfrage aus Asien, aber auch aus den USA, ein Anziehen der weltweiten Nachfrage.

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