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16.09.2011

11:58 Uhr

ACEA

Mehr Pkw-Zulassungen in Europa

In Europa sind im August mehr Autos auf die Straße gekommen - im Vergleich zum Vorjahr haben die Neuzulassungen um mehr als sieben Prozent zugelegt. Zugpferd ist der deutsche Markt. Trotzdem gibt es Wolken am Autohimmel.

Europäischer Automarkt wächst im August. dpa

Europäischer Automarkt wächst im August.

BrüsselHoffnungsschimmer am europäischen Automarkt: Nach einem kleinen Dämpfer im Juli fanden die Autokäufer im August trotz Euro-Krise und Konjunkturängsten den Weg in die Schauräume der Händler zurück. Die Pkw-Neuzulassungen kletterten in den 27 EU-Staaten und den drei EFTA-Ländern Island, Norwegen und Schweiz im vergangenen Monat um acht Prozent auf 787.000 Einheiten, wie der europäische Herstellerverband ACEA am Freitag in Brüssel mitteilte. Erstmals seit über einem Jahr befänden sich wieder alle großen westeuropäischen Märkte im Plus, berichtete der deutsche Branchenverband VDA.

Am stärksten stieg die Pkw-Nachfrage im EU-Schwergewicht Deutschland mit plus 18 Prozent. Beim französischen Nachbarn fiel der Zuwachs mit drei Prozent nicht so hoch aus - selbst im von der Staatsschuldenkrise gebeutelten Spanien erhöhten sich die Neuzulassungen stärker (plus sechs Prozent). Dagegen trat die Pkw-Nachfrage in Italien, wo der Staat wegen der hohen Schulden seinen Sparkurs verschärft hat, auf der Stelle (plus 1,5 Prozent). In Großbritannien setzten die Hersteller immerhin sieben Prozent mehr ab als vor Jahresfrist.

Deutlich zulegen konnten erneut deutsche Automarken wie VW (plus 19 Prozent) und Mercedes-Benz (plus 18 Prozent). Der Münchner Autobauer BMW steigerte sich sogar um fast ein Drittel. Auch die beiden koreanischen Autobauer Hyundai (plus 17) und Kia (plus 24) profitierten von der Kauflust der Europäer. Europas Nummer zwei Peugeot Citroen aus Frankreich stagnierte dagegen (minus 0,1). Beim Lokalrivalen Renault (minus drei) verkaufte sich vor allem die Billigmarke Dacia (minus 15) schlechter. Dagegen steigerte sich der mit dem französischen Konzern verbundene japanische Hersteller Nissan um 15 Prozent.

Trotz des Euro-Schuldendramas, bröckelnder Börsenkurse und um sich greifender Rezessionsängste rechnen die deutschen Autohersteller in den kommenden Monaten nicht mit einem jähen Ende der guten Geschäfte. Für gute Laune sorgt bei den Autobossen auf der Automesse IAA in Frankfurt (bis 25. September) weiter auch die gute Nachfrage aus einigen Schwellenländern. In China fiel das Wachstum im August laut VDA erneut robuster aus als erwartet. Im vergangenen Monat seien die Neuzulassungen in der Volksrepublik um zehn Prozent gestiegen.

In Russland rollte ein Drittel mehr Pkw aus den Verkaufsräumen der Händler, weil die Konsumenten dort Vertrauen in die wirtschaftliche Erholung gefasst haben. In Brasilien hat sich das Wachstum dagegen etwas abgekühlt (plus vier Prozent). Auf dem Zukunftsmarkt Indien sanken die Neuzulassungen wegen hoher Zinsen und Benzinpreise sogar um sechs Prozent. Auch in den USA ist die Unsicherheit groß: Im August stieg die Nachfrage nach Personenwagen und leichten Nutzfahrzeugen nur um zwei Prozent. Die Verbraucher dort sind vorsichtig, weil die Rezessionsgefahr nicht gebannt ist.

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