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23.04.2012

20:14 Uhr

Actavis will Watson

Medikamentenkopierer schließen sich zusammen

Zwei bedeutende Hersteller von Nachahmerpräparaten stehen vor einem Zusammenschluss. Der Pharmakonzern Actavis hat Interesse an Watson. Gemeinsam würden die Unternehmen die Nummer vier auf dem Markt bilden.

Im Tabletten-Markt gibt es eine bedeutende Verschiebung. dpa

Im Tabletten-Markt gibt es eine bedeutende Verschiebung.

FrankfurtDie Generikabranche steht Branchenkreisen zufolge unmittelbar vor einer weiteren milliardenschweren Übernahme. Der US-Konzern Watson wolle am Mittwoch eine Vereinbarung zur Übernahme des Schweizer Rivalen Actavis bekanntgeben, sagte eine mit den Plänen vertraute Personen am Montag. Die Verhandlungen dauerten aber noch an. Der Kaufpreis liege voraussichtlich bei rund 4,25 Milliarden Euro. Eine Ankündigung der Übernahme am Mittwoch käme einen Tag vor Veröffentlichung der Zahlen des Geldinstituts zu ihrem ersten Quartal.

Reuters hatte bereits im März von einer Übernahme für bis zu 5,5 Milliarden Euro erfahren. Seitdem hatte es in den Kreisen geheißen, dass der Preis sich nach unten bewege. Watson, Actavis und der Hauptgläubiger der Schweizer, die Deutsche Bank, wollten sich am Montag nicht dazu äußern. Die Watson-Aktie lag im Nachmittagshandel an der Wall Street 0,6 Prozent im Minus bei 68,90 Dollar.

Mit dem Kauf von Actavis und der danach breiteren Aufstellung könnte Watson stärker im Wettbewerb mit den beiden Top-Firmen der Branche, dem israelischen Konzern Teva und der Novartis-Tochter Sandoz, konkurrieren. Beide hatten in den vergangenen Jahren Milliarden-Übernahmen gestemmt. Seit einigen Jahren findet ein Konzentrationsprozess unter den Herstellern von Medikamentenkopien statt. Die Unternehmen wollen auf diesem Wege Größenvorteile gewinnen. Watson würde mit Actavis nach Daten des Pharmadaten-Anbieters IMS Health auf die vierte Stelle unter den Top-Konzernen der Branche vorrücken.

Die Deutsche Bank könnte von der Übernahme profitieren, da mit dem Verkauf eine Umschuldung einhergehen dürfte. Das Geldhaus ist größter Gläubiger von Actavis und hatte bereits Abschreibungen verschmerzen müssen. Die Deutsche Bank hatte 2007 die Akquisition der damals noch isländischen Firma durch den Milliardär Björgolfur Thor Björgolfsson finanziert.

In der vergangenen Woche hatte es in Finanzkreisen geheißen, Watson könne auf eine breite Beteiligung von Geldinstituten an der Finanzierung der Übernahme bauen. Das US-Geldhaus Bank of America Merrill Lynch sei heißer Kandidat, um bei der Finanzierung die Führung zu übernehmen, hatten mit dem Vorgang vertraute Personen gesagt. Teil der Kreditsumme sei eine Zwischenfinanzierung von zwei Milliarden Dollar und ein weiteres vier Milliarden Dollar schweres Kreditpaket. Auch andere Institute hatten den Kreisen zufolge angeklopft, um an der Transaktion teilnehmen zu können.

Von

rtr

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